Buch: Steve Stern, Der gefrorene Rabbi

2011 Blessing-Verlag
Steve Stern

DER GEFRORENE

RABBI

Roman. 496 S., 21,95 € (D), 22,60 € (A), 37,90 sFr. 13,5 x 21,5 cm, gebunden/Schutzumschlag. ISBN: 978-3-89667-436-4. Originaltitel: The Frozen Rabbi. Aus dem Amerikanischen von Friedrich Mader. Leseprobe

So scharfsinnig kann nur eine jüdische Gesellschaftssatire sein. Der grandiose Steve Stern begibt sich hier auf eine skurrile Zeitreise, die er zum spannenden Familienroman spinnt. Ein Lesegenuss! RS/PTM

Beim Durchwühlen der Gefriertruhe stößt der gelangweilte Teenager Bernie Karp zwischen Tiefkühlpizzas und Koteletts zufällig auf einen Eisblock, in dem ein bärtiger alter Mann eingefroren ist. Ein Rabbi, wie seine ebenso gelangweilten Eltern ihm erklären, der innerhalb der Familie als eine Art Talisman über Generationen weitergereicht wurde.

Bei einem Stromausfall geschieht das Unglaubliche: Der Rabbi taut auf und erwacht zu neuem Leben. Der aus der Zeit gefallene heilige Mann entwickelt ungeahnte Energien und entdeckt lukrative Entfaltungsmöglichkeiten in der modernen Welt. Während der Rabbi in einem Einkaufszentrum das „Haus der Erleuchtung” gründet und gestressten Managern und frustrierten Hausfrauen das Seelenheil verkauft, glaubt Bernie, endlich einen Sinn in seinem Leben gefunden zu haben. Er findet nach und nach heraus, wie der gefrorene Geistliche von einem polnischen Schtetl des neunzehnten Jahrhunderts in eine Gefriertruhe im Memphis der Gegenwart geraten ist, und will das Familienerbe bewahren. Doch der Rabbi macht nichts als Ärger.

Der vielfach preisgekrönte Autor gilt als legitimer Nachfolger von Isaac Bashevis Singer.

„In Zeitsprüngen und Rückblicken erzählt Steve Stern in Der gefrorene Rabbi eine Familiengeschichte, die phantastischer und charmanter kaum sein könnte. Trotz seiner überdrehten Geschichte ist das Buch an keiner Stelle albern und niemals unplausibel. Stern schafft es, so selbstverständlich über den gefrorenen Rabbi zu schreiben wie über das amerikanische Fernsehprogramm. Die Zurückhaltung und Lakonie seiner Sprache spiegelt eine Familie, die es niemals gelernt hat, sich über etwas zu wundern oder Neugierde zu entwickeln – und die den Rabbi im Eisblock so selbstverständlich hinnimmt wie all die anderen fragwürdigen Umstände, die das Leben bisweilen bereit hält.“

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