Religion: Dogmenwahn

Dogmenwahn28. Januar 2015 Tectum Verlag
Werner Kubitza

Der Dogmenwahn

Scheinprobleme der Theologie. Holzwege einer angemaßten Wissenschaft

400 S., 19,95 €, Hardcover. ISBN 978-3-8288-3500-9. Homepage

„Es gibt keine seriöse Gottesoffenbarung, sondern es gibt immer nur einen eingebildeten Gott mehr, als jeder Gläubige meint“. Diesen „dogmatischen“ Standpunkt vertritt (un-)passenderweise Heinz-Werner Kubitza in seinem neuen Werk der Dogmenwahn. Scheinprobleme der Theologie – Holzwege einer angemaßten Wissenschaft. Der promovierte Theologe möchte seine selbst erlernte Disziplin ihres Stammplatzes an deutschen Universitäten verweisen, da sie, seiner Meinung nach,  jedweder seriösen Wissenschaft entbehrt. Laut Kubitza fängt es fundamental mit dem nicht beweisbaren Gegenstand theologischer, sei es katholischer oder protestantischer Ausprägung, Aufmerksamkeit an: Gott. Dies versucht er in seinem Buch am Beispiel des dogmatischen (kath.) bzw. systematischen (evang.) Faches und seinem Denken (besser gesagt in den einzelnen Traktaten) als „Insider“ zu belegen und die Absurdität theologischen Forschens offenzulegen.

Als diplomierter Theologe und gläubiger Christ widerspreche ich dieser Ansicht, denn eine an staatlichen Universitäten gelehrte Theologie schützt die Religion durch ein Einlassen auf den wissenschaftlichen Diskurs vor Fundamentalismus und Weltabgewandtheit. Zudem kann es im Bereich der Ethik und des Menschenbildes wichtige Impulse für die offene Gesellschaft anbieten. Dennoch stellt sich die Frage, ob die Wissenschaft des Glaubens staatlich zu finanzieren ist und welche Religionen Anspruch auf eine eigene Fakultät geltend machen können. An Kubitzas Ausführungen sind zwei wichtige wunde Punkte der Theologie angesprochen: Ihr bisweilen absoluter Wahrheitsanspruch und ihre unverständliche, verklausulierte Sprache. Daran müsste gearbeitet werden um eine anschlussfähige Wissenschaft des Gottdenkens weiter zu erhalten/entwickeln. Doch ob es überhaupt eine Zukunft für die Theologie gibt, möge der geneigte Leser selbst nach Lektüre des Dogmenwahns entscheiden. (Max Altmann)

Dr. theol. Heinz-Werner Kubitza ist Inhaber des Tectum Wissenschaftsverlags in Marburg. Er ist u.a. Autor des Buches Der Jesuswahn. Wie sich die Christen ihren Gott erschufen. Die Entzauberung einer Weltreligion durch die wissenschaftliche Forschung. Kubitza ist Mitglied im Beirat der Giordano-Bruno-Stiftung, die sich für Aufklärung und eine humanistische Ethik einsetzt.

Kommentare sind geschlossen.