„Gscheid radln – aufeinander achten!“

„Gscheid radln – aufeinander achten!“

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10.5.17, 11.30h Medienzentrum des Polizeipräsidiums München.  PodiumThomas Baumann – stellvertretender Pressesprecher, Werner Feiler – Polizeivizepräsident, Dr. Thomas Böhle – KVR, Sabine Öffner, Leiterin Abtlg. Verkehrsmanagement. 

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Am 12. Juni 1718 war Karl Freiherr von Drais, bei seiner Jungfernfahrt mit dem ersten Holzrad, immerhin schon schneller als die Postkutsche. 1884 wurde das sog Niederrad mit Kettenantrieb und gefedertem Sattel erfunden und löste das Hochrad ab.


 

Heute ist das Fahrrad meistgenutztes Fortbewegungs- und Transportmittel. Auch in München werden es immer mehr. Da ist gegenseitige Rücksichtnahme gefragt. Nach wie vor sind die am wenigsten geschützten Verkehrsteilnehmer die Radler und Fußgänger. Jeder 3. Verunfallte war mit dem Fahrrad unterwegs. Schwerverletzte war fast jeder 2. Erfreulicherweise gab es 2016 um 1,4 % weniger Unfälle als im Jahr zuvor:  2506 Unfälle: 2222 Menschen leicht verletzt, 240 schwer, 3 starben.

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Über die Hälfte der Radfahrer sind selber schuld. 51,6% letztes Jahr. Im Jahr zuvor ebenfalls: Vorfahrt, Geisterradlern entgegen der Fahrtrichtung, Rotlichtmissachtung. Die zweite Hälfte der Unfallverursacher sind Kfz-Fahrer und -Beifahrer (Tür öffnen, Rechtsabbieger ohne zu schauen/ jeder 7. Unfall passiert, weil der Kfz-Abbieger nicht auf Radfahrer achtet.)


 

Im Rahmen einer Online-Umfrage wurden gefährliche Örtlichkeiten ermittelt und seit 8. Mai 2017 werden die 15 am meisten genannten (als gefährlich erachteten) Örtlichkeiten überwacht. Kfz-Fahrer erhielten bereits Hinweise, was beim Rechtsabbiegen zu beachten ist:  zB Schulterblick, auch doppelt. Abbiege-Unfälle mit totem Winkel sind verheerend. Immer selber schauen!! Sich nicht verlassen, auf die KFZ-Fahrer. Blickkontakt suchen! Seit 2009 sind zwar 6 Außenspiegel vorgesehen, aber der ‚tote Winkel ist damit nicht gänzlich ausgehebelt. Darüber hinaus: seit Jahreswechsel 16/17 geänderte Rechtslage: Die Radler orientieren sich ebenfalls an den Ampeln des KfZ-Fahrverkehrs, was für den Radfahrer von Vorteil ist, wegen zumeist längerer Grünzeiten. 

radsport-0032.gif von 123gif.deHelme sind sehr wichtig und ebenso sehr vernachlässigt. Mit Helm 58% weniger Risiko für Kopfverletzungen etc. Sterbensrate kann um 60-70% gesenkt werden. Es muss an mehreren Stellen angesetzt werden. Unübersichtlich Parken auf Gehwegen etc. Mehr aufeinander Rücksicht nehmen. Eigentlich kennen viele mehrere Perspektiven. Also: Gescheit radeln, aufeinander achten. Radfahrer in München soll noch sicherer werden. Verbotswidriges Parken auf Radwegen etc. Bei Radlern auf verbotswidrige Nutzung der Radwege, Handynutzung, Rote Ampeln. 

Umsichtige und defensive Fahrweise hilft sehr. Einmal mehr Recht haben wollen, kann einmal zu viel sein und das Leben kosten. RS/PTM


 

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 Offizieller Pressetext: In München nimmt die Zahl der Radfahrer von Jahr zu Jahr zu. Mehr Radfahrer auf den Straßen und Radwegen bedeuten aber auch, dass alle Verkehrsteilnehmer noch mehr aufpassen, aufeinander achten und gegenseitig Rücksicht nehmen müssen. Als ungeschützte Verkehrsteilnehmer sind die Radfahrer, neben den Fußgängern, die am meisten gefährdeten Verkehrsteilnehmer. Das zeigt sich leider auch in unserer Unfallstatistik.

Jeder dritte Verkehrsteilnehmer, der im letzten Jahr in München bei einem Verkehrsunfall verletzt wurde, war mit dem Fahrrad unterwegs.
Bei den Schwerverletzten war sogar beinahe jeder zweite ein Radfahrer!

