Kroatien: Reif für die Inseln

Schatzinseln & Endlosküsten

Circa 1200 Inseln gehören zu Kroatiens Adria-Küste © Joachim Simmroß

Beim Blick auf die Landkarte kommt es mir so vor, als hätte der Herrgott einen Eimer goldener Inselsamen in die Adria gekippt und über 1200 vor Kroatien aufgehen lassen. So sind in einem Arbeitsgang rund 4000 km Insel- und 1700 km Festlandküsten gewachsen – Meerblick inklusive. Bewohnt sind nur 47. Istrien ist mit einer Fläche von 3.476 km² die größte Halbinsel an der nördlichen Adria zwischen dem Golf von Triest und der Kvarner Bucht vor Rijeka.

Nach meinem Dubrovnik-Trip 2013 an Kroatiens südlichem Ende, fliege ich heuer auf Istrien-Kvarner Bucht im Norden. Deutsche Besucher haben keine Verständigungsprobleme. Es fällt mir oft auf, dass die Gastgeber ihre Gäste verstehen wollen. Auch das macht Kroatien zu einem idealen Urlaubsland, neben Naturhighlights, historischen Altstädten, Unterkünften in Traumlagen, teilweise noch erfreulichen Preisen… Wer persönliche Probleme mit gelegentlich noch vorhandenem „sozialistischen Mief“ hat,  kann dieses Restrisiko schon im Vorfeld, durch Buchen etwas teurerer Unterkünfte, minimieren. (RS/PTM)

 

Reif für die Inseln

Kroatiens Norden: Istrien-Kvarner Bucht

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Ankommen… und Abfahren – auf die Schönheit

Planmäßige Ankunft Flughafen Pula (von München via Nadir & Zagreb) 16h. Prima! Rasch zum Autoverleiher meiner Wahl. Bei Oryx hängt ein Schild: Wir sind von 7-21h für Sie da. Aber nix da! Man könnte sich den ganzen Tag ärgern aber man kann’s auch sein lassen, fällt mir grad noch rechtzeitig ein. Ich nutze die geschenkte Zeit, tausche Euros in Kuna um, weiterhin die offizielle Währung Kroatiens (seit 2013 EU-Mitglied) und kaufe ein Pršut-Brötchen, das ich zur Einstimmung auf Spezialitäten der Region schon mal mit Genuss verdrücke. 90 Minuten nach Ankunft starte ich den Opel Astra und meine Recherche. Auf geht’s!

Istrien – Kvarner Bucht

Schnell bin ich auf der mautpflichtigen A8 und schon beim Auftauchen des ersten, sensationellen Regenbogens über leeren Straßen (1 Woche vor Pfingsten!) plumpst jeglicher Stress und alle Reste bayerischer Grantigkeit über die vielen Viadukte in die Tiefen der grünen, hügeligen Umgebung à la Toskana.

Cevapcici

Nach ca. 80 Minuten taucht das Abfahrtsschild Opatija auf und weckt  Jugenderinnerungen. Eine Ansage damals war: Um Sechs beim Jugo!, was für Ćevapčići– oder Rasnici im Restaurant Opatija stand, Um Drei im Dolomiti! war die Verabredung zum Eisessen. Gummiadler oder Wiener Wald! war Geheimcode für Hendl-Sättigung von der Stange. Zu der Zeit machten die einen von uns Ferien in Jugoslawien, die anderen in Italien. (Nach Wien fuhr niemand)…

Opatja

Opatja – immer noch beliebt

Mit Vollbremsung fahre ich rechts ran, weil das Wort Aussicht soeben eine neue Dimension erhält. Das Adria-Panorama auf Autobahnhöhe ist atemberaubend, während die Aussichten von Opatija unten am Meer nicht so rosig sind. Der frühere k.u.k.-Liebling und später generelle Urlaubsfavorit vieler kämpft gegen das Erblinden uralten Glanzes.

Rijeka lasse ich vorerst unten liegen und erreiche bald Krk über die mautpflichtige 1450m-Krčki most. Mit knapp 40 km Länge und 20 km Breite ist Krk die längste Insel der Adria an deren nördlichstem Punkt. Sie hat mehr als 200 Strände zu bieten (selten Sand) und Unterkünfte aller Art gibt’s reichlich.  25 km bleiben noch bis zur Inselhauptstadt gleichen Namens Krk und zum Koralji Romantik Hotel, meinem Stützpunkt für 3 Nächte. wie alle Valamar-Lokalitäten ist der Weg sehr gut ausgeschildert. Gottlob, denn das gemietete GPS wurde 2011 zum letzten Mal aktualisiert.

