Aktuell: Justizskandal Peggy

Aktuell: München, 4. Juli 2016, Droemer Pressemitteilung

menschen-0195.gif von 123gif.deDer Fall Peggy – Autorenduo Lemmer / Jung sieht sich bestätigt 
Heute teilte die Staatsanwaltschaft mit: Die Knochen, die ein Pilzesammler am Samstag in einem Waldstück in Thüringen gefunden hatte, stammen höchstwahrscheinlich von Peggy, die am 7. Mai 2001 auf ihrem Heimweg von der Schule spurlos verschwunden war.

“ Nun haben die Spekulationen und Verschwörungstheorien über Peggy ein Ende. Der Knochenfund belegt, dass wir in allem recht gehabt haben“, sagt Christoph Lemmer, der gemeinsam mit Ina Jung in ihrem Buch „Der Fall Peggy – Die Geschichte eines Skandals“  den spektakulären Fall nachrecherchiert hat.

Ina Jung arbeitet als Journalistin, Regisseurin und Filmautorin. 2012 erhielt sie den Bayerischen Fernsehpreis für das Drehbuch zu dem auf dem Fall Peggy basierenden Spielfilm „Das unsichtbare Mädchen“, das sie gemeinsam mit Friedrich Ani schrieb (Regie: Dominik Graf).

Christoph Lemmer  arbeitet als Journalist für Printmedien und Hörfunk. Für Antenne Bayern hat er über den Fall Peggy bereits eine mehrteilige Exklusiv-Reportage produziert.


PeggyWiederaufnahmeBayreuth, 2.4.14 – Handelt es sich beim Urteil des Landgerichts Hof im Fall Peggy um einen Justizirrtum oder um Vorsatz? Diese Frage stellen die beiden Autoren des Buches „Der Fall Peggy – Geschichte eines Skandals“, Ina Jung und Christoph Lemmer kurz vor der Wiederaufnahme des Prozesses gegen den im April 2004 wegen Mordes verurteilten Ulvi Kulac.

Die beiden Journalisten haben die Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft detailliert rekonstruiert. Sie kommen zu dem Ergebnis, dass das einzige Beweismittel, das Geständnis des Ulvi Kulac, nur dank systematischer Planung und Manipulation entstehen und im damaligen Prozess verwendet werden konnte. Im ersten Schritt haben Polizei-Ermittler demnach gemeinsam mit einem V-Mann den angeblichen Tathergang frei erfunden. Als nächstes konfrontierten sie den Beschuldigten damit und brachten ihn mit offensichtlich ungesetzlichen Methoden dazu, zu gestehen. Dann formulierte die Staatsanwaltschaft auf dieser Basis ihre Anklage. Am Ende übernahm das Gericht den von den Ermittlern erfundenen Tathergang für ihr Urteil. Immer wieder schaltete sich auch die bayerische Politik ein und sorgte dafür, dass die Ermittler den Fall Peggy möglichst zügig abschließen, indem sie einen nachweislich ungerechtfertigten Mordvorwurf konstruierten.

Jung-LemmerAngesichts dieser Systematik kommt der Verdacht auf, so Jung und Lemmer, dass man von Irrtum nicht mehr sprechen kann. Das Wort Justizirrtum verharmlose was hier passiert ist und was den Skandal im Fall Peggy ausmache. Und an die Adresse der Politik: „Sollte das Ziel Law and Order gewesen sein, dann ist das auf tragische Weise schief gegangen. (Fotos links: Ina Jung und Christoph Lemmer)

Einerseits wurde ein offensichtlich Unschuldiger verurteilt. Andererseits ist das Schicksal der verschwundenen 9-jährigen Peggy nach wie vor völlig ungeklärt. Fest steht lediglich, dass die Spur eines sexuellen Missbrauchstäters, der im engen Kontakt mit der Familie stand, trotz eindeutiger Hinweise damals nicht weiter verfolgt wurde.

