6.6.13 Lesung: ELSA ungeheuer

Tipp: 6.6.13, 20h Astrid Rosenfeld liest im Literaturhaus München. Moderation: Laura Freisberg

diogenes_rosenfeld_elsaMai 2013 Diogenes
Astrid Rosenfeld, gelesen von Robert Stadlober

ELSA 

ungeheuer

Roman. 29.90 €, 41.90 sFr. 6 CD, 6 Std. 26 Min. ISBN978-3-257-80333-4. Auch als E-book und als Buch erhältlich. Hörprobe auf der Homepage

Elsa… was für ein Klang, was für ein Mädchen! Vom Leben gepanzert mit einem rotzfrechen Schutzfilm, wirft sie die Welt von Karl alias Fetti, für den sie die personifizierte Vollkommenheit ist, über den Haufen. Dessen Bruder Lorenz wirft die Welt von Elsa noch ein bisschen mehr über den Haufen, als sie es eh schon ist. „Everybody is Somebodies Fool“ fällt mir dabei ein. Drei Kinder-Schicksale in der Oberpfalz hinter deren idyllischer Fassade es hoch hergeht, verweben sich zu einem Stoff, aus dem die Ewigkeiten sind.

Nicht von ungefähr wird „Ewigkeit“ auch zu Lorenz’s „Kunstthema“ das den zweiten, fast unabhängigen Teil der Geschichte bestimmt. Bruderliebe und ein fataler Sog ziehen auch Karl in diese künstliche Kunstwelt hinein, deren Fundament aus Lug, Trug, Drogen und Manipulation besteht. Letztendlich kann sich Karl nur deshalb aus ihr retten, weil seine Lebensliebe zu Elsa sogar die Macht der Drogen besiegt. Ein Rest von Lorenz, dem gepushten Künstler, wurzelt noch in einer dünnen Schicht Erinnerung an die reale Welt, die sein einst war und in die er sich zurück malt. 

Herrliche Sprachschätze vergolden eine Geschichte, die ahnen lässt, wie nahe der Himmel am Abgrund steht! RS/PTM

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