„Artgerechtes München“

München. Für eine artgerechte Landeshauptstadt

blume-0485.gif von 123gif.deStartschuss für das Aktionsbündnis Artgerechtes München. Die Forderung an die Landeshauptstadt: München muss artgerecht werden!

Auf einer Pressekonferenz am 19. Mai 2015 im Presseclub München gaben das Tollwood Kulturfestival und seine über 140 Bündnispartner den Start für den Zusammenschluss zum Aktionsbündnis „Artgerechtes München“ bekannt. Ziel des Bündnisses ist, dass sich die LHM per Stadtratsbeschluss dazu verpflichtet, in ihrem Wirkungskreis zukünftig nur noch Produkte einzusetzen bzw. zuzulassen, die nachweislich aus artgerechter Tierhaltung stammen: Dies beträfe alle städtischen Kantinen, alle städtischen Einrichtungen – Krankenhäuser, Kultureinrichtungen etc. –, alle städtischen Empfänge sowie öffentliche Veranstaltungen, bei denen die Stadt München Hausherrin ist, z.B. das Stadtgründungsfest, die Auer Dulten, den Christkindlmarkt und das Oktoberfest.

Stephanie Weigel, Leiterin der Tollwood-Umweltabteilung: „Die Unterstützung des Aktionsbündnisses durch namhafte Vertreter der Stadtgesellschaft, aber auch der Münchner Bürgerinnen und Bürger ist schon jetzt überwältigend und wir stehen erst am Anfang. Die Zeit ist reif, der Münchner Stadtrat muss seiner Verantwortung gerecht werden und ein Zeichen setzen: Für ein artgerechtes München. Für uns. Für Bayern.“

Auf der Pressekonferenz erläuterten hochrangige Experten der Branche und gleichzeitig Bündnispartner seine Notwendigkeit:
Karl Ludwig Schweisfurth, Metzgermeister und Unternehmer, sprach über die „Symbiotische Landwirtschaft“, die den Erhalt kleinbäuerlicher Strukturen und den achtsamen Umgang mit den Tieren zum Ziel hat und seine persönlichen Erfahrungen: „Das Leben findet nur in Symbiosen statt. Es ändert sich nur zusammen.“
Dr. Rupert Ebner, Tierarzt, Mitglied des Vorstandes von Slow Food Deutschland, Mitorganisator der Demo „Wir haben es satt“ und seit 1.9.2014 Umweltreferent der Stadt Ingolstadt, erläuterte die Haltungsbedingungen in der industriellen Intensivtierhaltung, den dortigen Antibiotika-Einsatz sowie die gesundheitliche Gefahr durch multiresistente Keime: „Das Thema Landwirtschaft gehört in die Stadt, weil die Stadt vom Land lebt. Essen und Ernährung sind zentrale politische Themen“.
Josef Schmid, Landwirt und Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft e.V. – Landesverband Bayern (AbL), erläutert die Situation der Landwirte in Bayern und begründet, warum kein Weg an einer sozial- und umweltverträglichen Landwirtschaft in Bayern vorbeiführt. „Landwirtschaft ist mehr als ein wirtschaftliches Unternehmen!“
Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin, Staatsminister a. D. und Professor für Philosophie und politische Theorie an der Universität München, sprach abschließend über die ethische Dimension des Themas. „Bei allen Unterschieden der moralischen Beurteilung sollte der Mindestkonsens die artgerechte Tierhaltung sein!“

Warum braucht München ein Aktionsbündnis?
Industrielle Intensivtierhaltung ist gesundheitsgefährdend, tierquälerisch, unsozial, umweltbelastend, unnötig – und unerwünscht. Bäuerliche Betriebe verlieren zunehmend den Kampf gegen Agrarfabriken. Auch in Bayern.
Gesundheitsgefährdend: Industrielle Tiermastanlagen sind eine Brutstätte für gesundheitsgefährdende, multiresistente Keime, gegen die oft keine Antibiotika mehr helfen. Tendenz steigend.
Tierquälerisch: Der Großteil der Nutztiere fristet ein erbärmliches, kurzes und leidvolles Leben in industrieller Intensivtierhaltung.
Umweltbelastend: Ein Drittel des Grundwassers in Bayern ist in schlechtem Zustand. Der Hauptgrund dafür ist die hohe Belastung mit Nitrat aus der landwirtschaftlichen Gülle – ein Stoff, der im Körper in krebserregendes Nitrit umgewandelt werden kann.
Unsozial: Deutschland hat sich längst zum „Billig-Schlachthaus Europas“ gewandelt. Stundenlöhne von de facto 5 Euro sind keine Seltenheit.

