Buch/Audio: Der Dritte Mann

Mandelbaum Verlag, Greene/Haider, Der Dritte MannMai 2014 Mandelbaum Verlag
Graham Greene, Georg Haider

Der Dritte Mann

Orson Welles‘ Schatten für Kriminalklangensemble. Norbert Gastell − Stimme

1 CD im gebundenen Klangbuch (32 Seiten), 18 x 13. 24.90 €, 35.50 sFr., ISBN: 9-783-85476-434-2 Stimmen: Anne Bennent, Musik: Akkordeon: Otto Lechner Oud: Marwan Abado, Blasinstrumente: Georg Graf, Cello: Melissa Coleman, Theremin: Pamelia Kurstin, Gitarre: Karl Ritter, Perkussion: Peter Rosmanith.

Anfangs war ich versucht, den „Hörgenuss“ (den ich nicht gleich als solchen empfand) abzuwürgen, bin aber aus Neugier doch mit einem Ohr dran geblieben. Nach kurzer Zeit war ich fasziniert, mit zwei Ohren und allen Sinnen dabei und letztlich von der Qualität dieses Dritten Mannes überzeugt… Rena Sutor/PTM

Spannende Handlung, knappe Sprache und eine beklemmend dichte Atmosphäre  das sind die Zutaten, die Graham Greenes Roman kennzeichnen. International berühmt machte den Roman die Verfilmung. Greene wurde in den 50er Jahren aufgrund seiner illusionslosen Sachlichkeit neben Autoren wie Sartre und Hemingway gestellt. Dass seine Sprache nichts von ihrer Wucht eingebüßt hat, unterstreicht die Produktion des Kriminalklangensembles.

Der Komponist Georg Haider stellt dem Text einen musikalischen Kontrapunkt entgegen, der in seinem pulsierenden Gestus den Text atmosphärisch auflädt und beides  Musik wie Text  eindringlicher wahrnehmen lässt. Haider unterteilt seine Komposition in 15 Nocturnes, die nuanciert die Stimmung der Wiener Nachkriegsszenerie einfangen. Einzigartig ist die Verwendung eines Zitherquartetts, das völlig neue Assoziationen zur legendären Zithermelodie von Anton Karas erweckt. Mit Reinhilde Gamper, Georg Glasl, Martin Mallaun und Gertrud Wittkowsky hat sich die gegenwärtige Spitze der europäischen Zitherzunft versammelt. Gleichermaßen virtuos ergänzen Michael Büttler mit dem solistischen Altposaunenpart und Matthias Würsch am Schlagzeug das Kriminal­klang­ensemble bei seiner Interpretation der windig-vertrackten Musik.

Die Stimme von Norbert Gastell, bekannt als Synchronsprecher von Homer Simpson, durchdringt ohne Effekthascherei in jedem Moment die intellektuelle und emotionale Ebene des Romans. Seine Erfahrung aus 60 Jahren Theater, Film und Hörspiel wird hier spürbar.

Leitung und Textbearbeitung: Matthias Warzecha

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