Reise: Nord-Pas de Calais – Louvre

Am 04.12.12. öffnet die Louvre-Außenstelle im Nord-Pas de Calais ihre Tore und bringt die kulturelle Dezentralisierung Frankreichs weiter voran. Der Standort nahe Lille, 2004 Kulturhauptstadt, ist für eine große Besucherzahl gut erreichbar und soll der ehemals florierenden Industrieregion wieder neue Impulse verleihen. Mitten im einstigen Kohleabbaugebiet, das die UNESCO im Sommer  zum

Weltkulturerbe ernannt hat, entstand in zwei Jahren Bauzeit der Louvre-Lens. Die fünf modernen, sanft in den umliegenden Naturpark integrierten Gebäude aus der Feder des japanischen Architekturbüros SANAA wurden mit dem Nachhaltigkeits-Label Haute Qualité Environnemental (HQE) gekürt. Dank viel Aluminium und Glas wirkt das 127 Millionen Euro schwere Projekt auf 17.000 Quadratmetern extrem leicht und zugänglich. Dem für fließende Strukturen bekannten Architekturbüro war wichtig, so viel natürliches Licht wie möglich zu nutzen und keinesfalls eine Kopie des Pariser Louvre zu schaffen. Das Gebäude wirkt dementsprechend offen und lädt im Einklang mit dem neu geschaffenen Naturpark zum entspannten Flanieren drinnen und draußen ein. (Bild: Empfangshalle © SANAA-Imrey Culbert-Catherine Mosbach)

Öfter mal was Neues
205 Meisterwerke aus dem Bestand des Pariser Louvre erstrahlen
im Louvre-Lens in neuem Glanz und sind künftig in der Dauerausstellung „Galérie du temps“ zu sehen. Das Bekannteste dürfte das Revolutionsbild von Delacroix „La Liberté guidant le peuple“ (Die Freiheit führt das Volk auf die Barrikaden) sein. Unter dem Fundus befinden sich aber auch viele Werke, die in Paris im Verborgenen lagen und nun in Lens wieder das Licht der Welt erblicken. Der Großteil der Exponate wird auf die Dauer von fünf Jahren in Lens gezeigt. Knapp 20 Prozent werden nach einem Jahr ausgewechselt, um treuen Museumsbesuchern immer wieder Neues bieten zu können. Die sogenannte „Galerie der Zeit“ bietet in chronologischer Reihenfolge ein kunstgeschichtliches Panorama quer durch die Kunstepochen vom 4. Jahrtausend vor Christus bis ins europäische 19. Jahrhundert. Alle Abteilungen des Pariser Louvre haben Leihgaben gen Norden geschickt, so dass Botticelli, Rembrandt, Raphael, Le Greco, Goya u.v.m. in Lens Einzug gehalten haben. Ab Dezember 2012 gilt es den Louvre also zweimal zu entdecken!

Ausblick Mai 2013: Rubens Europa
Im anderen Teil des Louvre-Lens, der „Galérie temporaire“, finden alle sechs Monate wechselnde Ausstellungen statt. Die erste Sonderausstellung widmet sich jetzt im Winter der Renaissance. Französische, italienische, spanische und nordeuropäische Meister liefern einen umfassenden Einblick in diese Epoche. 2013/2014 sind im Winter „Die Welt von Homer“ und „Die Virtuosität der Kunst“ für den Sommer geplant.

Gut zu wissen
Der Eintritt ist im ersten Jahr frei! Führungen wie zum Beispiel „Von der Mine zum Museum“ inklusive Einblick in die Geschichte des
Geländes werden regelmäßig vom Fremdenverkehrsamt in Lens angeboten. Der Ort Lens ist in von Paris aus mit dem Auto in zwei Stunden erreichbar. Der TGV verkehrt mit einer Fahrtzeit von 1 Stunde 15 Minuten bis zu zehn Mal täglich zwischen Paris und Lens. Lille und den internationalen Flughafen erreicht man in einer halben Stunde.

Weitere Informationen: Region Nordfrankreich Pressekontakt: Ralph Schetter, schetter tourismus pr

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