Buch: Lea und Siegfried

Allitera Verlag, Loeb, Lea und Siegfried2012 Allitera Verlag
François Loeb

Lea und Siegfried

Die Geschichte einer Liebe, die nicht sein durfte und doch denkbar war. Erzählung

132 S., 14.90 € Paperback, ISBN: 978-3-86906-466-6 Leseprobe (PDF)

Diese Geschichte erzählt eine Liebe, die in ihrer Zartheit und Unschuld wie aus der Zeit gefallen zu sein scheint, in der sie spielt. Diese Liebe, die nicht sein durfte und doch denkbar war reflektiert die bewegende Geschichte der jungen Jüdin Lea und ihres jugendlichen Beschützers Siegfried und spielt in einer Kleinstadt in den Jahren des sich verschärfenden Antisemitismus. Auf dem städtischen Gymnasium leidet Lea unter den Schikanen des Biologielehrers Zauss, des überzeugten Nationalsozialisten, dem kein Mittel zu schade ist, um im Städtchen an die Macht zu kommen. Gelindert wird Leas wachsende Verzweiflung durch die zärtliche Liebe des Mitschülers Siegfried,
der trotz drohender Sanktionen mutig und standhaft für Lea und für seine Ideale eintritt. Einzelne Bürger ermutigt dies, sich solidarisch mit der jüdische Bevölkerung zu zeigen. Die Mehrheit reagiert jedoch mit Wegschauen bis hin zu Häme oder Beteiligung am nationalsozialistischen Terror. Ein altes Bergwerk, von Siegfried liebevoll hergerichtet, dient dem Liebespaar als Zufluchtsort. Das Szenario dieses geheimen „Paradieses der Liebe“ im Berginneren steht in krassem Kontrast zu den Demütigungen und Feindseligkeiten außerhalb.

Meisterhaft lässt François Loeb das Unfassbare dieser Zeit durch „Lea und Siegfried“ lebendig werden. Um die Romanhandlung ranken sich kunstvoll die Reflexionen des Erzählers, der auf Spurensuche am Ort des Geschehens ist. Sein Nachsinnen an Grabsteinen, in Wäldern und Stollen gibt eine spürbare, abgrundtiefe Trauer wieder. Auch die alte Sage des Salesi Bloch, der durch ein Loch in den Schacht des Bergwerks einbricht und nur Dank seines Durchhaltevermögens beim Bauen einer immer wieder einbrechenden Kieselsteintreppe überlebt, begleitet die Liebesgeschichte mit hoher symbolischer Bedeutung.

François Loeb betrachtet das Vermögen nicht aufzugeben als Hoffnungszeichen für eine bessere Zukunft und appelliert an seine Leser, ihren Teil zum Bauen einer festgemauerten Toleranztreppe beizutragen.

Pressekontakt: Buch Contact

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