31.5.16 Welt-Nichtrauchertag

31.5. Zum Welt-Nichtrauchertag 2016
Sofortiges umfassendes Verbot von Tabakwerbung!

totenkopf-0054.gif von 123gif.deDie Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V. (DHS) unterstützt das Motto des Aktionsbündnisses Nichtrauchen e.V. (ABNR) und der Deutschen Krebshilfe zum diesjährigen Welt-Nichtrauchertag: „Kein Platz für giftige Botschaften: Stoppt Tabakwerbung jetzt!“

Etwa sechs Millionen Menschen sterben nach Aussage der Weltgesundheitsorganisation (WHO) weltweit jedes Jahr durch Tabakkonsum, in Deutschland sind jedes Jahr etwa 120.000 Todesfälle auf das Rauchen zurückzuführen. Trotz eines generell rückläufigen Trends hat der Zigarettenverbrauch 2015 wieder leicht zugenommen: Rund 1.000 Zigaretten pro Einwohner/-in wurden im vergangenen Jahr durchschnittlich konsumiert, was einen Anstieg von mehr als zwei Prozent im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Auch die mit dem Rauchen verbundenen Kosten sind enorm: Rund 79 Mrd. Euro kostet das Rauchen die deutsche Volkswirtschaft.

Mit der aktuellen Initiative des Bundestages zum Verbot von Tabakwerbung in Deutschland hat der Gesetzgeber einen Schritt hin zu einer umfassenderen Tabakprävention getan: Ab 2020 soll es keine Bewerbung von Tabakwaren an Litfaßsäulen und auf Plakaten mehr geben. Warum diese wichtige Maßnahme erst in mehr als drei Jahren umgesetzt werden soll, bleibt jedoch völlig unverständlich. In Fachgeschäften, Verkaufsstellen oder Tankstellen soll Tabakwerbung weiterhin erlaubt sein; ebenso in Kinos bei Filmen für Zuschauer über 18 Jahren.

Damit bleibt Deutschland das einzige Land Europas, in dem noch für Zigaretten und andere Rauchwaren geworben werden darf. Und das, obwohl der Einfluss von Zigarettenwerbung insbesondere auf Jugendliche und junge Erwachsene unbestritten ist. Werbung verleitet zum Rauchen und erschwert es, mit dem Rauchen aufzuhören. Darüber hinaus fördern direkte und indirekte Tabakwerbung die gesellschaftliche Anerkennung des Rauchens.

„Ohne die konsequente Umsetzung umfassender Maßnahmen bleiben Tabakprävention und Nichtraucherschutz weiterhin im Abseits“, erklärt Dr. Raphael Gaßmann, Geschäftsführer der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen.

„Es ist nicht erklärbar, dass für einen Suchtstoff mit einem derart hohen Gesundheitsrisiko weiterhin öffentlich geworben werden darf“, so Gaßmann weiter. „Neben einem generellen Werbe- und Sponsoringverbot muss die Verfügbarkeit von Zigaretten eingeschränkt und der Preis für Tabakwaren erhöht werden. Erst dann ist wirksamer Jugend- und Gesundheitsschutz möglich.“

Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen, selbst Mitglied im Aktionsbündnis Nichtrauchen (ABNR), teilt daher die Empfehlungen des Aktionsbündnisses und der Deutschen Krebshilfe und fordert ein umfassendes Werbeverbot für Tabakprodukte, das neben einem Verbot der Außenwerbung auch ein Verbot von Werbefilmen für Tabakwaren im Kino, ein Verbot der Sichtbarkeit von Ta- bakprodukten an Verkaufsstellen und ein Verbot des nationalen Sponsorings umfasst. Tabak sollte generell nicht mehr als Genussmittel identifizierbar sein; sondern wahrheitsgemäß als Suchtstoff mit erheblichen gesundheitsschädigenden Konsequenzen.

Auch das sogenannte „Plain Packaging“, die Einheitsverpackung von Zigarettenschachteln ohne Logo, markeneigene Farben oder Design-Elemente, sollte Teil des Werbeverbots sein. Mit diesen Maßnahmen kommt Deutschland seiner Verpflichtung nach, die Europäische Tabakproduktrichtlinie umzusetzen und unterstützt außerdem das WHO-Motto „Get ready for plain packaging“ zum diesjährigen Welt-Nichtrauchertag.

Pressekontakt: Barbara Kunz

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