Reise: Silvretta Montafon

Henno Heintz
Von der Hochjoch-Totale zum Diabolo-Race. Moderne Bergbahnen und breite Abfahren machen die Silvretta Montafon zu einem vielfältigen Skigebiet

Montafon Madrisella-LiftIm südwestlichen Ende Österreichs, eingekesselt von drei mächtigen Gebirgszügen, dem Rätikon, der Silvretta und dem Verwall, liegt ein lang gestrecktes Tal, das immer mehr von sich reden macht: Das Montafon. Durch neue, kühne Bergbahnen hat sich dort zwischen Schruns und Gaschurn ein Wintersportgebiet entwickelt, das nun zu den großen Skistationen Österreichs gehört – die Silvretta Montafon.

Mehr als 1,2 Mio. Menschen sind im letzten Sommer in den kleinen Gondeln über das Gelände geschwebt. Während der dreiminütigen Fahrt konnten die Besucher aus 35 m Höhe einen prächtigen Blick auf die größte Gartenausstellung der Welt, die Floriade 2012, im holländischen Venlo genießen. Nun sind die Acht-Personen-Gondeln der Seilbahn abgebaut und nach Vorarlberg transportiert worden. Vom kommenden Winter werden sie dort im Wintersportgebiet Hochjoch rund 1700 m über der kleinen Gemeinde Schruns im Montafon-Tal in Betrieb gehen und einen rund 30 Jahre alten Sessellift ersetzen. „Unsere Idee, die neue Bahn zuerst in Venlo einzusetzen, hat sich voll ausgezahlt,“ meint Roman Sandrell, Technikleiter bei der Silvretta Montafon Bergbahnen AG, „Die Niederländer sind neben den Deutschen seit langem unsere wichtigsten ausländischen Gäste. Mit unserer neuen Bahn haben wir in Venlo bei den Besuchern große Aufmerksamkeit erzielt.

Montafon Start zur AbfahrtVom kommenden Winter an werden die weißen Gondeln mit dem Schriftzug Silvretta Montafon die Fahrzeit auf dem Hochjoch zur Grasjoch-Bahn, der Zubringerbahn zum Nova-Skigebiet, beträchtlich verkürzen und komfortabler gestalten. Dank dieser supermodernen Bahn sind im Dezember 2011 im Südwesten Österreichs zwei bisher getrennte Skigebiete zusammengewachsen: Das größte Skigebiets Vorarlbergs, die Silvretta Montafon, mit 155 Pistenkilometern ist entstanden. „Über kurz oder lang werden nur jene Destinationen verdienen, die eine bestimmte Größe haben und ein auf den Gast abgestimmtes gesamtheitliches Angebot bereitstellen können,“ meint Dr. Georg Hoblik, Vorstand der Silvretta Montafon Bergbahn.“Wir sind überzeugt, dass sich auch in Zukunft jede sinnvolle Investition rechnet und sehen uns in unserem Weg bestätigt.“

Die Vision eines Zusammenschlusses der Skigebiete Hochjoch und Nova gibt es seit den späten 70er Jahren. Doch erst im Herbst 2009 – nach langen Verhandlungen mit Grundbesitzern und Behörden – konnte im Hochjochgebiet mit der Planung der Grasjoch-Bahn begonnen werden. Dabei war es wichtig, Rücksicht auf die Interessen vom Naturschutz, der Forst– und Landwirtschaft zu nehmen. So wurde auf den Bau neuer Erschließungswege verzichtet. Die Bergstation fügt sich harmonisch in die Gebirgslandschaft ein – ebenso wie die neuen Pisten, für die Experten ein spezielles Gestaltungskonzept erarbeitet hatten.

Weiße WunderweltDas Skigebiet Silvretta Montafon reizt wegen seiner weiten Hänge nicht nur zum freien Skifahren; es lockt auch mit einigen von der Bergbahn ausgearbeitetet Varianten auf präparierter Piste oder im Pulverschnee. „Wir versuchen immer wieder neue Bergerlebnisse zu entwickeln, damit die Gäste bei uns einen unvergesslichen Urlaub verbringen,“ erklärt dazu Produktmanager Raimund Köhler. „Mein absoluter Favorit ist die Montafon Totale, ein Herausforderung für sportliche Skifahrer. Um sieben Uhr morgens, lange vor dem offiziellen Skibetrieb, wird in Begleitung eines Skilehrers gestartet. Im Höchsttempo durchquert man dann das komplette Skigebiet und legt dabei 36 Kilometern und 8000 Höhenmeter zurück. Das anschließende Bergfrühstück im Kapellrestaurant am Hochjoch ist  dann redlich verdient.“ Ähnlich herausfordernd, wenn auch erheblich kürzer, ist die Hochjoch Totale. Bei dieser schwungvollen, kurvenreichen Abfahrt vom 2470 m hohen Alpilagrad zur Talstation der Hochjochbahn in Schruns werden rund 1700 Höhenmeter zurückgelegt.

Wem das nicht genügt, der kann sich auf dem Nachbarberg vom Hochjoch, dem Golm, einer noch größen Herausforderung stellen: Dem Diabolo-Race, einem sieben Kilometer langen, extrem harten Kombinationsrennen aus Skilanglauf und Abfahrt, das jedes Jahr im März stattfindet. Zu den schwierigsten Prüfungen dieses Rennens zählt die Diabolo-Piste, mit 70% Gefälle eine der steilsten Abfahrten Österreichs. Bei dem Diabolo-Race fahren die Teilnehmer diese Strecke jedoch nicht hinunter; sie müssen sie auf Tourenski so schnell wie möglich hinaufrennen.

Aber gemach – das Montafon hält auch für Genuss-Skifahrer Angebote bereit. Zu den beliebtesten zählt die Gourmet-Runde: Sie verbindet Skispaß mit Gaumengenuss. Statt mit Tempo durchs Skigebiet zu jagen, gleiten die Teilnehmer in geselliger Runde von einem kulinarischen Höhepunkt zum anderen. Den Anfang macht ein Genussstopp im Nova Stoba Restaurant, wo ein Frühstück mit regionalen Köstlichkeiten geboten wird. Das Valisera Hüsli wartet später mit Schmankerl aus der Hausküche auf. Im Bella Nova folgen der Ausschreibung zufolge Delikatessen aus südlichen Regionen und zum Abschluss im Kapell-Restaurant herzhafte Genussfreuden aus dem Ländle.

Weitere Informationen: Montafon Tourismus GmbH

Autor: Henno Heintz, tour-press, Email

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