Museum Brandhorst – 2015

baum-0106.gif von 123gif.deMuseum Brandhorst – Jahresplanung 2015

Das Museum Brandhorst ist das jüngste Museum im Gefüge des Münchner Kunstareals. Ziel des Museums ist es, ausgehend von den zentralen Sammlungsbeständen seit den 1960er Jahren, Fragestellungen der Kunst der Gegenwart kritisch zu erörtern – in monografischen und thematischen Wechselausstellungen, Sammlungspräsentationen, Veranstaltungen und durch gezielte Neuankäufe.

Louise Lawler und »Yes!Yes!Yes! Warholmania in Munich«
Im Rahmen der aktuellen Sammlungspräsentation »Dark Pop« werden die neu erworbene Installation »No Drones« (2011) und die Wandarbeit »Plexi« (2010-11) von Louise Lawler vorgestellt. In »No Drones« werden Gerhard Richters Bilder der US- amerikanischen Bomber im 2. Weltkrieg mit Elementen der Unterhaltungsindustrie – Discokugel und Laserstrahler – kombiniert. Die Muster des Lasers erinnern an Präzisionswaffen, wie sie der Öffentlichkeit seit den Live-Aufnahmen von den Kriegs- schauplätzen im Irak 1990-91 bekannt sind. Lawler formuliert damit eine subtile Kritik an der zunehmenden Kommerzialisierung medialer Kriegsberichterstattung.

Im Sommer zeigt das Museum Brandhorst mit »Yes!Yes!Yes! Warholmania in Munich« über 100 Werke aus seinen umfassenden Warhol-Beständen. In Kooperation mit dem Filmfest München, das in diesem Jahr eine von Glenn O’Brien und Katja Eichinger kuratierte Andy Warhol Hommage als besonderes Programm- highlight präsentiert, liegt der Fokus auf der Breite seines künstlerischen Schaffens als Maler und Filmemacher.

»Painting 2.0: Expression in the Information Age«
Das wiederkehrende Interesse an zeitgenössischer Malerei in den vergangenen Jahren fällt mit einer Explosion neuer digitaler Technologien zusammen. Diese Spannung bildet den Ausgangspunkt für die Ausstellung »Painting 2.0: Expression in the Information Age«, die im November im Museum Brandhorst eröffnet wird. Bereits seit den 1960er-Jahren haben sich die fortschrittlichsten malerischen Ansätze in den USA und in Westeuropa gerade in produktiver Reibung mit der zeitgenössischen Massenkultur und ihren medialen Bedingungen entwickelt. Als erste groß angelegte historische Malereiausstellung der letzten Jahrzehnte beleuchtet »Painting 2.0« diese Konstellation in drei Sektionen – Geste und Spektakel, Exzentrische Figuration und Soziale Netzwerke.

Sie zeigt, wie sich die Malerei als privilegierter Ort behauptet, an dem die Heraus- forderungen einer zunehmend mediatisierten Lebenswelt verhandelt werden. »Painting 2.0« ist eine Kooperation mit dem Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien. Co-Kurator ist der renommierte US-amerikanische Kunsthistoriker und Kritiker David Joselit.

»Creating Realities. Begegnungen zwischen Kunst und Kino«
Eine Ausstellung in der Pinakothek der Moderne und im Museum Brandhorst in Kooperation mit der Sammlung Goetz und KINO DER KUNST
Das Foyer des Museum Brandhorst wird vom 22.–26.04.2015 der zentrale Treffpunkt und Veranstaltungsort für das Künstlerfilmfestival KINO DER KUNST. Für diese und kommende Veranstaltungen wird das Foyer vom Künstlerduo Guyton/Walker (Wade Guyton *1972, Kelley Walker *1969, beide in New York lebend) umgestaltet.

Als viertes Kapitel der parallel zu KINO DER KUNST stattfindenden Ausstellung »Creating Realities. Begegnungen zwischen Kunst und Kino« in der Pinakothek der Moderne und im Museum Brandhorst werden zwei Videoarbeiten der französischen Künstlerin Camille Henrot (*1978, lebt in New York) präsentiert. Im Zentrum steht das Video »Grosse Fatigue« (2013), in dem Henrot anhand von naturwissen- schaftlichen und anthropologischen Artefakten der Smithsonian Institution in Washington Ursprungsmythen verschiedener Kulturkreise in eine Art »schizophrenen Dialog« (Henrot) verwickelt. In der Sichtbarmachung des zentralen Vehikels digitaler Bildrezeption und -produktion – dem Computer-Desktop – kommt »Grosse Fatigue« eine Schlüsselrolle innerhalb aktueller Videoproduktionen zu. Dieses enzyklopädische Projekt wurde auf der Venedig Biennale 2013 mit dem Silbernen Löwen prämiert.

Team
Seit Anfang Januar beziehungsweise März sind Tonio Kröner (Assistenzkurator) und Patrizia Dander (Kuratorin) für das Museum Brandhorst tätig.

Pressekontakt: Tine Nehler M.A.

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