Anzeichen von Depression

Unspezifische körperliche Beschwerden können Anzeichen einer Depression sein

Mit einer Depression gehen neben einer gedrückten Stimmungslage oftmals uncharakteristische körperliche Symptome einher. „Häufige körperliche Anzeichen sind Kopf- oder Rückenschmerzen, Schlafstörungen und insbesondere auch Erschöpfungszustände“, erklärt Frau Dr. Roth-Sackenheim vom Berufsverband Deutscher Psychiater (BVDP) in Krefeld. „Diese Symptome können als Reaktion auf belastende Ereignisse oder auch ohne erkennbaren Anlass auftreten und sich über Wochen und Monate zu einer depressiven Episode ausweiten.“ Viele depressive Patienten, die unter einer gedrückten Stimmung, Lustlosigkeit und erhöhter Reizbarkeit leiden, sind sich nicht darüber bewusst, dass es sich um eine behandlungsbedürftige seelische Störung handelt. Oftmals werden die Beschwerden vorschnell als stressbedingt abgetan oder als vorübergehendes „Stimmungstief“ eingeschätzt. Bei vielen bleibt die psychische Erkrankung daher unerkannt und damit unbehandelt. „Menschen, die derartige Veränderungen an sich bemerken, sollten sich nicht davor scheuen, die Beschwerden mit ihrem Arzt zu besprechen. Dabei sollten sie körperliche und psychische Beschwerden aufzählen, damit es dem Arzt leichter fällt, die korrekte Diagnose zu stellen. Erster Ansprechpartner kann in diesem Fall der Hausarzt sein, aber auch direkt der Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie sein“, rät die Psychiaterin aus Andernach. Weitere seelische Symptome sind Grübelneigung, Minderwertigkeitsgefühle, Antriebslosigkeit, Entscheidungsunfähigkeit aber auch Ängste, Schuldgefühle oder eine innere Leere.

Man geht heute davon aus, dass eine Depression durch das Zusammenwirken mehrerer Faktoren und unterschiedlicher Einflüsse entsteht. „Neben der genetischen Veranlagung für eine erhöhte seelische Anfälligkeit, können negative Erfahrungen in der Kindheit und daraus resultierende depressionsfördernde Einstellungen das Risiko erhöhen. Auch chronische Belastungssituationen wie die Pflege eines Angehörigen, beruflicher Dauerstress oder Überforderung können die Erkrankung fördern. Ebenso einzelne kritische Lebensereignisse wie ein Trauerfall oder die Trennung vom Partner oder dem sozialen Umfeld können zu einer depressiven Erkrankung beitragen“, erläutert Dr. Roth-Sackenheim.

Mit modernen Methoden lassen sich Depressionen meist wirksam behandeln und die Lebensqualität der Betroffenen erheblich verbessern. „Die Grundlage der Behandlung sind die Durchführung einer Psychotherapie und der Einsatz antidepressiver Medikamente beziehungsweise die Kombination beider Maßnahmen“, so die Expertin. „Ohne professionelle Hilfe gibt es hingegen kaum eine Chance, die Erkrankung zu überwinden und Betroffene laufen Gefahr, weitere Störungen wie Suchterkrankungen zu entwickeln.“

Man schätzt, dass in Deutschland derzeit 4 Millionen Menschen an einer Depression leiden. Depressive Erkrankungen kommen in jedem Lebensalter vor, der Erkrankungsgipfel liegt zwischen dem 30. und dem 40. Lebensjahr. Frauen sind etwa doppelt so häufig betroffen wie Männer.

Quelle: Neurologen und Psychiater im Netz

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