bis 24.1.16 Klee & Kandinsky

Klee & Kandinsky. Freunde, Nachbarn, Konkurrenten
21.10.15-24.1.16 
Lenbachhaus, Kunstblock München

Wassily Kandinsky: Im Blau, 1925 Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen Düsseldorf, erworben 1964 aus einer Spende des Westdeutschen Rundfunks Foto: Walter Klein, Düsseldorf Paul Klee (1879-1940) und Wassily Kandinsky (1866-1944) zwei Namen, die heute geradezu als Synonyme für die Klassische Moderne gebraucht werden. Fundamentale Bewegungen der Avantgarde wie Der Blaue Reiter oder das Bauhaus sind mit den Lebensläufen dieser Künstler verwoben; sie gelten als Gründungsväter und Schrittmacher der abstrakten Kunst. Zugleich gingen Klee und Kandinsky als eines der großen Freundespaare in die Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts ein.

Klee und Kandinsky waren über beinahe 30 Jahre freundschaftlich, wenngleich nie distanzlos, miteinander verbunden. Sie lernten sich 1911 als Nachbarn in Schwabing kennen und Kandinsky bezog Klee in die Aktivitäten des »Blauen Reiter« ein. Nach dem Ersten Weltkrieg trafen sich beide 1922 als Lehrer am Bauhaus in Weimar wieder, 1925 siedelten sie mit dem Bauhaus nach Dessau über, wo sie in den neuerrichteten Meisterhäusern von Walter Gropius Tür an Tür wohnten. 1933 wurden sie durch die Ereignisse der Zeitgeschichte getrennt: Kandinsky emigrierte vor der nationalsozialistischen Verfolgung nach Paris, Klee kehrte in seine Schweizer Heimat zurück. (Abb.: Wassily Kandinsky: Im Blau, 1925 Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen Düsseldorf, erworben 1964 aus einer Spende des Westdeutschen Rundfunks Foto: Walter Klein, Düsseldorf )

spiele-0110.gif von 123gif.deIn ihrem Verhältnis ging es um eine konzentrierte künstlerische Auseinandersetzung, die viele Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschiede und Konkurrenzen enthielt. Beide strebten eine Spiritualisierung der Kunst und die Eigengesetzlichkeit der bildnerischen Mittel an. Zugleich aber waren sich Klees ironischer Realitätsbezug und Kandinskys Idealismus ebenso fremd wie Klees individualistische Wandelbarkeit und Kandinskys Anspruch auf autonome Gesetze der abstrakten Kunst.

Ein Schwerpunkt der Ausstellung wird auf der gemeinsamen Zeit am Bauhaus liegen, wo sich die bildnerischen Mittel von Klee und Kandinsky sehr nah kommen und überraschende Aspekte der gegenseitigen Beeinflussung zeigen. Die gesamte Schau spannt den Bogen von der Zeit des »Blauen Reiter« bis zum eindrucksvollen Spätwerk, das für beide Künstler nochmals einen Neubeginn bedeutete. Kandinsky entwickelte in seiner Pariser Periode 1933 bis 1944 ein Vokabular biomorpher Formen, Klee schuf bis zu seinem Tod 1940 in der Schweiz ein umfangreiches Spätwerk, in dem er sich auf ein zunehmend reduziertes Zeichensystem konzentrierte.

Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit dem Zentrum Paul Klee Bern




KleeKandinsky25. Juni 2015 Prestel

Klee & Kandinsky

Nachbarn, Freunde, Konkurrenten

Vivian Endicott Barnett, Michael Baumgartner, Annegret Hobert, Christine Hopfengart, Peter Vergo, Wolfgang Thöner, Fabienne Eggelhöfer, Angelika Weissbach, Charles Haxthausen

360 Seiten, 49,95 € [D], 51,40 € [A], 65 sFr. 23 x 27, 303 farbige Abb., 62 s/w Abb. Gebundenes Buch, Halbleinen. ISBN: 978-3-7913-5479-8.

Paul Klee und Wassily Kandinsky: eine große Künstlerfreundschaft. Herausragende Publikation zum Ausstellungs-Highlight des Jahres: Zwei große Künstler der Klassischen Moderne im Dialog.

Klee und Kandinsky gehören zu den prägenden Künstlerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts und sind eines der großen Freundespaare der Moderne. Zeitweise lebten sie Tür an Tür und standen im täglichen künstlerischen Austausch. Dieses Buch behandelt die 30 Jahre ihrer Verbindung von der Zeit des „Blauen Reiter“ um 1912 bis in die späten 1930er-Jahre. Der Schwerpunkt liegt auf den Bauhausjahren, der Zeit, in der die beiden Künstler an der berühmten Schule in Weimar und Dessau unterrichteten. Das Buch zeigt, wie das Verhältnis der beiden Maler gleichermaßen von Freundschaft und Konkurrenz, Einfluss und Abgrenzung geprägt war. Vor allem aber wird ihr künstlerischer Dialog sichtbar. Sie waren sich einig in dem Ziel, die Kunst zu vergeistigen und deren innere Gesetzmäßigkeiten zu untersuchen. Zugleich aber unterschieden sie sich durch Kandinskys Einsatz für die abstrakte Kunst und Klees Festhalten am Vorbild der Natur.

Lesen Sie auch:
Ausstellung „Klee & Kandinsky“ im Zentrum Paul Klee in Bern, 19.06. – 27.09.2015
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Ab 21. Oktober in München: Ausstellung „Klee & Kandinsky“ im Lenbachhaus, 21.10.2015 – 24.01.2016
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