18.12.14-1.3.15 Terry Winters

Terry Winters18.12.14-1.3.15 Terry Winters. Das druckgeographische Werk 1999-2014. Staatliche Graphische Sammlung München in der Pinakothek der Moderne

Seit über dreißig Jahren hat der Maler und Zeichner Terry Winters (* 1949 in New York) auch als einer der erfindungsreichsten und produktivsten Meister seiner Generation auf dem Feld der druckgraphischen Künste zu gelten. (Terry Winters, Tokyo Notes, 5, 2005 Nr. 5 eines Portfolios von 11 Lithographien Darstellung und Blatt: 52,7 x 76,8 cm. Herausgeber: Kido Press, Tokyo Courtesy the artist and Kido Press, Tokyo Colby College Museum of Art,
Gift of the artist, inv. 2005.021. Fotografie: ULA © Terry Winters)

Die Vorstellung dieses peintre-graveurs war seit Anbeginn intensiv vom Nachdenken über Räume und Systeme jenseits des Sichtbaren geprägt. In sämtlichen von ihm beherrschten Gattungen war Terry Winters schon immer auf der Suche nach einer Metaphysik verborgener Wirkkräfte und Energien, die auch den schöpferischen Prozess transzendieren. Die spezifische Herausforderung, welche die Druckgraphik für Winters bis heute bedeutet, gründet in der engen Verbindung von zu respektierenden Zwängen, die in der Natur des Mediums wurzeln und zugleich in den unerwarteten Freiheiten, die es immer von neuem provoziert.

Es ist nicht nur die enge Interaktion zwischen Zeichnung und Malerei, die das Werk von Winters belebt, sondern seit Jahrzehnten auch diejenige zwischen der Malerei und der Druckgraphik, die als gleichwertige Kraft dieses Werk in einem Maß inspiriert, dass der Künstler zurecht von »cross breeding« zwischen beiden Gattungen sprechen konnte.

Winters’ vor Jahren auf seine Intentionen als Zeichner gemünztes Postulat »invent, test, and play« trifft wie eine Anleitung auch den Kern seines experimentellen Umgangs mit der Druckgraphik. Gemessen an den Usancen des klassischen peintre-graveurs bezieht Terry Winters seine Metamorphosen nicht aus dem Vorgang des Überarbeitens von Platten im Sinne mannigfacher Zustandsdrucke, sondern im spielerischen Erproben von Mechanismen, die Maßstäbe und Muster ambivalent machen und neue Bilder hervorbringen, welche Assoziationen möglichst vieldeutig lassen. Gerade das Medium der Druckgraphik erlaubte es dem Künstler, seinen Transformationen der unterschiedlichsten Codes in neue, sinnliche Bildzusammenhänge durch komplexe Übertragungs- und Druckprozesse jenen unentbehrlichen Grad an Entpersönlichung und Abstraktion zu verleihen.

Nach der Münchner Schau der Zeichnungen von Terry Winters im Jahr 2003 präsentiert die Ausstellung nun mit ca. 150 Blättern sein druckgraphisches Œuvre seit 1999, wobei ein Catalogue Raisonné den Bestand der vergangenen 15 Jahre dokumentiert (mit einem Essay von Michael Semff und detaillierten Werkbeschreibungen von Elisabeth Finch, Colby College Museum of Art, Waterville, Maine, Prestel Verlag, New York).

Die Ausstellung wird in enger Zusammenarbeit mit dem Colby College Museum of Art, Waterville, Maine veranstaltet.
Sie wird anschließend an München vom 18.06.–30.08.2015 im Louisiana Museum of Modern Art, Humlebæk, gezeigt.

Gefördert durch PIN. Freunde der Pinakothek der Moderne e.V. und einem Mitglied des Kuratoriums der Pinakothek der Moderne, das ungenannt bleiben möchte.

Pressestelle der Pinakotheken: Tine Nehler M.A.

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