17.3.–12.6.16 Wohnen heute

KEINE ANGST VOR PARTIZIPATION! – WOHNEN HEUTE Architekturmuseum der TU München

Die Fortentwicklung des Wohnungsbaus in den europäischen Großstädten steht angesichts der nicht nachlassenden Urbanisierung, eines wachsenden Interesses an Wohneigentum und einer ebenso steigenden Differenzierung von Wohnbedürfnissen aufgrund des demografischen Wandels gegenwärtig vor dramatischen Herausforderungen. Die wichtigsten Fragen sind dabei die nach der notwendigen und möglichen städtebaulichen Dichte, einer ausgeglichenen sozialen Mischung ebenso wie nach der Wohnqualität. Als Gegenreaktion auf einen von wirtschaftlichen Faktoren bestimmten Wohnungsmarkt entstehen gegenwärtig neue Bauinitiativen. Nach individuellen Anforderungen und selbstbestimmten Organisationsformen ausgerichtet, folgen diese Wohnprojekte der Baugemeinschaften oder Genossenschaften einem gemeinsamen Ansatz im Planungs- und Wohnprozess: Partizipation!

Das Architekturmuseum der TU München stellt zwölf aktuelle Projekte kooperativen Bauens vor, die jeweils nach ihrer inhaltlichen Ausrichtung, dem Entstehungsprozess, der baulichen Umsetzung, der Verwaltungsstruktur und den Formen des Zusammenlebens befragt werden. Jedes zeigt dabei sein eigenes, individuelles Profil. Zu den gezeigten Beispielen zählen aktuelle Quartiersentwürfe wie für das Hunziker Areal in Zürich (Baugenossenschaft mehr als wohnen) oder WagnisART auf dem Domagkgelände in München (wagnis eG) wie auch Bauvorhaben bereits etablierter und sich erweiternder Genossenschaften wie Sargfabrik Wien oder Kraftwerk 1 Zürich. Alle Wohnprojekte verfolgen integrative, generationsübergreifende und nachbarschaftliche Ansätze. Diese sind grundlegend für das bauliche Raumprogramm, das sich durch offene und flexible Strukturen und neue Grundrisslösungen auszeichnet – und darin liegt ihre Aktualität.

Alle gemeinsam werfen sowohl die Frage nach der Schnittstelle zwischen den Bedürfnissen der Bewohner und den Gestaltungsmöglichkeiten und zukünftigen Aufgaben des Architekten in diesen gesellschaftlich bedingten Entscheidungs- und Gestaltungsprozessen auf als auch nach den politischen Rahmenbedingungen, die solche Experimente möglich machen.

In speziell für die Ausstellung entstandenen filmischen Beobachtungen von HyggeTV (Harbo/Koopmann) werden die Wohnprojekte porträtiert. Illustrationen von Sabine Hirsig (Pumpipumpe – a Sharing Community, Bern) begleiten die Informationsgrafik.

Zu vier ausstellungsbegleitenden Abendveranstaltungen werden Gäste aus den Bereichen Genossenschaften, Soziologie und Architektur eingeladen, um die verschiedenen Möglichkeiten, Modelle und Umsetzungen in ihrer Entwicklung, aber auch hinsichtlich ihrer Tragfähigkeit und Relevanz für die Zukunft zu diskutieren.

Zu den Veranstaltungen (6.4., 28.4., 12.5. und 2.6., jeweils 18.00), Schul- und Ferienworkshops (mit Fabian Vogl und Stiftung FREIZEIT) sowie Führungen begleitend zur Ausstellung (Do 5.5., 19.5., 26.5.| 18.30 und Mi 11.5.|15.00):

Eine Kooperation mit der mitbauzentrale münchen.

Unterstützt durch den Förderverein des Architekturmuseums der TU München.

 

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