Aktuell: Ernährungsfragen…

essen-0091.gif von 123gif.deessen-0036.gif von 123gif.deUwe Knop (Diplom-Ökotrophologe)
Ilse Aigners „Menschengroßversuche“ außer Kontrolle ?!
Seit Beginn der „5-am-Tag“-Kampagne: 80% mehr Magen-Darm-Krankheiten in deutschen Krankenhäusern
Ernährungskampagnen des BMELV – Auswirkungen: unbekannt … (siehe unten, Pressebericht vom 23.05.13 )

Latest News: Aktuelle Studie des Robert Koch-Instituts RKI: „5-am-Tag“-Kampagne gescheitert? 93% DER MÄNNER UND 85% DER FRAUEN KONSUMIERE KEINE 5 PORTIONEN OBST & GEMÜSE AM TAG
Hofheim, 12. Juni 2013 – Seit 13 Jahren wird der Verzehr von täglich 5 Portionen Obst und Gemüse propagiert. Eine aktuelle Studie des Robert Koch-Instituts RKI offenbart nun, dass sich nur eine Minderheit der Bürger an diese staatliche Empfehlung hält: „Der Anteil der Personen, der 5 Portionen Obst & Gemüse am Tag konsumiert, ist immer noch sehr gering“, lautet das Fazit des RKI. Nur 15% der Frauen und 7% der Männer erreichen die empfohlenen 5 Portionen pro Tag [1]. Zu vergleichbaren Ergebnissen kam das RKI bereits 2012 in der „GEDA 2010“-Studie [2]. „Wenn eine Kampagne nach 13 Jahren Laufzeit fast 90% der Bürger nicht erreicht, dann sollte man den Mut haben, sie als gescheitert zu betrachten“, appelliert Ernährungswissenschaftler Uwe Knop an DGE und BMLEV, die hierzulande 5-am-Tag propagieren.

Insbesondere vor dem Hintergrund, dass bislang kein wissenschaftlicher Nachweis vorliege, ob 5-am-Tag der Gesundheit der Bürger nutzt oder schadet, müsse die Kampagne auf den Prüfstand. Denn möglicherweise bestehe sogar ein Zusammenhang zwischen dem propagierten Pflanzenmehrverzehr und dem 80%-igen Anstieg klinischer Fälle diverser Magen-Darm-Krankheiten, die seit Beginn der Kampagne in der Gesundheitsberichterstattung des Bundes dokumentiert sind [3]: „Trotz der niedrigen 5-am-Tag-Quoten sind es noch immer Millionen Menschen, die mit viel Obst und Gemüse ihrer Gesundheit etwas `Gutes´ tun möchten – und dabei vielleicht ihren Verdauungstrakt überstrapazieren, weil sie schwer verdauliche Pflanzennahrung nicht vertragen“, vermutet Knop. Einen solchen Zusammenhang sieht auch die deutsche Fachgesellschaft für Ernährungstherapie und Prävention (FET e.V.) auf Basis entsprechender Rückmeldungen Betroffener [4].

Auch bei Reduktion auf 3-am-Tag: „Roh(r)krepiererkampagne“
Selbst wenn die Kampagne „3-am-Tag“ hieße, müsse man den bisherigen Einsatz der Abermillionen staatlicher Fördergelder kritisch hinterfragen: Laut RKI verzehren 39% der Frauen und ein Viertel der Männer mindestens 3 Portionen Obst und Gemüse am Tag, davon die meisten unter den 60- bis 69-Jährigen. „Vor allem wenn man berücksichtigt, dass bei den Verzehrsmengen beispielsweise auch Säfte, Konservengemüse und Kompott eingerechnet werden, sind auch die Quoten für 3-am-Tag zu niedrig, um von einem Erfolg zu sprechen“, so Knop. „Eine entscheidende Frage ist immer, woran man Erfolg messen kann – und das kann bei der 5-am-Tag-Kampagne nur der Verein selbst und das Bundesministerium beantworten“, erklärt Harald Seitz, Pressesprecher des aid-infodiensts. Die entsprechenden Anfragen, die Knop an 5-am-Tag, die DGE und das BMELV gerichtet hat, blieben jedoch unbeantwortet. Der langjährige Kampagnen-Kritiker Udo Pollmer, Leiter des Europäischen Instituts für Lebensmittel- und Ernährungswissenschaften e.V. (EU.L.E.), erklärt das „Schweige-Dilemma“ der angefragten Akteure: „Nachdem die größte europäische Ernährungsstudie (EPIC) zeigen konnte, dass Obst und Gemüse gerade nicht vor Krebs schützen, muss man sich schon fragen: werden hier Steuergelder verpulvert? Bereits 2004 hatte die DGE darauf hingewiesen, dass in den USA die Kampagne zu keiner nennenswerten Konsumsteigerung geführt habe. Das Scheitern ihrer eigenen 5-am-Tag-Kampagne war schon damals vorhersehbar. Die Verschwendung der vielen Millionen Euro Fördergelder sollte in Anbetracht der aktuellen RKI-Daten und der potenziellen Gesundheitsschäden schnellstmöglich Gegenstand einer Parlamentarischen Anfrage werden.“