Küstenimpressionen

Küstenimpressionen

Ich finde es naheliegend, auch im Urlaub auf Unternehmen zurückzugreifen, mit denen man gute Erfahrungen gemacht hat. Valamar, der größte Anbieter seiner Art in Kroatien, hat Hotels, Ressorts und Campingplätze in unterschiedlichsten Lagen und Ausstattungen, so dass das Portfolio den meistn Ansprüchen genügen dürfte. Anlässlich eines Dubrovnik-Besuchs im letzten Jahr habe ich Peter Fuchs, den deutschen CEO des Unternehmens, seine Arbeitsweise kennengelernt  und für gut befunden. (siehe auch: Dubrovnik – alles außer gewöhnlich).

Oft sind es Kleinigkeiten, die mich überzeugen. Ein Beispiel: die leidige Sonnenliegen-Story: Gast stellt  Wecker auf 7 h, schlurft zum Pool und belegt mehrere Liegen mit mehreren Handtüchern. Die bleiben da bis Sonnenuntergang – die Handtücher, nicht der Gast nebst Entourage, der gern noch einmal in die Kiste zum finalen Nickerchen schlüpft und irgendwann dann am schönsten Platz auftaucht. Bei Valamar gibt es die Towel-Card (Handtuch gegen Karte), die solches Tun ein kleines bisschen zu regeln versucht. Details für gutes Funktionieren gibt es viele. In der Summe entsteht das Gefühl (das habe ich mir von vielen Gästen bestätigen lassen): alles ist irgendwie stimmig. Man fühlt sich wohl. Auch hier im *** Hotel Koralji, dessen Aussicht von Bar und Restaurant aus ***** verdient!

Augenschmaus-Freunde und Stubenhocker: Zimmer mit komplettem Meerblick buchen. Es gibt auch welche mit halbem: kein Vergleich!). Die Zimmer des Koralji sind einfach und zweckmäßig, Essen ist lecker und reichlich – wie immer in Kroatien! Am Strand gibt es Liegen, Schirme und Snacks gegen Gebühr (Strände fast immer Allgemeingut).

Blick vom Koralji Romantik Hotel

Blick vom Koralji Romantik Hotel

An der Rezeption spricht mich Suzane in perfektem Deutsch an, eine junge Kroatin, die in Deutschland aufgewachsen ist.  Mir ist generell auf der Reise niemand begegnet, mit dem keinerlei Sprachaustausch möglich war. Die Menschen hier lachen auch gern, wenn man ihnen nicht zu blöd kommt und fassen einen manchmal an, um ihre Sympathie zu bekunden. Ich mag das.

Der Tourismus macht 20% des BIP aus. Der größte Urlauberanteil Istrien-Kvarner Buch stammt aus Deutschland, gefolgt von Slowenien, Italien und Österreich.

Gästebuch Koralji:

Gästebuch des Koralji

Krk – vor Fallwinden geschützt

Unterhalb des Hotels führt ein befestigter Küstenweg (nachts beleuchtet) in 10-15 Gehminuten in die Altstadt von Krk.

Krk-Stilleben © RS/PTM

alles easy – in der Altstadt von Krk

Die Hauptstadt der Insel ist ein beschauliches Städtchen dessen historische Altstadt direkt am Meer liegt und durch die Schiffe an viele Attraktionen angebunden ist. Teile der Stadt sind von dicken Festungsmauern umgeben, in denen die Zeit still zu stehen scheint. Während eine der köstlichen hiesigen Strudelspezialitäten meinem Gaumen schmeichelt und ein zufällig anwesender, Klapa-Chor das Ambiente krönt, verfolge ich den Zeiger der 24-Stunden-Uhr am Viereckturm auf der Vela Plaza. 

Neben dem großen Stadttor befindet sich ein Hinweis auf den hiesigen Schutzpatron St. Quirin, dem u.a. eine zweistöckige Kirche aus weißem heimischem Stein geweiht ist. Dann wäre da noch die Kirche der Heiligen Mutter der Gesundheit, das Gotteshaus des Heiligen Franjo und das imposante Kloster. Ein fürwahr gesegnetes Städtchen. Mitbringsel? Kein Problem: Im Tourismusbüro gibt es eine Liste preisgekrönter, als Souvenirs empfohlener Produkte, speziell aus Krk.

