Europäisch-Russischer Industriellentisch

flagrusslandeuropaanim2b14.-15.11.13 Tagung der Arbeitsgruppe für Bauindustrie des Europäisch-Russischen Runden Tisches der Industriellen

Vom 14. bis 15. November in München (Deutschland) fand unter dem Vorsitz von Nikolay Koshman die Tagung der Arbeitsgruppe für Bauindustrie des Europäisch-Russischen Runden Tisches der Industriellen statt. Auf der Tagesordnung standen Fragen über die Schaffung einer attraktiven Umgebung für die Umsetzung von Investitionsprojekten, die Ausarbeitung des Instrumentariums der öffentlich-privaten Partnerschaft und die Entwicklung der Russisch- Europäischen Beziehungen.

An der Tagung der Arbeitsgruppe nahmen Vertreter russischer und europäischer öffentlicher Institutionen, universitärer Fachbereiche, sowie Bauunternehmen mit umfangreicher Erfahrung auf dem russischen Markt teil.

Am ersten Tagungstag hielt Andrey Grozov, der Generalkonsul der Russischen Föderation in München, die Begrüßungsrede an die Teilnehmer. Herr Grozov betonte die Bedeutung der Russisch-Europäischen Beziehungen für beide Seiten. Laut dem Generalkonsul entwickelt sich die Handels-Investitionszusammenarbeit zwischen den Seiten sehr dynamisch, etwa 50% des russischen Außenhandels entfällt derzeit auf die Europäische Union. Gleichzeitig haben die Russland-EU Beziehungen ein großes Potenzial für weitere Entwicklung, welches es noch umzusetzen gilt.

Herr Nikolay Koshman, der Co-Vorsitzende der Arbeitsgruppe für Bauindustrie des Europäisch-Russischen Runden Tisches der Industriellen, wies auf die positiven Entwicklungen im Bereich der Verbesserung des Investitionsklimas in Russland hin und formulierte die vor der Arbeitsgruppe stehenden Aufgaben in der Förderung der Umsetzung konkreter Projekte in Russland und der EU, einschließlich der Heranziehung europäischer Investitionen und Technologien für regionale Projekte. Der Präsident des Verbandes für Bauindustrie der Russischen Föderation erzählte über die Regierungspläne der Umsetzung eines ganzen Portfolios von Infrastrukturprojekten, über die Gesetzgebungstätigkeit, einschließlich im Bereich der öffentlich- privaten Partnerschaft, sowie über die jüngsten Veränderungen in der Struktur der Exekutivorgane und die Gründung des Ministeriums für Bau und Wohnungs- und Kommunalwirtschaft der Russischen Föderation.

Während der Tagung teilten die Teilnehmer von europäischer Seite ihre Erfahrung in der Umsetzung von PPP-Projekten in der EU mit. Den Vortrag hielt Dietmar Wiegand, Leiter des Fachbereichs für Projektentwicklung und -Management der Technischen Universität Wien, in dem er über anwendbare Verfahren in der Finanzierung und Subventionierung der öffentlich-privaten Partnerschaften in der EU, sowie über aktuelle Trends in der Entwicklung von Projektstrukturen erzählte.

Wolfgang Meyer, Leiter für strukturierte Finanzierung, Projektfinanzierung, PPP/Infrastruktur der DZ Bank, erzählte über die Bankenerfahrung bei der Finanzierung von Infrastrukturprojekten in der EU und Russland.

Über die Erfahrung in der Umsetzung von Bauprojekten europäischer Unternehmen in Russland erzählte Steffen Sendler, Geschäftsführer von Drees & Sommer Russland. Abgesehen von üblichen Praxisproblemen mit welchen Bauunternehmen in Russland konfrontiert sind, erwähnte Herr Sendler die Schere zwischen den verschiedenen Arbeitsphasen: Ermittlungs- und Vorarbeiten, Vorbereitung der Projektdokumentation und Bauarbeiten.

Anastasia Kalmykova von Institut für Gesetzgebung und vergleichende Rechtswissenschaften bei der Regierung der Russischen Föderation, erzählte den Tagungsteilnehmern über die Veränderungen in der russischen Bauregulierung, die unter anderem mit den Integrationsprozessen verbunden sind. Darüber hinaus erzählte die Vortragende über die vorbereiteten „Road Maps“, Gesetzesvoralgen und laufende Aktivitäten zur Verbesserung des Investitionsklimas.

Der Vertreter des Deutschen Industrie- und Handelskammertages DIHK Tobias Baumann erzählte über die deutsche Wirtschaft in Russland. Nach Angaben des DIHK ist die deutsche Business-Community in Russland die größte europäische Community: derzeit sind ca. 6.100 deutsche Unternehmen in Russland tätig. Zu den wichtigsten Interessen der deutschen Wirtschaft in Russland zählen die Frage der Lokalisierung der Produktion und die Priorität dieser Problematik gegenüber der Verzollung von Lieferungen aus Europa.

Gabriele Engel, Ministerialrätin der obersten Baubehörde des Bayerischen Staatsministeriums des Innern, ist unmittelbar auf die PPP-Projekte in Bayern eingegangen. Die Erfahrung der Umsetzung von derartigen Projekten in Bayern zeigte solche Optionen wie nachhaltige Partnerschaften, Ergebnisorientierung der Auftragnehmer und Qualitätsverbesserung im Bau. Es existieren allerdings Risiken der Vertragskostenerhöhung und der Änderung der Rahmenbedingungen bei der Vertragserfüllung.

Der zweite Tag wurde der Umsetzung der geplanten Infrastrukturprojekte in Russland und dem Investitionspotential russischer Regionen gewidmet. Vertreter der Unternehmen Imtech Russland (Russland), YIT Corporation (Finnland), PERI (Russland), Tehnozentr (Russland) und Wolf (Deutschland) haben ihre Projekte und Vorhaben präsentiert. Außerdem wurden Projekte von Abfallverarbeitungsanlagen, Bau im Bereich Landwirtschaft, Projekte für die Errichtung einer Stärkeherstellungsfabrik, Torfverarbeitungsprojekte und Geräte für Gas- und Öl-Verarbeitung präsentiert.

Die Tagungsteilnehmer hießen die vorgestellten Projekte gut. Auf Grundlage der gesammelten Berichte über die Projektumsetzungserfahrungen und der Informationen der europäischen Unternehmen, die auf dem russischen Markt aktiv sind, wurden Empfehlungen der der Arbeitsgruppe für Bauindustrie für die Regierung der Russischen Föderation verfasst.

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