Buch: München-Maxvorstadt

September 2012 Hirschkäfer Verlag
Martin Arz

MAXVORSTADT

Reiseführer für Münchner

260 S., 16,90 €, Broschur, viele Bilder. ISBN 978-3-940839-27-5. Dank übersichtlicher Karten lässt sich das Buch wie ein klassischer Reiseführer nutzen, um das Viertel selbst zu erlaufen. »Maxvorstadt« ist der Startschuss zu einer neuen Reiseführer-Serie zu Münchner Stadtvierteln. Die Bücher entstehen in Zusammenarbeit zwischen Hirschkäfer Verlag und Franz Schiermeier Verlag. In Arbeit sind aktuell Isarvorstadt, Westend, Haidhausen und Au. Weitere Titel zu Sendling, Giesing, Bogenhausen etc. folgen.

Wenn man Neues über „sein“ München erfahren will, jene gewissen Etwasse, die bisher im Verborgenen lagen, dann sollte man Stadtviertel-Bücher von Martin Arz lesen. Die neue Reihe aus dem Hirschkäfer Verlag ist „klein, schwarz, gut“ und voller Schokoladenseiten. RS/PTM

Von wegen Schwabing!

Kaum ein Stadtteil ist selbst bei Münchnern so wenig präsent wie die Maxvorstadt. Viele halten die Gegend zwischen Siegestor und Odeonsplatz, zwischen Englischem Garten und Neuhausen immer noch für Schwabing. Dabei nahm der Mythos »Schwabing« hier seinen Ursprung: Rings um die Türkenstraße lebten, feierten, malten, dichteten, komponierten und inszenierten sie – von Thomas Mann über Berthold Brecht und Wassily Kandinsky bis zu Franziska zu Reventlow.

Der neue Reiseführer für Münchner »Maxvorstadt« von Martin Arz widmet sich ausgiebig der Historie und den Histörchen zu Münchens schillerndstem Viertel, alles üppig bebildert mit historischen Ansichten und aktuellen Fotos.

Die Maxvorstadt erfuhr erst in den vergangenen Jahren einen Selbstbewusstseins-Schub, der ihr auch zusteht. Denn das Viertel kann sich nicht nur auf eine glorreiche Vergangenheit stützen, weil hier das Herz von »Schwabylon« schlug, es hat dank der vielen Hochschulen auch eine aufregende Gegenwart und nicht zuletzt wegen des Museumsareals eine spannende Zukunft. Autor Martin Arz hat gründlich recherchiert, um möglichst viel von dem, was die Maxvorstadt ausmachte und noch ausmacht, einzufangen. Warum König Ludwig I. dem Stadtteil seinen Stempel aufdrückte, wird ebenso thematisiert wie die Frage, warum Adolf Hitler ausgerechnet die Maxvorstadt als Zentrum seines Terrorregimes kultivierte.

Münchens kultureller Bauchnabel

»Maxvorstadt« führt zu den zahlreichen Museen mit ihren bedeutenden Sammlungen, zeigt, wie aus einem einst zwielichtigen Kasernenkomplex ein Kulturareal von Weltruf wurde. Ein Besuch im allerersten Museum für zeitgenössische Kunst der Welt ist ebenso dabei wie ein Blick hinter die Kulissen der lebendigen Theaterszene, des Circus Krone und des Bayerischen Rundfunks. »Maxvorstadt« besucht die legendären Kneipen Simplicissimus, Café Stefanie und Goldener Hirsch, in dem die Elf Scharfrichter tagten. Und zeigt, was die Maxvorstadt heute noch so lebenswert macht und warum sie in den letzten Jahren einen erneuten Boom erlebt.

Münchens Think-Tank »Maxvorstadt« führt durch Geschichte und Gegenwart der Bildungsstätten und begleitet mutige Studenten wie die Geschwister Scholl bei ihrem Kampf gegen den Nazi-Terror. Das Buch zeigt auch, wo bedeutende Bibliotheken gebundenes Wissen seit Jahrhunderten sammeln und wo Kulturbarbaren Bücher verbrannten. »Maxvorstadt« beleuchtet aber auch die Geschichte der Kirchen, Schulen und sozialen Einrichtungen im Viertel und führt zu den legendären (Studenten-)Treffs.

Münchens Wirtschaftsviertel

»Maxvorstadt« geht auf Spurensuche: Weltbekannte Unternehmen hatten ihren Ursprung in der Maxvorstadt, allen voran Löwenbräu und ARRI, die heute noch hier ansässig sind. Das Buch verrät, wo gebraut, gedruckt und gebacken wurde und wo man die monumentale Statue der Bavaria goss.

Wo viel gearbeitet wird, spielt auch Geld eine große Rolle: »Maxvorstadt« führt mitten ins Herz von Bayerns Finanzzentrum – zur Börse, zu den großen Banken und Finanzämtern. In keinem anderen bayerischen Stadtviertel wird mit so großen Summen jongliert, gab und gibt es aufsehenerregendere Finanzskandale und gleichzeitig mehr Steuerbehörden.

»Maxvorstadt« ist das Buch zum Viertel. Geschichte und Geschichten über die Straßen, Plätze, Museen, Institute, Häuser und Menschen. Fakten und Hintergründe. Vergangenes und Gegenwärtiges. Amüsantes und Tragisches. Skurriles und Skandalöses. Zum Lesen, Schmökern, Informieren, Blättern, Schwelgen.

Pressekontakt: Martin Arz

Kommentare sind geschlossen.