Heile Welt Bayern? Von wegen. Auch in Bayern sind die Weichen gestellt: Bei der Anzahl der beantragten und genehmigten Tierhaltungsplätze für Masthähnchen und Schweine liegt Bayern weit vorne in Deutschland.

Ist die Umstellung auf artgerechte Tierhaltung finanzierbar?
Eine Umstellung auf artgerechte Tierhaltung ist finanzierbar: Ein von Tollwood im Februar 2015 in Auftrag gegebenes, unabhängiges Gutachten von a’verdis kommt zu dem Schluss, dass die Mehrkosten für den Einsatz von Produkten aus artgerechter Haltung im Kinderbetreuungs- und Kantinenbereich unter 10 Prozent liegen würden, bei Empfängen und Großveranstaltungen zwischen 10 und 20 Prozent.

Was wollen die Münchnerinnen und Münchner?
Eine von Tollwood im Herbst 2014 in Auftrag gegebene TNS Emnid-Umfrage ergab: 75 Prozent der Einwohner Münchens würden eine derartige Selbstverpflichtung der bayerischen Landeshauptstadt begrüßen – noch mehr, nämlich 85 Prozent sind bereit, den dafür erforderlichen Mehrpreis zu bezahlen.

Mitmachen beim Aktionsbündnis Artgerechtes München kann jeder. Eine Unterstützung ist ab sofort möglich