Quellenangaben:
[1] Bundesgesundheitsblatt: „Obst- und Gemüsekonsum in Deutschland (DEGS1)“, online publiziert 27. Mai 2013
[2] Robert Koch-Institut: „Gesundheit in Deutschland aktuell 2010“, 06. September 2012
[3] Gesundheitsberichterstattung des Bundes, GBE-Bund-Daten-PDF extrahiert Mai 2013 / NOVO-Argumente: „Ernährung: Obst und Gemüse als Krankmacher“, 03. Juni 2013
[4] FET e.V.: „Wenn ernährungspolitische Maßnahmen eher schaden als nutzen“, 04. Juni 2013

Für Redaktionen: Diplom-Ökotrophologe Uwe Knop hat für das Buch HUNGER & LUST mehr als 400 aktuelle Studienergebnisse von 2007-12 ausgewertet. Fazit: Kein gesunder Mensch braucht Ernährungswissenschaft. Ein Journalistenexemplar kann unter presse@echte-esser.de angefordert werden.

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Hofheim, 23.05.13 – Die Bundesregierung versucht mit ernährungspolitischen Maßnahmen wie IN FORM das Ernährungsverhalten der Deutschen zu verbessern. Dazu stützt sich Ilse Aigners Ministerium BMELV auf Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung DGE. Doch diese „Allianz“ offenbart eine doppeltes Problem: Erstens sind die Empfehlungen der DGE nicht wissenschaftlich abgesichert [1]. Zweitens ist unbekannt, welche Auswirkungen die darauf basierenden Ernährungskampagnen auf die Gesundheit der Bevölkerung haben. „Es existiert kein Nutzennachweis, dass ernährungspolitische Maßnahmen die Gesundheit der Bundesbürger fördern“, erklärt Ernährungswissenschaftler Uwe Knop [2]. Kampagnen wie IN FORM oder 5-am-Tag seien Menschengroßversuche, deren Auswirkungen niemand kenne. So könne es sein, dass der „staatliche Aufruf zu mehr Obst- und Gemüseverzehr für kollektive Verdauungsprobleme sorgt: denn die klinischen Fälle diffuser Magen-Darm-Erkrankungen sind laut Gesundheits- berichterstattung des Bundes seit 2000, dem Beginn der Ernährungskampagne 5-am-Tag, bis 2011 um etwa 80% angestiegen. Konkret hat sich seit Kampagnenstart auch die Fallzahl bei Symptomatiken mit Verstopfung und Durchfall verdoppelt, beim Symptombild Aufstoßen, Blähbauch und Blähungen sind die klinischen Diagnosen sogar um über 150% angestiegen.“ [3]

