15./16.6.14 Stadtgründungsfest

menschen-musik-0030.gif von 123gif.deSchlussbericht des Münchner Stadtgründungsfestes 2014: Stadtgeburtstag mit Besucherrekord

Münchner Stadtplaner Am 14. und 15 Juni 2014 feierte die Landeshauptstadt München mit dem Stadtgründungsfest ihren 856. Geburtstag. Unter dem Motto „Geburtstagsfieber“ stieg eine heitere Geburtstagsparty mit Musik und Tanz, Sport und Spiel, Brauchtum und Handwerkskunst zum Anschauen, Zuhören und Mitmachen. Das abwechslungsreiche Programm für alle Generationen fand großen Anklang. Bei idealem Volksfestwetter besuchten nach Schätzung des veranstaltenden Referats für Arbeit und Wirtschaft der Landeshauptstadt München insgesamt rund 550.000 Gäste das große Bürgerfest in der Münchner Innenstadt. Damit wurde beim Stadtgründungsfest ein neuer Besucherrekord aufgestellt.

Nach der offiziellen Eröffnung durch Bürgermeisterin Christine Strobl am Samstag genossen die Geburtstagsgäste das Feiern im Freien. Fans von Schülerbands, A-cappella-Chören und Rock ’n‘ Roll kamen zur großen Showbühne am Marienplatz. Am Sonntag feierte vor dem Rathaus der Isargau – Bayerische Heimat- und Volkstrachtenvereine Sitz München e.V. sein 95jähriges Bestehen mit Gottesdienst und Brauchtumsdarbietungen. Mit „Das ist München!“ wurde ein Bogen vom klassischen Volkssängertum bis zur jungen hiesigen Musikszene geschlagen. Die „lebenden Werkstätten“ der Münchner Innungen im Handwerkerdorf am Odeonsplatz zogen besonders Einheimische an. Den Alten Hof bevölkerten die Kinder und spielten mittelalterliches Stadtleben nach. Der Kunsthandwerker- Parcours über Theatiner- und Residenzstraße bis zum Marienhof verführte wie auch der Trachtenmarkt in der Rosenstraße zum Flanieren und Shoppen. Auf der „Grünen Insel am Rindermarkt“ traf erfolgreich irische auf bayerische Volksmusik. In der Weinstraße umlagerten viele Geburtstagsgäste die Münchner Schule für Bairische Musik, die zu Gesang und Tanz aufforderte. Mitmachen war angesagt. So waren auch die Française-Tanzkurse im Alten Rathaussaal sehr gut besucht. Am Sonntag nutzten Workout-Willige die Sportmeile für Jung und Alt in der Fußgängerzone. Bei den „KulturVerstrickungen“, zu denen ebenfalls am Sonntag am Marienhof aufgerufen wurde, tauschten sich Strickbegeisterte aus vielen Ländern untereinander aus.

Zentraler Feierplatz und guter Ausgangspunkt für einen Bummel über das Festgelände ist der Marienplatz mit der großen Showbühne. Dort präsentieren sich am Samstag Schulbands aus München und dem Umland als „Newcomers!“. Big Bands laden von klassisch bis Avantgarde zum Swingen ein. Am Sonntag heißt es vor dem Rathaus wieder: „Volksmusik grüßt VolXmusik“. Auf der „Grünen Insel“ am Rindermarkt kommen Irland- Fans auf ihre Kosten. Gwand und Brauchtum stehen im Mittelpunkt des Trachtenmarkts in der Rosenstraße. In der Weinstraße gleich hinter dem Rathaus spielen die Musikantinnen und Musikanten der Münchner Schule für Bairische Musik auf und laden zum Mitsingen ein. Die Münchner Handwerker feiern am Odeonsplatz den Stadtgeburtstag und zeigen in lebenden Werkstätten ihre Arbeit. Kinder dürfen im Alten Hof mittelalterliche Stadtgeschichte hautnah erleben. An den Verkaufsständen in Theatiner-, Residenz- und Schrammerstraße bieten Kunsthandwerker ihre Kreationen an. Alle Geburtstagsgäste, die sich aktiv bewegen wollen, können am Samstag im Alten Rathaussaal am Münchner Française- Tanzkurs teilnehmen oder am Sonntag bei der Aktion „Sport & Spiel“ in der Fußgängerzone die Muskeln spielen lassen.

Das große Open-Air-Stadtfest erinnert an den „Augsburger Vergleich“ vom 14. Juni 1158, mit dem Kaiser Friedrich Barbarossa auf dem von ihm einberufenen Reichstag die Streitigkeiten zwischen Herzog Heinrich dem Löwen und dem Bischof von Freising um die Verlegung der Salzstraße beilegen konnte. Mit dem Augsburger Vergleich wurde „munichen“ erstmals urkundlich belegt.

