Rom: „Anti-Panino“-Dekret

Brotzeit auf der Piazza Navona? Von wegen – Rom greift durch.  Doch das „Anti-Panino“-Dekret ist umstritten.

Tatobjekt Butterbrot: Wer auf der Spanischen Treppe ein Sandwich isst, muss neuerdings mit einem Bußgeld von bis zu 500 Euro rechnen. Die Anordnung erließ kürzlich Roms Bürgermeister Gianni Alemanno –  zum Schutz der Gebiete von „herausragender historischer, artistischer, architektonischer und kutureller Bedeutung“, wie es offiziell heißt. Trinken vor Touristenmagneten wie dem Pantheon oder dem Colosseum ist ebenso verboten. Der Anblick ist ungewohnt: Wer in diesen Tagen durch Rom schlendert, kann strenge Polizisten erleben, die essende Touristen mit trillernder Pfeife von der Spanischen Treppe verscheuchen. (Foto: Rom, Auf der Spanischen Treppe ist essen neuerdings verboten. © Luise Pfefferkorn, pixelio.de)

„Verbrechen Sandwich“ 

Die Verfügung, die sich offiziell vor allem gegen wildes Biwakieren in der Stadt wendet, ist umstritten. Die Römer verpassten ihr den Spitznamen „Anti-Panino“-Dekret. „Ein Panino ist kein Verbrechen“, wehren sich Gegner bei kurzfristig organisierten Mob-Demos und auf Facebook. Davon will Alemanno nichts wissen: „Auch im historischen Stadtzentrum gibt es kein Verbot, Sandwiches zu essen oder Getränken zu konsumieren, solange sich die Betroffenen bewegen oder nicht vor historischen Monumenten sitzen“, stellt  das Stadtoberhaupt klar.

Kein Sonnenbad oben ohne

Die neue Verordnung ist nicht die erste, die respektlose Touristen zu mehr Achtung vor den Kulturschätzen Italiens anhalten soll. Rom und andere Städte versuchten es schon mit Ordonnanzen gegen Obdachlose, Prostituierte oder Sonnenbadende mit freiem Oberkörper – zumeist mit zweifelhaftem Erfolg. Das „Anti-Panino“-Dekret ist vorerst bis Ende Dezember gültig. Eine Verlängerung durch Alemanno gilt als sicher.

Text © Italia-Promozioni.com, Pressekontakt: Cinzia Cirillo

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