Weder BMELV noch DGE konnten oder wollten auf die Frage nach ei- nem Nutzennachweis von Ernährungsregeln und -kampagnen eine Stellungnahme abgeben [4]. Auch das staatliche Institut für Wirtschaftlichkeit & Qualität im Gesundheitswesen, IQWiG, hat eigenen Angaben zufolge noch keinen Auftrag zur Nutzenbewertung erhalten. „Es ist bedenklich, dass anscheinend niemand weiß, ob die ernährungspolitischen Maßnahmen der Gesundheit nutzen“, so Knop. Wenn man die „Fakten-Herleitungs-Maßstäbe“ der Ernährungswissenschaften heranziehe, so könne man gar das Gegenteil vermuten: „5x-am- Tag Obst & Gemüse steigert Risiko für Magen-Darm- Krankheiten um 80 Prozent!“ Jedoch „lässt sich das natürlich nicht belegen, denn zwischen diesen beiden Fakten besteht nur eine Korre- lation, also ein Zusammenhang, der niemals eine Ursache-Wirkungs- Beziehung erlaubt. Aber genau auf diesen Korrelationen basieren die gängigen Ernährungsregeln, auf die sich wiederum Aigners Kampagnen stützen“, erläutert Knop. Fehlende Beweise würden dabei durch „Plausibilitäten“ ersetzt, um den Schein der Wissenschaftlichkeit zu wahren. „Solche Plausibilitäten, also naheliegende Erklärungsmodelle, lassen sich natürlich auch finden, um den Zusammenhang der 5-am- Tag-Kampagne mit der wachsenden Zahl an Magen-Darm- Erkrankungen zu untermauern: Der Verzehr von viel Obst- und Gemüse ist mit einer erhöhten Aufnahme von schwer verdaulichen Ballaststoffen und Fruktose verbunden. Das kann bei Menschen mit empfindlichem Magen-Darm-Trakt zu Verdauungsproblemen wie Blähungen, Durchfall oder Bauchschmerzen führen. Als „Problemverstärker“ kann die Empfehlung, Milch- und Milchprodukte zu verzehren, wirken, denn auch der darin enthaltene Milchzucker, Laktose, ist für viele Menschen schwer verdaulich. Hinzu kommt, dass auch die propagierten Vollkornprodukte nicht jedem Magen-Darm gut bekommen.“ Neben Verdauungsbeschwerden könnte eine weitere Erkrankung in Zusammenhang mit Aufklärungskampagnen zu gesunder Ernährung stehen: „Die Zahl an Medienberichten über Orthorexie wächst – das ist eine Essstörung, bei der die Betroffenen sich zwanghaft gesund ernähren.“

Aufgrund der schwachen wissenschaftlichen Datenbasis, der fehlenden Beweise für Regeln zur „gesunden Ernährung“ und dem nicht existierenden Nutzennachweis von Ernährungskampagnen müsse man davon ausgehen, dass „Deutschland ein riesiges Versuchslabor ist und wir, die Bundesbürger, sind die Versuchskarnickel eines Menschengroßversuchs, dessen Auswirkungen unbekannt sind“, mahnt Knop. Denn bei der „Gretchenfrage“, ob der Nutzen den Schaden überwiege, könne die Ernährungsforschung nur auf ihre Standar- dantwort verweisen: Nichts Genaues weiß man nicht …

Konsequent: Kampagne für mehr Kaffeekonsum & zur Förderung von Übergewicht !
Eine weitere Ungereimtheit ist laut Knop die Erkenntnis, dass Ernährungsforscher noch nicht einmal Korrelationen (statistische Zusammenhänge) errechnen konnten, die einen Krebsschutz durch Obst- und Gemüseverzehr zeigten. „Einerseits fehlen bei 5-am-Tag die wissenschaftlichen belastbaren Beweise, andererseits liegen noch nicht einmal Daten vor, dass ein Krebsschutz durch Obst & Gemüseverzehr überhaupt theoretisch möglich erscheint.“ Wenn die Politik aber auf das dünne Datenfundament der Ernährungswissenschaften und damit auf Hypothesen vertrauen müsse, dann sollten Aigners Kampagnen-Kreierer wenigstens auf Beobachtungsstudien setzen, die vielversprechende Vermutungen ermöglichen: „Die epidemiologische Datenlage zur Gesundheitsförderung durch Kaffeekonsum ist enorm. Der Deutschen liebstes Getränk ist gemäß Erkenntnissen zahlreicher Beobachtungsstudien ein wahres Allheilmittel, denn Kaffee „schützt“ vor Diabetes, Depressionen, Krebs, Alzheimer, Gicht, Schlaganfall und Herzerkrankungen“, resümiert Knop [5]. Idealerweise sollten die Staatsorgane die „5-am-Tag Tassen Kaffee“-Kampagne mit einem nationalen Aktionsplan „ÜBER GEWICHT“ kombinieren, denn zahlreiche Studien hätten gezeigt, dass „Menschen mit Übergewicht am längsten leben. Erst Anfang 2013 konnte im weltweit führenden Medizinjournal JAMA die bis dahin größte Analyse von 97 Studien mit fast 3 Millionen Teilnehmern diesen Zusammenhang erneut bestätigen.“ [6] Wenn Aigners Ministerium also die Gesundheit der Bundesbürger fördern und ihre Lebenserwartung verlängern möchte, sich dabei aber nur auf DGE-Hypothesen verlassen kann, „dann sollte man im BMELV scheuklappenfrei über eine Kaffee-Kampagne und einen Übergewichts- Aktionsplan nachdenken“, empfiehlt Knop. Aber auch dabei müsse klar sein: Es liegen keine wissenschaftlichen Beweise (Kausalitäten) vor, sondern ausschließlich Zusammenhänge (Korrelationen), die nur Hypothesen erlauben.