Die Eröffnung am Marienplatz
Ab 10 Uhr stimmt die Münchner Band „The TroubleShooters“ auf die Geburtstagsfeier ein. Die 13-köpfige Formation hat sich dem Soul verschrieben und covert die heißesten Hits ab den sechziger Jahren bis hinein in die Neuzeit: Wilson Pickett, Aretha Franklin und die Blues Brothers lassen grüßen. Nach dem Elf-Uhr-Läuten des Glockenspiels am Rathausturm eröffnet Oberbürgermeister Christian Ude offiziell das Stadtgründungsfest. Hier schlägt’s 13, wenn die historischen Moriskentänzer akrobatische Volten schlagen, die Drum-Stars ihre Trommelschlägel wirbeln lassen und zum guten Schluss die Böllerschützen vom Rathausbalkon und vom Alten Peter den Beginn des Stadtfestes krachend vermelden.

Programmhöhepunkte auf der Bühne am Marienplatz
Newcomers! – Bühne frei für den musikalischen Nachwuchs, heißt es zunächst am Samstag (12.10-15 Uhr): Die „Blechquinten“, Bundespreisträger bei „Jugend musiziert“ aus Höhenkirchen- Siegertsbrunn, die „King Louis Big Band“ des Städtischen Luisengymnasiums München und das Jugendblasorchester des Musikvereins Eichenau e.V. zeigen ihr Können. Der Nachmittag und Abend stehen ganz im Zeichen des Big Band-Sounds der Swing-Ära bis heute. Das Repertoire der großen Orchesterformationen auf dem Marienplatz reicht von den Klassikern des Jazz mit „Groove Hospital“, der Münchner Ärzte-Big Band, bis zur gehobenen Tanz- und Unterhaltungsmusik mit dem „Orchester Klaus Ammann“, das die Geburtstagsgäste bis 23 Uhr swingen und grooven lässt. Mit der Monika Roscher Big Band tritt ein Shooting Star-Orchester am Stadtgründungsfest auf. Mit dem Diplomabschlusskonzert von Monika Roscher 2010 an der Münchner Musikhochschule schlug die Geburtsstunde dieser Indie-Big Band, die sich nicht dem traditionellen Swing à la Count Basie verpflichtet fühlt, sondern der zeitgenössischen Elektro- und Triphop-Szene.

Durch das Samstagsprogramm auf der Bühne am Marienplatz führt Tanja Gronde.
Das Miteinander der Christen in München zum Ausdruck zu bringen, ist Ziel des ökumenischen Gebets für die Stadt, das die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in München unter dem Motto Gegründet in Liebe“ am Sonntag, 11-12 Uhr, gestaltet. Erzpriester Apostolos Malamoussis (Griechisch-Orthodox), Pfarrer Gottfried Segnitz von Schmalfelden (Evangelisch-Lutherisch), Pfarrer David W. Theil (Römisch-Katholisch), Pastor Bernd Densky (Evangelisch-Freikirchlich) und weitere Vertreter aus 24 in München existierenden christlichen Kirchen beten gemeinsam mit den Gästen des Stadtgründungsfests um den Segen Gottes für das Leben in der Stadt. Musikalisch gestaltet wird das Gebet von der Äthiopisch-orthodoxen Tewahdo Kirchengemeinde München.

Zünftig aufgespielt wird bei Volksmusik grüßt VolXmusik am Sonntag ab 13 Uhr. Es beginnt mit den „Riadara“ aus Bad Kohlgrub, die mit Polkas, Walzer und Märschen einen musikalischen Geburtstagsgruß aus den Ammergauer Alpen überbringen. Unplugged und ohne Noten wie für echte Wirtshausmusikanten üblich, bringen „Hädidadiwari“ mit Herzblut und Temperament Bodenständiges bis Wildromantisches zu Gehör. Traditionelles bayerisches Brauchtum präsentieren die „Heimat- und Trachtvereine Isargau e.V.“. Mit der „Wastl Fanderl Schule“ gibt es eine Singstunde auf dem Marienplatz, bei der die Geburtstagsgäste zum Mitsingen lustiger Lieder und Gstanzln aufgefordert werden.

Mitten ins Herz und in die Beine treffen „Jodelfisch“, die durch die musikalischen Weltgewässer von der heimatlichen Isar bis zum Schwarzen Meer schwimmen und dabei auch mal fremdsprachig jodeln. Als eine „Stubenmusik-Jazz-Pop-Boyband mit 169 Saiten“ bezeichnet sich das „Lanzinger Trio“, das die traditionelle Saitenmusikbesetzung mit Zither, Hackbrett und Gitarre mit kompositorischem Einfallsreichtum und virtuoser Spielfreude neu belebt und Volksmusik mit modernen Rhythmen anreichert. Gemütlicher Stubenrock und groovige Landler mit Zither, Steirischer und Percussion sind Markenzeichen von „d’Housemusi“ mit einem Repertoire von traditioneller Hausmusik bis hin zu Rock-Covers mit bayerischen Texten.

Der Sonntagabend gehört den „Balkanauten“ und ihrer internationalen Tanzmusik mit bayrischen Akzent. Rumba und Reggae, Polka und Pogo gehen hier eine Synthese ein und mit Tuba, Trompeten, Trommeln, Akkordeon, Gitarre und kraftvollen Stimmen heizt die bunte Truppe zum Ende des Stadtgeburtstags noch einmal richtig ein.

In Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Rundfunk führt am Sonntag die bekannte Bayern Plus-Moderatorin und ausgewiesene Volksmusikkennerin Evi Strehl durch das Programm.

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