4.7.12-26.4.13 Lena Christ

04.07.12-26.04.13 Lena Christ – Die Glückssucherin
Die bayerische Schriftstellerin Lena Christ 1881-1920 Ausstellung Monacensia

Glei frisch drauf los und mitten eine ins Glück! Lena Christ, Die Rumplhanni    Die 1881 in Glonn geborene Lena Christ debütierte 1912 erfolgreich mit ihrem Roman »Erinnerungen einer Überflüssigen«, in dem sie ihre eigenen Erlebnisse als ungewolltes uneheliches Kind literarisch verarbeitet. Das Buch endet, bevor der eigentliche Selbstschöpfungsprozess begonnen hat: die Geburt der Schriftstellerin. (Foto: Lena Christ mit Sohn 1904 © Monacensia).

Lena Christ hat ihre Überflüssigkeit klar erkannt und einer Verwandlung unterzogen. Das Stigma wurde für sie zur Chance, sich selbst zu erfinden: Wer zu nichts nutze ist, der ist auch zu nichts verpflichtet, dem wird auch kein fester Platz zugewiesen. Damit entsteht ein Freiraum. Wohl kaum eine andere hat diesen so genutzt wie Lena Christ. Sie begann, das Glück zu suchen: »Glei frisch drauf los und mitten eine ins Glück!«, heißt es in ihrem Roman »Die Rumplhanni«.

Lena Christ suchte es überall: in der Stadt, auf dem Land, in der Familie, bei den Männern, im Schreiben, im Ruhm, im Luxus. Ihre Fluchtlinien finden sich in ihren Romanen wieder: In »Mathias Bichler« ist es der Weg zur Kunst, in der »Rumplhanni« und in »Madam Bäurin« der Weg zu einem selbst bestimmten Leben als Frau – in der Stadt und auf dem Land. Lena Christ war genauso flexibel wie ihre Protagonistinnen. Immer bereit zu einem Neuanfang war sie nicht einmal auf einen speziellen Ort festgelegt: »Jetzt probier i ́s amal z ́Münka, und is ́s z ́Münka nix, nachha geh i auf Berlin« lässt sie ihre Protagonistin Rumplhanni sagen, doch auch Berlin bedeutet keine Endstation: »Wenn ́s da aa nix is, nachher roas ‚i ganz furt. In ́s Amerika.« Radikal wie ihr Leben war auch ihr Tod: Lena Christ hat sich selbst erfunden und wieder ausgelöscht.

Die Ausstellung zeichnet anhand von literarischen Texten und Originaldokumenten aus dem Literaturarchiv der Monacensia die verschiedenen Fluchtlinien von Lena Christ nach: die Großstadt, das Kloster, die Ehe, das Schreiben und schließlich das Ende 1920, inszeniert als Freitod einer großen Tragödin auf dem Münchner Waldfriedhof.

Die Monacensia hat 2010 von Lena Christs Nachkommen eine umfangreiche Schenkung erhalten. Zu dem Konvolut gehören Manuskripte, Briefe, biografische Dokumente und zahlreiche persönliche Gegenstände, die in der Ausstellung erstmals der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Zur Ausstellung gibt es ein Rahmenprogramm mit Buchpräsentation, literarischem Spaziergang, Lesungen, Musik, Gesprächen, radioKultur und Führungen. Einzelheiten

Verantwortlich und Projektleitung: Dr. Elisabeth Tworek, Leiterin der Monacensia Kuratorin: Gunna Wendt
Mitarbeit, Presse- und Öffentlichkeit: Sylvia Schütz, Monacensia Ausstellungsgestaltung: Katharina Kuhlmann, Durchschrift

Münchner Stadtbibliothek, Monacensia. Literaturarchiv und Bibliothek Maria-Theresia-Str. 23, 81675 München, Mo–Mi,Fr 10.30-18Uhr, Do10.30-19Uhr Eintritt frei

Pressekontakt: Sylvia Schütz

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