HINTERGUND BEOBACHTUNGSSTUDIEN:

Ernährungsstudien – außer Hypothesen nichts gewesen?
Ernährungs-Beobachtungsstudien liefern nur Hypothesen, die einerseits spannend klingen, andererseits aber oft überinterpretiert werden – denn häufig wird nicht zwischen Korrelation und Kausalität unterschieden. „Ursache-Wirkungsabhängigkeit (Kausalität) wird dort behauptet, wo ausschließlich Zusammenhänge (Korrelationen) kon- statiert werden dürfen, die eben so wenig ursächlich sein müssen oder können wie der Zusammenhang zwischen Storchenflug und Ge- burtenhäufigkeit“, erklärt die Vorsitzende des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin, Prof. Dr. Gabriele Meyer von der medizini- schen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg [7]. Daher muss klinische Forschung diese Hypothesen überprüfen, bevor beispielsweise Empfehlungen wie „5x Tag Obst & Gemüse zur Gesundheitsförderung essen“ ihre Berechtigung haben. Denn diese Empfehlung kann erst dann erfolgen, wenn klinische Studien ihre „Wirksamkeit“ zweifelsfrei belegen. Derzeit aber ist unklar, ob es tat- sächlich positive oder gar negative Effekte auf die Gesundheit der Menschen hat, die sich an die Regel „5x Tag Obst & Gemüse essen“ halten.

Quellenangaben:
[1] Novo-Argumente: Ernährungsregeln: Wo bleiben die Daten?, Uwe Knop (mit Statements von Prof. Gabriele Meyer, Deutsches Netzwerk Evidenz- basierte Medizin DNEbM / Prof. Gerd Antes, COCHRANE / Dr. Klaus Koch, IQWiG / Prof. Walter Krämer, Fakultät Statistik TU Dortmund / Prof. Peter Nawroth, Innere Medizin, Universitätsklinikum Heidelberg), 03.04.2013 [2] Uwe Knop, Diplom-Ökotrophologe hat für das Buch HUNGER & LUST mehr als 400 aktuelle Studienergebnisse von 2007-12 ausgewertet. Fazit: Kein gesunder Mensch braucht Ernährungswissenschaft
[3] Gesundheitsberichterstattung des Bundes, GBE-Bund-Daten-PDF extra- hiert Mai 2013
[4] Anfrage Uwe Knop an BMELV und DGE, April 2013:
1. Welche Belege liegen vor, dass ernährungspolitische Maßnahmen/Kampagnen des BMELV, die auf Ernährungsempfehlungen der DGE beruhen, einen sicher dokumentierbaren, gesundheitlichen Nutzen für die Bevölkerung bringen ?
2. Von besonderer Relevanz ist die Frage: Wie sieht der dokumentierte Nutzennachweis aus, dass die prominente DGE/BMELV-Empfehlung „5 x Tag Obst und Gemüse zu essen“, einen positiven Effekt auf die Gesundheit der Bundesbürger liefert?
[5] Novo-Argumente: „Bist Du krank, trink Bohnentrank“, Uwe Knop, 02.05.2012
[6] SPRINGER-Medizin: „BMI und Lebenserwartung – ein paar Kilo zuviel schaden nicht“, 09.01.2013
[7] DNEbM-Pressemeldung „Evidenzbasierter Wissenschaftsjournalismus scheint eine Utopie zu sein“, 17.04.2012, Deutsches Netzwerk Evidenzba- sierte Medizin e.V.

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