1.4.13 Leonhardiritt Furth im Wald

Ostermontag, 01.04.13. Leonhardiritt in Furth im  Wald

Leonhardi Reiter Furth

Beginn Pferdeprozession: 09.45h
Beginn Feldmesse mit anschließender Pferdesegnung: 10.45h

Seit über 250 Jahren – Reiter- und Pferdeprozession
Jedes Jahr am Vormittag des Ostermontag findet in Furth im Wald, der über 900 Jahre alten Grenzstadt im Bayerischen Wald, der traditionelle Leonhardi-Ritt statt. Es handelt sich um eine mehr als 250 Jahre alte Pferde- und Reiterprozession zu Ehren des heiligen Leonhard, an der Jahr für Jahr mehr als 350 prächtig geschmückte Pferde mit Reiter und Kutschen teilnehmen.

Die Pferdebesitzer des Oberen Bayerischen Waldes reiten zur Leonhardi-Kapelle von Furth im Wald, um ein Gelöbnis aus der Zeit des österreichischen Erbfolgekrieges zu erfüllen, als der „ganze Further Winkel von einer ungemein grassierenden Viechfahl (Viehseuche) heimgesucht wurde“. Im Anschluss an die Pferdeprozession findet eine Feldmesse und die Verteilung der Leonhardi-Brote statt.

Lt. geschichtlicher Übermittlung wird in einem Brief an den Bischof von Regensburg vom 03. Mai 1750 erwähnt, dass die gesamte Bürgerschaft sich wegen einer vor 8 Jahren „ungemein grassierenden Viechfahl“ (Viechseuche) …. aus eigenen Mitteln eine Capellen aufmauern und darinnen einen Hochaltar mit der Bildtnuß des Heyl. Leonardi setzen zu lassen, damit durch dessen Vorbitt der allguettige gott uns vor fehrner dergleichen schädlichen übel gnädiglich bewahren wolle …..“

Die Bürger baten also den Bischof um die Erlaubnis, eine Leonhardikapelle (ein Kircherl) an der Hauptstraße bauen zu dürfen. Man nimmt an, dass die damaligen Viehseuchen von  Reitertruppen des Pandurenoberst von Trenck eingeschleppt wurden, die während des österreichischen Erbfolgekrieges (1742) unsere Gegend heimsuchten. Das Kircherl zu Ehren des hl. Leonhard wurde schließlich 1751 auf dem Bayplatz erbaut, die Erlaubnis zur Messlesung wurde aber erst nach mehrmaligem Bitten im Jahre 1786 erteilt.

Bis zur Verlegung des Leonhardi-Kircherls im Jahre 1930 – sie musste dem wachsenden Straßenverkehr weichen – gab es in der Grenzstadt keinen organisierten Leonhardi-Ritt. Üblich war bis dahin, dass Bauern und Pferdebesitzer vor dem Taganläuten mit ihren Tieren das Kircherl umritten. Ein organisierter Umritt erfolgte erst mit der Fertigstellung des neuen Leonhardi-Kircherls im Jahre 1931.

Die Teilnehmer kommen seitdem aus Ortschaften im weiten Umkreis. Sie stellen sich mit ihren Pferden auf der Festwiese auf und reiten durch die Straßen der Stadt. Begleitet werden sie von Musikkapellen, Kreuz- und Fahnenträgern, Kutschen und Truhenwagen aus der Stadt und den Nachbarorten, besetzt mit der hohen Geistlichkeit und Vertretern der Stadt- und Kirchenver-waltung. Zu den Höhepunkten zählt neben dem Umritt um das Leonhardi-Kircherl, die anschließende Feldmesse auf dem Stadtplatz. Zum Abschluss werden die Pferde gesegnet und an die Teilnehmer geweihte Leonhardi-Brote verteilt.

Warum der Further Leonhardi-Ritt nicht, wie üblich, am Leonhardstag Anfang November stattfindet, sondern jeweils am Ostermontag, kann nicht endgültig geklärt werden. Es wird angenommen, dass er der Tradition der Osterritte entstammt.

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