Ludwig der Bayer. Wir sind Kaiser!

Montag, 4. August 2014, 12.30 Pressetermin Kaiser Ludwig und die Bäcker vor dem Däntl-Haus im Tal 15. Im Rahmen der Bayerischen Landesausstellung 2014 „Ludwig der Bayer. Wir sind Kaiser!“ (Regensburg 16.05.-02.11.14. (Haus der Bayerischen Geschichte)

presseterminLudwig der Bayer wurde einst in der Schlacht von Mühldorf von Bäckerknechten gerettet. Daran erinnern am 04.08.2014 in München vor dem ehemaligen Bruderschaftshäusl der Bäcker-Innung (v. l. n. r.) Heinz Hoffmann, Bäcker-Innungs-Obermeister, Bäckerlehrling Luisa Beck und der bayerische Kunstminister Dr. Ludwig Spaenle © Haus der Bayerischen Geschichte, Foto: Viviana D‘Angelo) und stellen ein originelles Werbemittel für die Bayerische Landesausstellung „Ludwig der Bayer. Wir sind Kaiser!“  vor.  In einigen Bäckereien gibt über den Sommer Gebäck in Ludwig-Tüten. Die Vorderseite ziert das Motiv der Bayerischen Landesausstellung in Regensburg, auf der Rückseite kann man die sogenannte „Bäcker-Sage“ nachlesen.

Gedenktafel (Foto unten: © Günter Teppich) Die Inschrift auf der Gedenktafel am Däntl-Haus in München lautet: „Hier neben stand das Haus welches Kaiser Ludwig der Bayer der Bäckerbruderschaft schenkte weil die Bäckerknechte in der Schlacht bei Ampfing am 28. September 1322 ihm das Leben gerettet“. Die Renovierungsarbeiten, beauftragt von der Bäcker-Innung München Landsberg, wurden gerade abgeschlossen.

Bruderschafts-DäntlhausKaiser Ludwig der Bayer hatte eine besondere Beziehung zu München, um die sich zahlreiche Legenden ranken. Die Herzogsstadt gehörte zu seinen bevorzug­ten Aufenthaltsorten. Kunstminister Dr. Ludwig Spaenle, Bäcker-Innungs-­Obermeister Heinz Hoffmann und Natascha Zödi-Schmidt, Leiterin der Stabstelle Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Hauses der Bayerischen Geschichte, erinnern heute an eine besonders schöne Geschichte aus dem Mittelalter: Am Däntl-Haus im Münchner Tal zeugen ein lebensgroßer Pöckhenknecht und eine frisch restaurierte Inschrift davon, wie tapfere Bäcker vor siebenhundert Jahren ein Stück weit Weltgeschichte schrieben.

Kunstminister Dr. Ludwig Spaenle betont die wichtige Rolle, die Ludwig der Bayer für Mün­chen gespielt habe: „Von dieser Bedeutung zeugen zahlreiche Privilegien, die Ludwig der Stadt verlieh, wie beispielswiese das Salzprivileg. Diese Privilegien führten zu einem Aufblühen von Handel und Gewerbe in der Stadt. Dass er vielen kritischen Denkern jener Zeit Unterschlupf gewährte, machte München für einige Jahre sogar zur philosophischen Weltmetropole.“ Weltoffen war die Stadt schon immer – das könne man auch an der Sprache se­hen, so der Minister: „In München sagte man früher Stranizn zur  Bäckertüte – ein Begriff, der aus dem Russischen kommt.“

„Stranizn“ werben für die Bayerische Landesausstellung
Eben jene „Stranizn“ sollen auch die Münchner in die Bayerische Landesausstel­lung „Ludwig der Bayer. Wir sind Kaiser!“ nach Regensburg locken: Bäckereien in und um München, die der Innung angeschlossen sind, verkaufen ab jetzt Brezen und Gebäck auch in kaiserlichen Tüten. Die Vorderseite ziert das Plakatmotiv mit dem Antlitz Ludwigs, auf der Rückseite kann man die so genannte Bäckersage nachlesen.

Ludwig der Bayer (1282/86 – 1347) schaffte den zu seiner Zeit unglaublichen Aufstieg vom nachgeborenen Herzogsohn zum Kaiser. Ein Meilenstein auf dem Lebensweg des Wittelsbachers war die Schlacht von Mühldorf 1322, in der er gegen die Habs­burger kämpfte. Ein Drama, das Ludwig den Bayern fast das Leben gekostet hätte: Von den Pfeilen der ungarischen Bogenschützen schwer verwundet, brach sein Pferd zusammen und Ludwig IV., damals noch König, stürzte zu Boden. Sofort wurde er von den Feinden umzingelt, doch gerade noch rechtzeitig stürmten Münchner Bäckerknechte (Pöckhenknechte) hinzu und halfen ihm auf ein anderes Ross. Ludwig war gerettet und besiegte seinen Konkurrenten um die Königskrone, seinen Vetter Friedrich den Schönen. Stolz weist Bäcker-Innungs-Obermeister Heinz Hoffmann auf den Lohn für die tapferen Gesellen hin: „Seitdem dürfen die Bäcker in Ihrem Wappen den Reichsadler führen. Ludwig der Bayer schenkte ihnen außer­dem das Bruderschaftshäusel im Tal 15, dort steht inzwischen das sogenannte Däntl-Haus.“ Skulptur und Gedenktafel am Gebäude hat die Bäcker-Innung  München und Lands­berg in diesem Jahr restaurieren lassen. Der triumphale Einzug Ludwigs in die Stadt München nach der Schlacht sei heute noch auf dem Fresko am Isartor zu sehen.

 

 

 

 

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