Krk Camping Pool mit Adriablick © RS/PTM

Öko-Camping Krk. Pool mit Adriablick

Öko-Camping Krk

Betörende Lorbeer-, Pinien- und sonstige Düfte lullen mich ein, auf dem wildromantischen Küstenweg, der in nur zehn Minuten vom Koralij zu Camping Krk, Kroatiens 1. Öko-Campingplatz führt. Öfters sehe ich mich verstohlen nach Wölfen und Bären um, die es auf der Insel noch geben soll. Jedenfalls avisiert die Speisekarte von Lovačka konoba in Malinska Bärenschnitzel. Mir begegnet nichts Animalisches, von leuchtend grünen Eidechsen auf heißen Felsbrocken und ein paar muffligen Zeitgenossen einmal abgesehen.

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Öko-Krk liegt zum Meer mit Fels- und Kiesstrand hin abfallend. Da ein Bad in der Adria zu dieser Jahreszeit eher etwas für Hartgesottene ist, von denen sich einige im Wasser tummeln, lobe ich mir den beheizten Pool mit Adriablick. Teile der Stellplätze sind so in alten Baumbestand integriert, dass man von der Campingbehausung aus sowohl in Feigen und Oliven als auch  ins Gras beißen kann, während in anderen Bereichen des Platzes Solarzellen auf Wohnwägen Sinn ergäben. Öko-Krk, der zuvor FKK-Politin war ist nunmehr Textilcamping. Am Strand nebenan fallen aber weiter die Hüllen. In Kroatien ist FKK noch überall erlaubt, sofern man sich ein bisschen abseits positioniert. FCK gibt es leider nicht: Freicampingkultur ist generell verboten!

Schiffsexkursionen durchs Inselreich

Die TajanaKrk ist schon gut besetzt, als ich kurz vor Abfahrt eintreffe. Beim Auslaufen wird Travarica serviert, bei bester Aussicht auf Altstadt und den Campingplatz Jezevac, der sehr weitläufig ist mit Strandanteil aber vermutlich nichts für Freunde des lauschigen Campens.

Tajana Krk

Der Schnaps heizt mir ein, das Boot schippert leise: Kvarner Inselwelt, wir kommen: Rechts Cres vergleichbar groß wie Krk links, wo auch das mit 145 km längste Gebirge Kroatiens auftaucht: Verleibt u.a. für seine Höhlenforschung bekannt. Volle Kraft voraus unser erstes Ziel Rab. Auch vor dem Kapitänshäuschen eine Insel der Glückseligkeit: Ein betagter Bosnier, der unter Hitler ‚Heim ins Dt. Reich‘ katapultiert wurde, wollte im Urlaub mal alte Heimat schnuppern. „Ich spür echt was“ schwärmt er mehrfach. Zu viel mehr kommt er nicht, weil ihm die Gemahlin aus der Rhön jedes Wort im Mund umdreht und die Geschichte neu erfindet. Während wir bereits im 4-Türme-Städtchen Rab, mitten in der 500 m langen Altstadt einlaufen, betont er nochmal trotzig: „Ich spür was!“

Supermarkt

Ein Supermarkt. Auch Lidl ist schon da

(siehe auch: Istrien & Kvarner Bucht: Ein Gedicht!).

Milan TatjanaPaški sir

Unsere hübsche Bootshostess Tatjana (im Bild links mit Kapitän Milan – Foto rechts der Pager Bauer, der Paški sir zum Kauf anbietet)  hat nach dem Bosnienkrieg 5 Jahre in Ingolstadt die Grundschule besucht und erklärt uns das Städtchen Rab in perfektem Deutsch. Mit einem schrillen Aufschrei wechselt sie unvermittelt ins Kroatische über und beschimpft den grinsenden Gärtner, der den Rasensprinkler unter ihr aktiviert hat, zur allgemeinen Erheiterung.

Es gibt drei parallel zum Hafen verlaufende Straßen, jeweils 500m lang: Kirchen-, Einkaufs- & Hafen- bzw. Kneipenstraße. Rab war lange Zeit Bischofssitz. Im Benediktinerkloster, eines der ersten seiner Art, in der oberen Straße, leben noch 98 Nonnen in Klausur, die jüngste 25 Jahre. Zehnmal täglich beten und zeitlebens nicht ausgehen sieht ihr Programm vor. Sie produzieren kleine Andenken, die man im winzigen Shop kaufen kann.

Rab

Rab, das 4-Türme-Städtchen

3 Campingplätze gibt’s in Rab und an einem der  Strände soll FKK erfunden worden sein, von King Edward und Lady Simpson, die erstmals in der kroatischen Geschichte am Strand die Hüllen fallen ließen. Das hat Schule gemacht und ist bis heute im ganzen Land so geblieben.