Die Zahl der Fahrradunfälle ging im vergangenen Jahr in München um 1,4 % auf 2.506 (Vorjahr: 2.542) zurück. Dabei wurden 2.222 Radfahrer (2.248) leicht und 214 (232) schwer verletzt. 3 Radfahrer starben (3). Bei 51,6% dieser Unfälle trugen Radfahrer die Hauptschuld. Hauptsächlich wurde die Vorfahrt missachtet, sog. Geisterradler fuhren entgegen der Fahrtrichtungen oder Radler ignorierten rote Ampeln.

Wenn Kraftfahrzeugführer oder deren Beifahrer schuld waren, wurden häufig von hinten kommende Radfahrer beim Öffnen der Fahrzeugtüren übersehen oder sie übersahen beim Rechtsabbiegen in gleiche Richtung fahrende Radfahrer (fehlender Schulterblick!).

Anfang März führte die Münchner Polizei eine zweiwöchige Online-Umfrage durch, in der für Radfahrer problematische und gefährliche Örtlichkeiten mitgeteilt werden konnten. Dabei wurden über 1.000 Orte zurückgemeldet. An 107 dieser Orte hat sich 2016 auch ein Fahrradunfall ereignet. An 9 Orten ereigneten sich jeweils 3 Unfälle und an 2 Orten 4 Unfälle.

Die 15 am häufigsten genannten Örtlichkeiten werden seit Beginn dieser Woche im Rahmen einer zweiwöchigen Schwerpunktaktion von der Polizei überwacht. Im Focus steht dabei das fehlerhafte Rechtsabbiegen von Kraftfahrern. Dabei soll das rechtzeitige Blinken, der richtige Schulterblick und die seit dem Jahreswechsel geänderte Rechtslage für Radfahrer an Ampeln thematisiert werden.

Für Radfahrer gelten seit 2017 die Lichtzeichen für den Fahrverkehr, sofern keine eigenen Radfahrerampeln vorhanden sind. Kraftfahrzeugfahrer können sich nicht mehr an den Fußgängerampeln orientieren, wenn sie sich über die Wege der Radfahrer vergewissern wollen.

Ein weiteres Problem im Zusammenhang mit Abbiegeunfällen ist der tote Winkel. Das Aufeinandertreffen von einem Lkw oder Bus mit einem Radfahrer oder Fußgänger im Bereich von Kreuzungen oder Einmündungen zählt zu den gefährlichsten Situationen im Straßenverkehr. Das Übersehen von Radfahrern oder Fußgängern kann schwerste und auch tödliche Verletzungen zur Folge haben. Eine Radfahrerin, eine Inline-Skaterin und zwei Fußgängerinnen kamen 2016 bei solchen Unfällen ums Leben. Die Münchner Polizei appelliert eindringlich an alle Radfahrer, an Kreuzungen und Einmündungen an den toten Winkel bei Bussen und Lkw zu denken. Suchen Sie Blickkontakt zu den Fahrern und verzichten sie auf Ihre Vorfahrt, wenn sie sich nicht sicher sind, dass die Fahrer sie gesehen haben.

Viele Kopfverletzungen könnten vermieden oder in ihrer Schwere verringert werden, wenn alle Radfahrer Helme tragen würden. Viele Radfahrer sind nach wie vor ohne Helm unterwegs. Ein freiwilliges verbreitetes Trageverhalten wie beim Skifahren wäre da sehr wünschenswert.

Seit Jahren führt die Münchner Polizei zusammen mit der Landeshauptstadt München die Kampagne „Gscheid Radln – aufeinander achten“ durch.  Zum Beginn der Fahrradsaison wollen wir bei allen Verkehrsteilnehmern die Sicherheit des Radverkehrs wieder stärker thematisieren mit Verkehrsaufklärung, Verkehrsüberwachung und einer entsprechenden Öffentlichkeitsarbeit.

radsport-0033.gif von 123gif.dePolizeivizepräsident Werner Feiler: „Ich appelliere an alle Verkehrsteilnehmer, im Straßenverkehr mehr aufeinander Rücksicht zu nehmen. Seien Sie bitte den Kindern und Jugendlichen ein positives Vorbild und halten Sie sich an die Verkehrsvorschriften. Durch ein rücksichtsvolles und partnerschaftliches Verhalten können wir alle zu mehr Sicherheit im Straßenverkehr beitragen!“

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