28.9.13 Justizskandal Mollath

Tipp: 28.09.2013, Olaf Przybilla und Uwe Ritzer präsentieren ihr Buch: Residenz, Max-Joseph-Saal, Residenzstraße 1 (Tourdaten Bayern siehe unten)

dk_mollath-cover3.6.2013 Droemer-Knaur
Uwe Rither, Olaf Przybilla

Die Affäre Mollath

Der Mann, der zu viel wusste

240 S., 19,99 €,  Hardcover, ISBN: 978-3-426-27622-8 E-Book 17,99 €

Was ist los mit unserem Rechtsstaat? Kommt die Bezeichnung Rechsmittelstaat in vielen Fällen der Realität vielleicht näher? Freilich kann man gebetsmühlenartig wiederholen: „Woanders, z.B. in totalitären Regimen ist es viel schlimmer“, aber das darf nicht die Antwort auf die sich häufenden (oder vielleicht häufiger ans Licht kommenden?) Justizirrtümer in Deutschland sein. Die Frage stellt sich, ob nicht viel zu oft sogenannten Augenzeugen unhinterfragt geglaubt und damit das Leben Unschuldiger schwer beeinträchtigt bis vernichtet wird? Da sind Ehepartner, Geliebte, Stief/Kinder, die schwören, misshandelt oder missbraucht worden zu sein. Da sind Anwälte, die Unschuldigen raten: „Gestehen Sie, dann ist das Strafmaß geringer“ (kürzlich beim Bundesverfassungsgericht höchst unbefriedigend neu geregelt).

Nach dem Schuldspruch verschwinden solche Menschen einfach in der Versenkung und sind zusätzlich der Willkür von Gefängnispersonal ausgesetzt. Außerhalb der Mauern denkt sich selbst der letzte Zweifler: „irgendwas wird schon dran sein“ – Kann man sich so doch wunderbar normal und schuldlos fühlen, wenn „Schuldige“ irgendwo verrotten. Da sind blutjunge Drogendealer, die – wider besseres Wissen – in Einzelzellen eingesperrt werden, sich das Leben nehmen – heimlich, still und leise – ohne, dass dies von der Öffentlichkeit groß wahrgenommen wird, denn darüber wird in den Justizvollzugsanstalten am liebsten der Mantel des Schweigens gedeckt. … Man könnte endlos weiter vor sich hin sinnieren und sich immer wieder fragen: Was ist eigentlich los, mit diesem – vielleicht heillos überlasteten – Rechtsstaat?

Gott-sei-Dank wird diese Frage zunehmend auch laut gestellt, schwarz auf weiß abgedruckt und in den Fokus des allgemeinen Interesses gerückt. Ob’s was hilft? Das wissen die Götter. Wie ein Rechtsanwalt aus meinem Freundeskreis gern sagt: „Vor Gericht und auf Hoher See kann man nur noch auf Gott bauen“. Halleluja! RS/PTM

Pressetext: Gustl Mollath beschuldigt seine Frau und andere Banker, illegaler Geldgeschäfte. Sie und ihre Kollegen, allesamt Angestellte der Hypovereinsbank, sollen Schwarzgelder teilweise prominenter Kunden illegal in die Schweiz geschafft und sich an Steuerbetrug und Geldwäsche beteiligt haben. Weder die Justiz noch die Politik schenkt ihm Gehör. Stattdessen wird der bis dahin unbescholtene Nürnberger Bürger in die Psychiatrie eingewiesen, nachdem seine Frau ihn beschuldigt, sie misshandelt zu haben. Dort sitzt er seit sieben Jahren, weggesperrt  von Psychiatern, die ihn nie untersucht haben.

dk_mollathEin internes Dokument der Hypovereinsbank beweist, dass Mollaths Anschuldigungen zutreffen. Man verheimlicht die Akte und lässt ihn in der Anstalt schmoren. Wer den Fall kennt, glaubt nicht an ein zufälliges Versagen von Justiz und Psychiatrie. Olaf Przybilla und Uwe Ritzer beschreiben das skandalöse Versagen des Rechtsstaats.

Als Olaf Przybilla und Uwe Ritzer, Journalisten der „Süddeutschen Zeitung“, bei ihren Recherchen zum Fall Mollath auf ein internes Dokument der Hypovereinsbank stießen, begannen sie, einen der größten Justiz-, Psychiatrie-, Banken- und Politskandale der Bundesrepublik aufzudecken.  Die beiden Autoren wurden 2013 mit dem Wächterpreis ausgezeichnet.

Pressekontakt: Dr. Esther von Bruchhausen

Siehe auch: Der Fall Peggy

TOURDATEN 
Donauwörth: Mittwoch, 18.09.2013, 20h, Buchhandlung Greno , Reichsstr. 25
Schwabach: Dienstag, 24.09.2013, 19:30h, Ristorante Casa Fontana, Berlichingerstrasse 10 
Ismaning: Donnerstag, 26.09.2013,19:30h, VHS im Kultur- u. Bildungszentrum, Mühlenstraße 15 
München: Samstag, 28.09.2013 , 22h, Residenz, Max-Joseph-Saal, Residenzstraße 1
Erlangen: Montag, 30.09.201319:30h, Volkshochschule Erlangen, Großer Saal, Friedrichstr. 19
Hilpoltstein: Mittwoch, 02.10.2013, 19:30h, Residenz Hilpoltstein, Kirchenstraße 1
Ebersberg: Mittwoch, 09.10.2013, 19:30h, Bürgerhaus, Im Klosterhof 1 

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