Buch: Zivilisation in der Sackgasse

November 2012 Mankau Verlag 
Prof. Dr. Franz M. Wuketits

Zivilisation in der Sackgasse

– Plädoyer für eine artgerechte Menschenhaltung

262 S., 19,95 € (D), 20,60 € (A), Hardcover mit Schutzumschlag. ISBN 978-3-86374-054-2

Sehr gut verständlich beschreibt Prof. Dr. Franz M Wuketits, wie sich die „Menschenhaltung“ im Laufe der Entwicklungsgeschichte verändert hat und es wird schnell offensichtlich, dass sie immer weniger „artgerecht“ ist: „Längst häufen sich die Anzeichen, dass die Zivilisation ein Irrtum war. Und es ist nur eine – alte – Utopie, dass die Zivilisation unsere Natur grundlegend ändern kann. Sollten wir, statt uns an die Zivilisation anzupassen, nicht besser die Zivilisation an uns anpassen?…“ Die Antwort des Autors ist ein klares „Ja“… Meines Erachtens muss ihm jedes in der Zivilisation eingeordnete oder besser: eingenordete – liegt ja alles so unauffällig nah beieinander – menschliche Wesen, dessen Bauchgefühl noch einigermaßen artgerecht funktioniert, recht geben. Unbedingt lesenswert! RS/PTM

(Pressetext) Der technologische Fortschritt überfordert die Natur des Menschen

Auswege aus dem Tempodrom
In seinem neuen Buch Zivilisation in der Sackgasse  diagnostiziert Prof. Dr. Franz M. Wuketits scharfsinnig und unterhaltsam eine „fatale Beschleunigung“ und das „Ende der Langsamkeit“ in nur wenigen Jahrzehnten der menschlichen Evolution. Auf der Grundlage neuester Forschungsergebnisse aus Soziobiologie und Anthropologie empfiehlt er dagegen eine „Besinnung auf das Mensch-Sein“ und die Rückkehr zu einer artgerechten Lebensweise.

Höher, schneller, mobiler …
Seit dem beginnenden 20. Jahrhundert, vor allem jedoch seit dem Zweiten Weltkrieg, ist eine atemberaubende Entwicklung der Technik zu verzeichnen. Kein anderes Zeitalter war durch so viele technische Innovationen geprägt wie dieser kurze Zeitraum von knapp über hundert Jahren, wobei viele jener Innovationen erst in den letzten paar Jahrzehnten stattfanden. Großraumflugzeuge für über vierhundert Passagiere, Hochgeschwindigkeitszüge, die mit über dreihundert Kilometern pro Stunde dahinbrausen, Traktoren mit bis zu fünfhundert Pferdestärken, Mobiltelefone, mit denen man nicht nur Ferngespräche führen, sondern auch Fotos schießen und im Internet surfen kann – man nehme, was man will, in den vergangenen Jahrzehnten hat sich die Technik in zuvor ungeahntem Ausmaß entwickelt.

Der Mensch überholt sich selbst
Coffee to go statt Kaffeehaus, Fast-Food-Kette statt Gasthof – jeder kann in seiner unmittelbaren Lebenswelt beobachten, wie vertraute Orte und Gewohnheiten verschwinden und einem neuen Lebensstil Platz machen, der zwar vermeintlich Vereinfachung und Erleichterung verspricht, in Wahrheit jedoch Ausdruck einer fatalen Beschleunigung ist.

Der Evolutionsforscher und Zivilisationskritiker Prof. Franz M. Wuketits trägt in seinem Sachbuch eine ganze Reihe an Phänomenen zusammen, die das „Ende der Langsamkeit“ in der menschlichen Entwicklung bezeugen – mit unabsehbaren Auswirkungen. So beherrschen Technologien inzwischen den Menschen – und nicht andersherum. Der Mensch lässt sich von seinen eigenen Erfindungen konditionieren. Er berauscht sich an Geschwindigkeit wie am Opium, muss aber einsehen, dass der Berauschung, will sie physisch und psychisch verkraftet werden, Grenzen zu setzen sind. Denn mit dem Tempo, das er sich selbst vorgibt, vermag er nicht mehr mitzuhalten. Und wo er es versucht, sind körperliche und seelische Störungen die natürliche Folge.

Zurück zur – menschlichen – Natur
Will sich die Menschheit in ihrem „Tempodrom“ (K.A. Geißler)  nicht zu Tode hetzen, muss sie aber wieder andere Zeitmaße finden und jeder Einzelne wird sein eigenes Tempo etwas zu drosseln haben. Jeder sollte sich kritisch fragen, ob denn im einzelnen Fall wirklich Hast und Eile angesagt sind, ob nicht Langsamkeit und umsichtiges Erwägen in der Gesamtbilanz in einer kommunikativen Situation viel bessere und tragfähigere Ergebnisse bringen. Es ist also an der Zeit, uns auf die Bedürfnisse unserer eigenen Art zu besinnen und unsere Zivilisation den Bedürfnissen unserer Spezies anzupassen – und nicht umgekehrt!

Kurzweilig, wissenschaftlich fundiert, aber ohne akademischen Fachjargon nimmt „Zivilisation in der Sackgasse“ die Auswüchse der sozialen und technischen Evolution in den Blick. Das Gegenprogramm einer „artgerechten Menschenhaltung“ ist jedoch keine pessimistische Untergangsprophetie, sondern gibt konkrete Hinweise darauf, wie ein der eigenen Natur entsprechendes Leben geführt werden kann – von jedem Einzelnen und im Sinne aller.

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Prof. Dr. Franz M. Wuketits
Leben wir noch artgerecht?

Wir wohnen in anonymen Ballungszentren, schuften in Großbetrieben ohne Bezug zu den Früchten unserer Arbeit, müssen oft dem Job zuliebe auf unsere familiären und heimatlichen Bindungen verzichten – droht uns der Verlust unserer Menschlichkeit im wahrsten Sinne des Wortes?

In den so genannten zivilisierten Ländern westlicher Prägung ist nahezu jeder Vierte psychisch krank; stressbedingte Beschwerden, Depressionen und Burnout-Syndrom sind auf dem Vormarsch. Kein Wunder, findet Evolutionsforscher Prof. Franz M. Wuketits – verlangen doch Beruf und Alltag vom Einzelnen eine Flexibilität, die der menschlichen Natur gar nicht entspricht. Unsere Seelen werden „entwurzelt“ – mit unabsehbaren Folgen für den Einzelnen wie für die Kollektive.

Eine „artgerechte Menschenhaltung“ muss her! Wuketits fordert von Gesellschaft, Politik und Ökonomie, die – teils bahnbrechenden – wissenschaftlichen Erkenntnisse der letzten Jahrzehnte über das Wesen und die Bedürfnisse des Menschen ernst zu nehmen. Jeder kritische Leser wird in diesem Buch sein eigenes Unbehagen angesichts der Entwicklung unserer Gesellschaft formuliert finden, aber auch anhand konkreter und leicht nachvollziehbarer Beispiele mögliche neue Wege für unsere Zukunft erkennen. Letztlich muss jedem klar werden, dass die Strukturen, die es „aufzubrechen“ und neu zu gestalten gilt, auch unserer eigenen Einsicht und Initiative bedürfen.

„Wir können nicht in die Steinzeit zurückkehren – aber uns überlegen, wie wir dem ‚Steinzeitmenschen in uns‘ wieder gerecht werden können!“

Pressekontakt: Raphael Mankau

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