Auch hier, wie in jeder der steinalten Städtchen auf meiner Tour, berührt mit der Spaziergang durch die alten Mauern, wo das Konsummonster noch schläft.

Zwei Stunden später wird an Bord gespeist: frisch gebratene Makrele, Hühnchen, Krautsalat mit Wein, Apfelsaft, Wasser: Sehr lecker!! Und alles in 36 € enthalten. Unschlagbar für einen all inclusive Tagesausflug. Da sollte man beim Trinkgeld nicht sparen!

Frischer Fisch

Speisen mit frischem Fisch

Alsbald stürzen sich Möwen pfeilgerade auf zugeworfene Essensreste. Zwei Passagiere bieten Fischstückchen als Fingerfood an, was die Möwen missverstehen, in beides reinbeißen und blutige Ein- und Abdrücke hinterlassen. Eine Mordsstimmung herrscht an Bord, untermalt von kroatischen Klängen, als wir in Pags Norden anlegen, bei den Olivengärten von Lun.

Uralte Olivenbäume

Der Weg ist steinig und die Gruppe schon etwas promillent: Noi, do geh i sicher net  auffi, des woiß i gwiß! Doch dieser unwillige Gesell hat nicht mit dem Elan seiner Begleitung gerechnet, die ihn vorwärts schubst. Von irgendwoher erklingt Ein Schiff wird kommen, während alle fasziniert auf die wilden, teils angeblich bis zu 1600 Jahre alten Olivenbäume starren, die es sonst nur noch in Griechenland und Israel geben soll.

Auf dem Rückweg zum Boot kann Öl, Slivovitz und der würzige, international bekannte Inselkäse Paški sir gekauft werden.

Bis zur Abfahrt ist noch ein wenig Zeit, die für ein Bad in der Adria oder einen Drink in der Hafenkneipe genutzt wird. Die meisten gehen zurück an Bord und bald legen wir los, Richtung Heimathafen. Die Panoramafahrt an der Küste entlang führt am Goldstrand vorbei und bringt uns gegen 18h, nach einem sehr schönen Tag, zurück in die Altstadt von Krk.

Poreč, Venezianische Skyline

Poreč, Venezianische Skyline

Vergleichbare Exkursionen (FischPicknick) gibt es auch in anderen touristischen Küstenorten, u.a. Opatja. Eine habe ich von Istriens Urlaubsfavorit Poreč (Unesco Kulturerbe mit der berühmten Euphrasius Basilika und venezianischer Skyline) aus gemacht, nach VsarRovinji und Limski-Kanal. Auch hier: interessante Eindrücke, Spaß und gute Unterkünfte (z.B. das Valamar Zagreb

2011 Zagreb Hotel Pool

Zagreb Hotel. Adria-Blick nur von ganz oben

… mit hervorragendem Dinner Büffet oder das derzeit neu entstehende Fortuna Island Hotel auf der kleinen Insel Sv. Nikola vor Poreč).

Camping Lanterna ist  ein sehr schöner, obwohl riesengroßer Platz, wo man mit Vierbeinern einen eigenen Strand- und Wohnbereich hat und wo es  Glamping, den neuen Trend des Glamour Campings gibt.

Camping Lanterna: Glamping - der neue Trend

Camping Lanterna: Glamping – der neue Trend

Insgesamt empfinde ich diese Seite Istriens gleich unterhalb von Italien/Triest touristischer, als die Kvarner Bucht mit der Insel Krk, meinem persönlichen Favoriten.

Hafenstadt Rijeka

Hafenstadt Rijeka – Kvarner Bucht

Rijeka

Endziel meiner Reise ist die schöne Hafenstadt Rijeka. Am Bahnhof stelle ich meinen Koffer im Schließfach ein (24 Std. für umgerechnet 2€.) Münzen bekomme ich bei der Kioskfrau, ohne Murren und Kaufzwang. In München traut man sich so eine einseitige Dienstleistung schon lange nicht mehr zu erbitten. Der Markt ist heute, am Pfingstsonntag, zu meiner großen Freude noch geöffnet! Das gibt mir Gelegenheit, noch ein wenig herumzustrolchen, einen schwarzen Kaffee im ersten Stock einer Halle zu schlürfen, die Marktleute zu beobachten und den Klängen ihrer Worte zu lauschen, die ich leider nicht verstehe. Zwischen 12 und 13h wird aufgeräumt und die umliegenden Kneipen beleben sich. Ich mache noch einen kleinen Stadtrundgang und werde am Nationaltheater fast von Tauben aufgefressen, die sich in wahren Klumpen auf das Futter eines alten Mannes stürzen, der sich mit Händen und Füßen erklärt… Hitchcock lässt grüßen.