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Ina Jung & Christoph Lemmer

DER FALL

PEGGI

Die Geschichte eines Skandals

344 S., 19,99 €, ISBN: 978-3-426-27611-2. Auch als E-Book lieferbar (17,99 €)

Ein Fall, der das ganze Land bewegt…
2001 verschwand die 9-jährige Peggy Knobloch aus dem oberfränkischen Lichtenberg spurlos. Der geistig zurückgebliebene Ulvi Kulac wurde wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Es gab keine Zeugen, keine DNA, keine Blutspuren, keine konkreten Beweise und vor allem – keine Leiche.

Ina Jung und Christoph Lemmer, die über viele Jahre den Fall investigativ recherchiert haben, weisen nun nach, dass die Polizei gezielt auf die Verurteilung von Ulvi Kulac hingearbeitet hat – nicht, weil er der Täter war, sondern damit der Fall endlich zu den Akten gelegt werden kann. Kein Justizirrtum, sondern – schlimmer – ein systematisches Fehlurteil auf Betreiben von Politik und Justiz. Doch es gibt Hoffnung: 2013 wird das Verfahren wieder aufgenommen, auch dank der Recherchen des Autorenduos.

Ina Jung und Christoph Lemmer erzählen in diesem Buch den Fall Peggy neu und mit bisher unbekannten Fakten – und decken eine beklemmende Wahrheit auf.

ANTENNE BAYERN-Exklusiv: „Fall Peggy“: Staatsanwaltschaft hat nach Informationen von ANTENNE BAYERN ein Ermittlungsverfahren gegen einen 29-jährigen Mann in Halle eingeleitet!

Ismaning, 03.09.2013 – Der Fall der vor 12 Jahre verschwundenen Peggy aus Lichtenberg (Oberfranken) steht offenbar vor einer Wende. Die Staatsanwaltschaft in Bayreuth hat nach Informationen von ANTENNE BAYERN ein Ermittlungsverfahren gegen einen 29-jährigen Mann in Halle eingeleitet. Er steht unter Verdacht, Peggy ermordet zu  haben. Das bestätigte der Chef der Bayreuther Staatsanwaltschaft, Herbert Potzel.

Bei dem Verdächtigen handelt es sich um Holger E.. Er gehörte zum engsten Freundeskreis von Peggys Familie. Er war in den Monaten vor Peggys Verschwinden im Mai 2001 mehrmals zu Besuch in Lichtenberg. Die Polizei hatte ihn schon damals unter Verdacht. Nach den Informationen von ANTENNE BAYERN hatte er die Ermittler damals über sein Alibi belogen. In Vernehmungen hatte er behauptet, Peggy sei für ihn „wie eine Schwester“ gewesen.

Für die Justiz gilt bisher der geistig minderbemittelte Ulvi Kulac als Mörder von Peggy. Er war 2004 zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Sein Anwalt hat im Frühjahr die Wiederaufnahme beantragt. Kulac hatte die Tat in einem umstrittenen Polizeiverhör gestanden, dann aber widerrufen. Er beteuert seitdem seine Unschuld. Die Staatsanwaltschaft hat angekündigt, im Oktober zu dem Wiederaufnahmeantrag Stellung zu nehmen.

Holger E. wurde in einem anderen Verfahren in Halle im Februar 2013 zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt. Das Gericht sprach ihn schuldig, seine eigene, zur Tatzeit 2 Jahre alte Tochter missbraucht zu haben. Zusätzlich ermitteln die Staatsanwaltschaften Bayreuth und Halle wegen zweier weiterer Missbrauchsfälle gegen ihn. Eine dieser Taten hat er nach den Informationen vor drei Wochen gestanden.

Die Staatsanwaltschaft Bayreuth wurde insbesondere durch das Buch „Der Fall Peggy“ auf den Verdacht gegen Holger E. aufmerksam. Einer der beiden Autoren dieses Buches ist ANTENNE BAYERN-Reporter Christoph Lemmer.

Pressesprecher: Stefan Assfalg

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