Bündnispartner:
Franz Achatz, Die eisikokÖ Kirchdorf; Reinhard Angerer, Gut Sonnenhausen Küchenleitung; Friedrich Ani, Schriftsteller; Willy Astor, Kabarettist und Musiker; Stefan Bastian, Roger & Over Sprechfunkgeräte; Alexandra Baumgarten, Landesbund für Vogelschutz, KG München; Michaela Baur, Bio-Caterin; Claus Biegert, Journalist und Autor; Hubert Bittl, Koch; Johann Breitsamer, Breitsamer Entsorgung & Recycling; Patrick Brennan, Bildender Künstler; Judith Brettmeister, Tierschutzverein München e.V.; Hans-Jürgen Buchner/Haindling, Musiker; Heinrich Bunzel, Botanikum; Bündnis Nachhaltigkeit Bayern; Chris Columbus, Musiker; Oliver Cordier, MfG Sicherheitsdienste; Die Umwelt-Akademie e.V.; Ecco DiLorenzo, Musiker; Angela Dinter, PROVIEH e.V.; Andreas Döhring, Colmado; Dornrosen, Pop-Kabarett-Band; Leo Dünninger, Foodsharing e.V.; Heidrun Eberle, Ackermannbogen e.V.; Dr. Rupert Ebner, Veterinärmediziner; Marco Eisenack, Medienunternehmer; Willy Faber, Gastronomie Report; Ursula Fick, eisikokÖ Hofgut Letten; Ottfried Fischer, Schauspieler und Kabarettist; Lisa Fitz, Kabarettistin; FLATZ, Aktionskünstler; Bernhard Fricke, David gegen Goliath e.V.; Harry G, Komiker und Kabarettist; Nina Geisler und Sascha Schloifer, vollblut LiveMarketing; Marion Germer, Agenturen & Künstler; Martin Glöckner, Green City e.V.; Günter Grünwald, Komiker und Kabarettist; Surdham Göb, Surdham‘s Kitchen; Nicole Göhring, Tagwerk eisikokÖ; Otto Göttler, Musiker; Katrin Habenschaden, Stadträtin; Markus Hahnel, Slow Food München e.V.; Dr. Joachim Hamberger, Verein für Nachhaltigkeit e.V.; Theo Hartl, Münchner Kind’l Senf; Hubert Heinhold, Rechtsanwalt; Claus Hilkinger, Musikagent; Marlene Hinterwinkler, Genussgemeinschaft Städter und Bauern; Ludwig Stocker Hofpfisterei GmbH; Doris Iding, Journalistin und Autorin; Dr. Hildegard Jung, Veterinärmedizinerin; Karsten Kaie, Kabarettist; Jessica Kastrop, Sky-Moderatorin; Nobert Keßler, H&G Consulting; Luise Kinseher, Kabarettistin; Gisela Kinzelmann, Amperhof eisikokÖ; Arne Klevenhusen, FIAN München; Otto Koch, Fernsehkoch; Dr. Karl von Koerber, Beratungsbüro für ErnährungsÖkologie; Ullrich Kranzer, Vitalia GmbH; Conny Kreitmeier, Musikerin; Steffi Kreuzinger, Ökoprojekt MobilSpiel e.V.; Sabine Krieger, Stadträtin; Stefan Kumpfmüller, X-Leasing; Alexander Liegl, Kabarettist; Monica Lieschke, Jane Goodall Institut Deutschland e.V.; Werner Lindinger, MobiNexT; Constanze Lindner, Kabarettistin; Jürgen Lochbihler, Der Pschorr; Joachim Lorenz, Umweltreferent der Landeshauptstadt München, Sara Lugo, niSeÖnkS; Kristin Mansmann, Bioland-Imkerei Berg & Blüte; El Mago Masin, Musikkabarettist und Liedermacher; Ludwig Maurer, Event-Catering; Liane Maxion, Naturata AG; Markus Mitterer, rehap republic e.V.; Allan Mølholm, BoConcept; Hep Monatzeder, Stadtrat; Dr. Petra Mross, Dr. Heindl Tresore GmbH; Jesper Munk, Musiker; Dr. Axel Munz, Angermaier Trachten; Julis Nartey, Musiker; Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin, Staatsminister a. D. und Professor für Philosophie an der Universität München; Harald Nestler, Umweltinstitut München e.V.; Nord Süd Forum München e.V.; Birgit Nössing, Sky-Moderatorin; Dr. Rudolf Nützel, BUND Naturschutz, KG München; Sonja Obermeier, Klinglwirt; Hermann Oswald, EPOS Biopartner Süd; Marion Pancur, The Nuclear-Free Future Award; Carola Petrone, Il Cielo; Ulli Portenlänger, Alter Wirt Grünwald; Chris Pössinger, Agentur Soulfire Artists; Hanna Prausnitz, Deutscher KinderschutzBund OV München; Veronika von Quast, Komikerin; Jacob Radloff, oekom verlag; Viktoria Raith, KulturKonzept; Christian Raith, Eberhard, Raith & Partner; Martin Rasper, o‘pflanzt is! e.V.; Steffen Reese, Naturland – Verband für ökologischen Landbau e.V.; Hannes Ringlstetter, Kabarettist und Musiker; Georg Ringsgwandl, Kabarettist und Musiker; Karin Romeder, eisnkSe Handels GmbH; Helmut Ronstedt, KOKON; Jens Rothfuß, Hagebaumarkt, MBS Baumarkt Service GmbH; Gabi Rothmüller, Regisseurin; Rita Rottenwallner, Festivalleitung Tollwood; Dr. Brigitte Rusche, Akademie für Tierschutz; Sepalot, DJ und Produzent; Marianne Sägebrecht, Schauspielerin; Prof. Dr. Dr. Johann Schäffer, Veterinärmediziner; Rainer Maria Schießler, Pfarrer St. Maximilian; Helmut Schleich, Kabarettist; Dr. Manuel Schneider, oekom e.V., Selbach-Umwelt-Stiftung; Prof. Dr. Ernst Schrimpff, E. F. Schumacher-Gesellschaft für Politische Ökologie e.V.; Thomas Schröder, Deutscher Tierschutzbund e.V.; Jörg Schuchardt, WasserAllianz München e.V.; HA Schult, Aktionskünstler; Karl Ludwig Schweisfurth, Metzgermeister und Unternehmer; Karl Schweisfurth, Herrmannsdorfer Landwerkstätten; Uwe Seemann, PRG; Traudi Siferlinger, Musikerin; Ingeborg Staudenmeyer , Seniorenbeirat der Landeshauptstadt München; Holger Stromberg, Koch der deutschen Fußballnationalmannschaft; Adam Stubley, Bildender Künstler; Gudrun Summers, Ärztin; Heidi Terpoorten, Aktionsbündnis »Stoppt den Saustall«; Harald Ulmer, LVÖ – Landesvereinigung für den ökologischen Landbau in Bayern e.V.; Konstantin Wecker, Musiker und Schauspieler; Stephanie Weigel, Plan Bio e.V., Viola Weiss, Sky- Moderatorin; Michael und Christoph Well, Musiker; Wellküren, Musikerinnen; Josef Wetzstein, Bioland e.V. Landesverband Bayern; Dr. Maiken Winter, WissenLeben e.V.; Giorgio Zankl, Attac München; Tjan Zaotschnaja, Gesellschaft für bedrohte Völker, RG München; Sigi Zimmerschied, Kabarettist; Ute Zurmühl, Ärzte der Welt e.V., …

Pressekontakt: Christiane Stenzel

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