6.12.12-17.2.13 Die Stiftung Kames

6.12.12-17.2.13 Monsieur Daumier, Ihre Serie ist reizvoll! Die Stiftung Kames. Staatliche Graphische Sammlung München in der Pinakothek der Moderne

240 Arbeiten von Honoré Daumier (1808–1879), dem bedeutendsten französischen Karikaturisten des 19. Jahrhunderts, werden erstmals seit der Stiftung durch das Sammlerehepaar Brigitte und Walter Kames öffentlich gezeigt.

Mit der Übergabe von 3.085 Lithographien und 30 Holzschnitten des französischen Künstlers in die Museumsstiftung zur Förderung der staatlichen bayerischen Museen im Jahr 2011 besitzt die Staatliche Graphische Sammlung München deutschlandweit den umfangreichsten Bestand an Druckgraphiken von Daumier. Die Stiftung ergänzt das bereits vorhandene Konvolut von rund 650 Lithographien und 60 Holzschnitten. (Bild: Serie „Bal de la Cour“, Montaugibet en patissier, 1833. Lithographie, 291 x 217 mm © Staatliche Graphische Sammlung München, Museumsstiftung. Mr. Montaugibet, en patissier-gâte-sauce. Herr Montaugibet, als Zuckerbäcker und Sudelkoch.)

Die Sammlung Kames enthält einen großen Anteil früher Blätter sowie eine große Anzahl vollständiger Serien, in denen Daumier ein Thema über mehrere Bilder hinweg behandelt hat. Die Ausstellung zeigt in den ausgewählten Exponaten einige dieser Serien vollständig, so dass sich ein spannungsreicher und umfassender Blick auf das Werk des Künstlers ergibt.

Engherzige Politiker und überforderte Staatsoberhäupter, blasierte Pariser Bürger und unbedarfte Landbewohner sowie schmachtende Junggesellen und resolute Ehefrauen – sie alle werden von Daumier genauestens unter die Lupe genommen und spitzfindig karikiert.

Von Kindestagen an lebte Daumier in der Metropole Paris. Er war Mitarbeiter der wöchentlich erscheinenden und von der Zensur bald verbotenen Satirezeitschrift „La Caricature“ (1830–1835). Außerdem arbeitete er jahrzehntelang für den täglich publizierten „Le Charivari“ (1832–1875). Sein Œuvre beläuft sich auf etwa 4.000 eigenhändig gezeichnete Lithographien sowie rund 1.000 nach seinen Zeichnungen gefertigte Holzschnitte. Über einen Zeitraum von mehr als vierzig politisch und gesellschaftlich äußerst bewegten Jahren schuf Daumier originelle Bildsatiren, die sich vor allem durch dramatische Helldunkel-Effekte, präzise herausgearbeitete Physiognomien und treffende Situationskomik auszeichnen. Diese Bilder geben einen unmittelbaren Einblick in das damalige Tagesgeschehen, in den politischen und bürgerlichen Alltag sowie die unterschiedlichen sozialen Milieus.

Die Ernst von Siemens Kunststiftung ermöglicht das Erscheinen eines umfangreich bebilderten Bestandskatalogs mit Essays zu unterschiedlichen Aspekten der Daumier’schen Karikatur im Deutschen Kunstverlag, München/Berlin, ca. 360 Seiten, ca. 280 Abbildungen, ca. € 28.

Die Ausstellung findet im Rahmen der Feierlichkeiten des Deutsch-französischen Jahres: 50 Jahre Élysée-Vertrag statt.

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