Kuba: Roberto Sánchez

Roberto Sánchez, ein  Juwel der Artes Escénicas Cubanas
von unserem freien Mitarbeiter in Kuba: Marco Antonio Martinez Cabrerizo

Roberto Sánchez

Der über 75-jährige Kunstdirektor und Drehbuchautor aus Santiago de Cuba bringt seine Erfahrungen auch weiterhin in die Artes Escénicas mit ein. Hier leitete er gleichzeitig das lokale Kasperletheater und das berühmte Folkloreorchester Cutumba,  welche auf zahlreichen Bühnen der Welt ausgezeichnet wurden.

Unermüdlich leitet dieser ausgezeichnete Künstler der Kubaszene außerdem die allabendlichen Vorstellungen im Hause der Mode LA MAISON, wo kubanische Musikkreationen mit Bekleidungskunst verschmelzen.

Roberto leitete ebenfalls unterschiedliche Festivals wie das des Minnegesangs von „Pepe Sánchez“,  del Pregón, del Caríbe, del Son, la Céntrica Calle Herida, de los Carnavales Santiagueros, das Chorfestival nebst den spektakulären Karossenumzügen der Kulturfastnacht.

Akademiker der Literatur der Universidad de Oriente von Santiago de Cuba und  des Kubanischen Instituts der Musik in Havanna sowie Absolvent unzähliger Fortbildungskurse lebt dieser Arbeitsvirtuose  nach dem Grundsatz: Für die kubanische Szene arbeiten zu dürfen entspringt einer notwendigen Kunst, nicht einer Un-Art! So meint er heute: Tatsächlich könnte ich seit mehreren Jahren ein Ruhestandsdasein  fristen, doch trage ich die Kunst im Herzen lieber zugunsten meiner Heimat weiter als mich ohne schöpferische Tätigkeit unwohl zu fühlen!

Papo, wie er auch genannt wird, begann mit 12 Jahren zu arbeiten, da das Land unter Batistas Diktatur verarmte. Er verkaufte Zeitungen, Programme und Magazine, war Schuhputzer, Botenjunge einer Apotheke und eines Lebensmittelladens, Arbeiter in einem Reinigungsinstitut usw. Nach dem Sieg der Revolution wurde er Angestellter im Hotel Casa Grande und bereits im Sommer 1962 trat er in eine Künstlerbewegung ein und besuchte später die Universidad de Oriente. Er reiste in Deutschland, Polen, Tschechien,  Slowakei, Surinam, Martinique, Guadeloupe, Paris und Frankreich, Mexico, Spanien, Trinidad-Tobago, Jamaika und England, wo er meistens mit einem der besten Folklore-Orchester Kubas, Cutumba, Vorführungen leitete.

Er wurde für seine Artistentätigkeit mit verschiedenen Auszeichnungen vom Staatsrat, dem Kultusministerium und dessen Gewerkschaft geehrt. Er sagt: Ein Kunstdirektor muss in seine Arbeit verliebt sein, sich auf seine Vorstellungskraft verlassen können und täglich arbeiten, ohne das kleinste Detail zu unterlassen oder zu vergessen, sowie mit höchst ästhetischen Werten vor das Publikum treten. Wenn gewaltige Anstrengungen kein Kunstprodukt hervorbringen ist es misslungen, die Publikumsbedürfnisse zu befriedigen. Schlussendlich hat immer das Publikum das letzte Wort  und entscheidet  über den Wert eines Werkes. Für mich besitzt die Publikumseinschätzung „beachtenswert“ einen hohen Stellenwert. Dass das „Kubanische und Nationale“, festes Bestandteil jedes seiner Werke ist, versteht sich von selbst. Das Schauspiel eines Kubaners soll den kulturellen Reichtum und die kulturelle Vielfalt seines Volkes  widerspiegeln.

Liebenswürdig, jugendlich und beweglich tritt Roberto Sánchez auf und versichert glaubwürdig, dass er ohne schöpferische Betätigung nicht leben kann… Und genau das ist es, was sein Leben unaufhörlich regeneriert. (Juli 2013)

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