Rijeka Nationaltheater-Monstertauben

Hitchcock lässt grüßen…

Bald lande ich in einer Konoba mit Blick auf den Hafen und auf die Policija, die mit Stopp-Kelle so manche herauswinkt. Da bin ich aber sowas von froh, dass ich den Astra längst bei Oryx am Hafen abgeliefert habe, wie vorgeschrieben: vor 12h und mit halbvollem Tank (!)

Das Peka-Gericht ist lecker. ispod peke (unter der Peka) zusammenkommen heißt in Kroatien soviel wie anderswo gemeinsam Grillen und auf traditionelle Art Fleisch mit frischem Gemüse im Peka-Topf unter einer Glocke garen. Den Hauswein, einer von Kroatiens köstlichen Roten, kann ich jetzt entspannt genießen und mich gemütlich in den Abend süffeln, geplante Zugabfahrt: 21.40h. Eigentlich wollte ich noch Pasta mit den legendären weißen Trüffeln aus Istrien genießen. Aber die frischen gibt’s erst im Herbst und aromatisiertes Trüffelöl schmeckt mir schon daheim nicht.

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Randimpressionen

Prototyp Maffioso sitzt am Tisch vor mir: in den 60ern, dick, Sonnenbrille, öliges Haar. Passt von Glas zu Glas besser in mein Raster bewährter Vorurteile.

Das kommt davon, wenn man liest, so wie ich gerade über italienische Clans der Maffia, die in Kroatiens Norden aktiv sein sollen. Über die weiter südlich will ich gar nicht erst spekulieren.

Unvermittelt springt er auf, rennt zu seinem feuerroten Oldtimer am Straßenrand, lässt ihn aufheulen, kommt zurück und verhandelt kurz und heftig mit einer Rothaarigen. Er muss meine bohrenden deutschen Blicke im Rücken gespürt haben, denn beim Verlassen der Kneipe sagt er auf Deutsch zu mir: „Auf Wiedersehen, wie geht’s?“ Dann steigt der Oldy in den Oldtimer und fährt aufheulend davon…

Abschied

Mir ist auch zum Heulen zumute… Jetzt nicht, weil das Objekt meiner Beobachtung weg ist! Wehmütige Abschiedsstimmung versucht sich in mir breit zu machen, wird aber sofort verscheucht.

Nach der guten Dubrovnik-Erfahrung im Süden habe ich mich jetzt auch am anderen Ende Kroatiens, in Istrien & Kvarner Bucht sehr wohl gefühlt und werde zukünftig ganz sicher  öfters mal  ein bisschen über Italiens Rand hinausfahren…

Information: Kroatische Zentrale für Tourismus
> Anreise nach Kroatien mit dem Auto
Literatur: 2014 Trescher Verlag, Koeffler/Jacolb, KROATIEN: Unterwegs zwischen Istrien, Slawonien und Dalmatien450 S., 16,95 €, 300 Farbfotos, 31 Stadtpläne und Übersichtskarten, Klappkarten, ISBN 978-3-89794-240-0
 
Fortuna Island

Fortune Island wird derzeit zur traumhaften Valamar-Destination ausgebaut

Nachtrag:

verkehrsschild-0021.gif von 123gif.deBus oder Bahn – das ist keine Frage

Um ausgeruht daheim anzukommen hatte ich mir für ein Liegewagen-Ticket für den Nachtzug Rijeka-München gekauft. Offizielle DB-Auskunft der Nachtzug geht definitiv von Rijeka bis München durch. In Realität erfährt man erst bei Abfahrt, dass derzeit zwischen Ljubljana und Rijeka Ersatzbusse verkehren. Die Reisenden werden unterwegs zweimal umverfrachtet und von 21.40h bis Mitternacht durch kurviges Landstraßen-Gelände berg- und talwärts kutschiert, um von allen an der Strecke liegenden Bahnstationen Gäste einzusammeln. Meine Erfahrung stammt von der Nacht: Pfingstsonntag auf Pfingstmontag 8.-9.5.14: Wären die Kunden aufgeklärt, würde kaum jemand diese Art der Rückfahrt wählen! Es gibt zu günstigeren Preisen durchgehende Busse zwischen Rijeka und München. Meine Reklamation an den Fahrgastservice wurde 6 Wochen liegen gelassen und danach kam ein formloser Brief…



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