Oper: Boris Godunow

13.2.13 Premiere Boris Godunow Bayerische Staatsoper Vorstellungen: So 17.02.2013, 17h, Mi 20.02.2013, 19h, Sa 23.02.2013, 19h, Mi 27.02.2013, 19h, Sa 02.03.2013, 19h. Nationaltheater

Modest Mussorgskys Boris Godunow ist nicht nur als die russische Nationaloper mit der wohl umfangreichsten Entstehungsgeschichte bekannt, sie ist auch eine der modernsten Opern ihrer Zeit – besonders die sehr konzis komponierte und geschriebene erste Fassung, der sogenannte „Ur-Boris“ aus dem Jahr 1869. Diese feiert am 13. Februar 2013 an der Bayerischen Staatsoper Premiere. Die Regie übernimmt der Spanier Calixto Bieito, der dem Münchner Publikum bereits von seiner Fidelio-Interpretation bekannt ist. Die Hauptrollen sind mit dem jungen ukrainischen Bass Alexander Tsymbalyuk in der Titelpartie, Gerhard Siegel als Fürst Schujskij und Anatoli Kotscherga  als Pimen besetzt. Das Bayerische Staatsorchester wird von Generalmusikdirektor Kent Nagano geleitet.

In Boris Godunow greift Mussorgsky auf ein historisches Sujet zurück, auf die Regentschaftszeit des gleichnamigen Zaren von 1589 bis 1605, auch gemeinhin „Zeit der Wirren“ genannt. Die Fragen, die Boris Godunow aufwirft, sind jedoch alles andere als „typisch russisch“ oder gar auf die Vergangenheit bezogen. Calixto Bieito, der unter dem Eindruck der aktuellen politischen Situation Europas, besonders seiner Heimat Katalonien steht, trifft in Mussorgskys dunkelster Oper auf eine Gesellschaft, die seiner Meinung der heutigen sehr ähnlich ist: auf der einen Seite die Mächtigen, von der Macht korrumpiert; auf der anderen Seite das Volk als passives Wesen, das Opfer der Manipulation durch die großen wirtschaftlichen Strukturen ist.

Siehe auch:
Artikel aus dem Anfang Februar erscheinenden Max JosephCalixto Bieito gibt Auskünfte zu seinem Regieansatz. Calixto Bieito über „Boris Godunow“ (PDF-Download)

Modest Mussorgsky Boris Godunow.  Sponsored by The Linde Group

Einführungsmatinee: So 03.02.13, 11h Nationaltheater (siehe unten)

Die Einführungsmatinee unter der Leitung der Dramaturgen Rainer Karlitschek und Andrea Schönhofer erste Einblicke in die Neuproduktion von Boris Godunow. Regisseur Calixto Bieito wird über sein Verständnis von Mussorgskys Massenoper sprechen. Außerdem auf dem Podium sitzen Generalmusikdirektor Kent Nagano und der Darsteller der Titelrolle Alexander Tsymbalyuk. Der Chor der Bayerischen Staatsoper wird unter der Leitung vonSören Eckhoff Szenen aus Mussorgskys Volksoper singen, Alexander Tsymbalyuk und Vladimir Matorininterpretieren in Begleitung von Mark Lawson am Flügel ebenfalls Auszüge aus der Oper. Über das Bühnenbild gibt Rebecca Ringst Auskunft, die bereits die Bühne fürFidelio entworfen hat.

Pressekontakt: Annette Baumann

Kommentare sind geschlossen.