Buch: Hinter dem Mond

16. August 2012 Hoffmann und Campe 
Wäis Kiani

Hinter dem Mond

384 Seiten, 22,99 € (D), 23,60 € (A), 36,90 sFr (CH), gebunden,  ISBN: 978-3-455-40383-1. Leseprobe auf der Website 

Wäis Kiani schreibt so witzig, dass man nicht mal zum Telefonieren (beispielsweise mit dem Gerichtsvollzieher) das Schmunzeln absetzen möchte. Außerdem lernt man en passant mancherlei über die Schah- und Chomeini-Zeit in Teheran und Persien. Wer sich von dem ungeschminkten Stil auf den Schlips getreten fühlt, der soll ihn einfach ausziehen und genießen… Wäis Kianis „erster Roman“ ist wirklich mehr als gelungen und ich freue mich schon sehr auf den nächsten! RS/PTM

„Ich weiß nicht, wen ich am meisten hassen soll – meine Mutter, meinen Vater oder Chomeini, der uns den ganzen Scheiß eingebrockt hat. Oder den Schah, weil er sich einfach verpisst hat.“

Lilly ist neun, als ihre Eltern beschließen, das kleine ostfriesische Dorf, in dem sie geboren wurde, zu verlassen und dorthin zurückzukehren, wo sie herkommen: Teheran, Iran. Jetzt muss sich Lilly in dem fremden Land, das ihre Eltern Heimat nennen, durchschlagen. In Teheran versteht Lilly die Welt nicht mehr: Nicht die prächtigen Villen mit Kristalllüstern, nicht die zahlreiche persische Verwandtschaft, die das ihr unverständliche Farsi spricht, nicht die Eltern, die sie plötzlich nicht mehr Fahrrad fahren lassen.  Aber Lilly passt sich nicht an, ihr bleibt ihr Eigensinn und die Wut, von den Eltern in eine fremde Welt verschleppt worden zu sein. Dann verlässt eines Tages der Schah das Land, Bomben fallen auf Teheran und Chomeinis Sittenwächter dringen auch in die abgeschlossene Welt der persischen Oberschicht ein. Was Lilly bleibt, ist die Sehnsucht nach Deutschland, nach Abendbrot, Fahrradfahrten und Apfelbäumen… Wäis Kiani beschreibt humorvoll, schonungslos ehrlich und sehr bewegend eine Jugend in Teheran und die unüberwindbare Kluft zwischen zwei vollkommen gegensätzlichen Kulturen. Die Autorin wurde in der Nähe von Frankfurt geboren und ist in Deutschland und in Teheran aufgewachsen. Sie schreibt als Journalistin für verschiedene Tageszeitungen und Magazine (u.a. Süddeutsche Zeitung, Financial Times, Grazia). Ihr erstes Buch: Stirb, Susi wurde ein Bestseller, 2006 erschien Nichts anzuziehen. Hinter dem Mond ist ihr erster Roman. Wäis Kiani lebt in Zürich und Berlin

Kommentare sind geschlossen.