18.10.12-20.1.13 R/Evolution auf Papier

18.10.12-24.02.13 R/EVOLUTION AUF PAPIER. Zeichnungen aus fünf Jahrhunderden
Die Sammlung Klüser.
Unter dem Titel »R/Evolution« zeigen die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen herausragende Arbeiten auf Papier aus der Münchner Privatsammlung von Bernd und Verena Klüser. Mit über 200 Blättern eröffnet sich in der Alten Pinakothek ein weites Panorama der Zeichenkunst vom 16. bis zum 21. Jahrhundert. Von der autonomen Entfaltung des Mediums in der Renaissance bis hin zu seinen überraschenden Neuinterpretationen in der jüngsten Gegenwart wird so eindrucksvoll erfahrbar, dass die Künstler vor allem als Zeichner einen ganz unmittelbaren, sehr intimen Blick in das Wesen und den Prozess ihrer schöpferischen Arbeit gewähren. Zudem offenbart sich die Zeichnung als das ideale Medium, um Entwicklungsprozesse der Kunst im historischen Vergleich zu sehen, wobei der besondere Reiz darin besteht, dass die technischen Voraussetzungen – Papier, Stift oder Feder – stets die gleichen bleiben. (Bild: Joseph Beuys, unbetitelt, 1958. Hasenblut, Eisenchlorid, Fett, Bleistift © VG Bild-Kunst, Bonn 2012)
In der Pinakothek der Moderne konzentriert sich die Präsentation auf 150 Arbeiten auf Papier von Joseph Beuys, der wie kein zweiter Künstler im Mittelpunkt der Sammlung Klüser steht. Die hochkarätigen Beispiele aus den 1950er bis 1970er Jahren führen seine Ausnahmestellung als Zeichner und seinen virtuosen Umgang mit unterschiedlichen Materialien vor Augen.
Evolutionen und Revolutionen in der Alten Pinakothek
Die Auswahl der in der Alten Pinakothek präsentierten Blätter gewährt außergewöhnliche Einblicke in die Zeichenkunst von 1500 bis in das zweite Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts. So werden einerseits langfristige Entwicklungen – Evolutionen – des Mediums anschaulich, etwa in der Entstehung der eigenständigen Landschaftszeichnung, andererseits aber auch Brüche – Revolutionen – aufgezeigt, die an die Grenzen der Gattung führen. Neben Werken einflussreicher Künstler der italienischen, niederländischen, deutschen und französischen Schulen des 16. bis 18. Jahrhunderts (wie zum Beispiel Guercino, Tiepolo, van Dyck, Fragonard) bilden deutsche und französische Zeichnungen des 19. Jahrhunderts von Rottmann, Kobell, Delacroix und Degas einen weiteren Höhepunkt. Im 20. und 21. Jahrhundert spannt sich der Bogen von Cézanne und Matisse über Kirchner und Giacometti bis zu WarholBeuys und Palermo. Auch die jüngste Gegenwart ist mit Beispielen unter anderem aus dem grafischen Werk von Cy TwomblyTony Cragg und Olaf Metzel reich vertreten.
Experimente auf Papier – Joseph Beuys in der Pinakothek der Moderne
Über 40 Jahre lang haben Bernd und Verena Klüser einen Bestand an Zeichnungen, Aquarellen, Holzschnitten und Collagen von Joseph Beuys (1921–1986) in einer Sammlung zusammengetragen, die in ihrer Dichte und Vielfalt weltweit herausragend ist. Viele der Blätter wurden seit den 1970er Jahren direkt beim Künstler erworben, zu dem die passionierten Münchner Sammler und Galeristen engen Kontakt pflegten. Beuys, der für seine eigene Arbeit jede Art von Notation auf Papier als Zeichnung definierte – Gesprächserläuterungen, Formeln für politische, physiologische und natur-mythische Zusammenhänge ebenso wie traditionelle grafische Ausdrucksformen – verstand das Medium als weitreichendes Experimentierfeld seiner Ideen. Die Ausstellung von rund 150 Werken aus der Sammlung Klüser in der Pinakothek der Moderne möchte daher im Rahmen der Arbeiten auf Papier den »ganzen« Beuys erfassen.
Die Sammlung Klüser
Nachdem der Schwerpunkt der Kollektion zunächst auf Werken der Klassischen Moderne und der zeitgenössischen Kunst lag, haben die Sammler Bernd und Verena Klüser in den vergangenen zwei Jahrzehnten auch zahlreiche Zeichnungen alter Meister erworben. So lassen sich heute zum Beispiel inspirierende Bezüge herstellen zwischen der ganzheitlichen Weltsicht der Romantiker und des deutschen Idealismus zu Joseph Beuys. Daneben können auch formale Ansätze, wie fragmentarische, bewusst unvollendete oder zufällige Motive über Jahrhunderte verfolgt werden. Die Alte Pinakothek, eine der bedeutendsten Gemäldegalerien der Welt, und die Pinakothek der Moderne, eines der weltweit größten Museen für die bildenden Künste des 20. und 21. Jahrhunderts, stellen ideale Orte dar, um die Sammlung Klüser im historischen Kontext von Malerei, Skulptur und Fotografie zu zeigen.
Kataloge:
R/Evolution auf Papier. Zeichnungen aus fünf Jahrhunderten – Die Sammlung Klüser
Katalog zur Ausstellung in der Alten Pinakothek, herausgegeben von den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, mit einem einführenden Essay von Michael Semff und Texten von Christian Quaeitzsch und Christien Melzer, 240 Seiten, 109 Farbabbildungen, ISBN 9783981457858, 29 €
Joseph Beuys – Zeichnungen 1945-1986: Die Sammlung Klüser
Katalog zur Ausstellung in der Pinakothek der Moderne, herausgegeben von Bernd Klüser, mit Texten von Magdalena Holzhey und Dieter Koepplin, 368 Seiten, 198 Farbtafeln, Schirmer/Mosel, ISBN 9783829606240, 98 €
Ausstellung
18.10.2012-20.01.2013
Alte Pinakothek: Täglich außer MO 10.00-18.00 | DI 10.00-20.00
Pinakothek der Moderne: Täglich außer MO 10.00-18.00 | DO 10.00-20.00
Vorträge
Dr. Magdalena Holzhey, Düsseldorf
„Gegenüber dem Fixsternhimmel. Sichtbares und Unsichtbares im Werk von Joseph Beuys“
13.11., 19.00, Ernst von Siemens-Auditorium
Dr. Thomas Ketelsen, Köln
„Vom Klecks zur Idee. Inspirationstheorien von Leonardo da Vinci bis Jean-Jacques Rousseau“
27.11., 19.00, Ernst von Siemens-Auditorium
Prof. Dr. Armin Zweite, München
„Beuys heute“ (Arbeitstitel)
17.01.2013, 19.00, Ernst von Siemens-Auditorium
Führungen
Konservatorenführungen mit Andreas Schumacher: Di 30.10., 18.30, FR 23.11, 15.00, DI 11.12., 18.30
Programmführungen Alte Pinakothek. SA 20.10., 03.11., 17.11., 01.12., 15.12., 29.12.2012, 12.01.2013, 15.00
Konservatorenführungen mit Corinna Thierolf: MI 05.12., 15.00
Programmführungen Pinakothek der Moderne: SA 27.10., 10.11, 24.11, 08.12., 22.12.2012, 05.01., 19.01.2013, 15.00
Kinderworkshop
„Tolle Blätter“ für Kinder von 5 bis 12 Jahren, Alte Pinakothek
SA 17.11., SA 01.12., SA 15.12., 14.30-16.00
Pressekontakt Tine Nehler M.A.

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