Pinakotheken-Museennacht 20.-21.10.12

Die 14. Lange Nacht der Münchner Museen im Kunstareal, Sa/Sonntagnacht: 13.878 Besuchern in den Pinakotheken und im Museum Brandhorst. 

In der Alten Pinakothek konnten rund 4365 Nachtschwärmer die Entwicklung der europäischen Malerei vom  Mittelalter über die Renaissance und das Barock bis zum ausgehenden Rokoko anhand von über 700 Gemälden studieren. In der Neuen Pinakothek sahen 4127  Besucher die Sammlung der Malerei des 19. Jahrhunderts mit Werken von Goya bis Picasso, und die Sammlung Schack mit ihren romantischen Bildern von Feuerbach, Böcklin und von Schwind zog 768 Kunstliebhaber an. Insbesondere die mediale Licht-Installation »Digital Decalcomania«, von CASA MAGICA (Foto: © Casa Magica) an der Ostfassade der Pinakothek der Moderne hat die zahlreichen Besucher im Kunstareal in ihren Bann gezogen. Im Skulpturensaal des Museum Brandhorst gab es bislang noch nicht ausgestellte Rauminstallationen der amerikanischen Künstlerin Cady Noland  sowie Andy Warhol im Erdgeschoss Arbeiten aus den umfangreichen -Beständen des Museums neu zu entdecken.. 4618 Besucher nutzen die nächtliche Atmosphäre dort auch um sich länger in den Multimediaräumen im Untergeschoss aufzuhalten und die zwei Videoarbeiten aus den Beständen der Pinakothek der Moderne anzusehen : Rineke Dijkstras „The Buzzclub…” (1996/97) und „Eight” (2001) von Teresa Hubbard/Alexander Birchler.

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Pressetext: Münchner Kultur GmbH ∙ Karin Horch: Wo normalerweise die Nachtwächter einsam ihre Runden drehen, ist am 20. Oktober alles voller Leben und hell erleuchtet: Es war wieder „Die Lange Nacht der Münchner Museen“. Von 19 bis 2h zeigten Museen, Sammlungen, Galerien und Kirchen ihre Schätze zu ungewohnter Stunde. Neben den laufenden Ausstellungen werden spezielle Führungen, Sonderprojekte, Installationen, Konzerte und jede Menge Überraschungen geboten. Zu ihrer 14. Auflage war die Münchner Museumsnacht auf stolze 100 Häuser angewachsen und damit so groß wie noch nie. Die einzigartige Mischung und Vielfalt macht die besondere Atmosphäre der Museumsnacht aus: Neben den großen Häusern mit den weltbekannten Sammlungen locken auch kleinere Kunstprojekte, Museen und Newcomer.

Das Kombiticket für 15 € berechtigt zum Eintritt in die beteiligten Häuser sowie zur Nutzung der MVG-Shuttlebusse und des MVV-Gesamtnetzes. Programmhefte und Karten gibt es ab Mitte September bei allen beteiligten Häusern und den bekannten VVK- Stellen.

Mit dabei sind weltberühmte Publikumsmagneten wie die Alte und die Neue Pinakothek mit Sonderführungen, das Museum Brandhorst mit einem Kunststreitpunkt, der Besucher zu Fragen anregen soll, oder auch das Haus der Kunst. Das Bayerische Nationalmuseum hat sich ganz auf das Motto Unsterbliche Paare – Zweisamkeit im Museum spezialisiert: Sechs unterschiedliche Führungen greifen Geschichte aus Sicht der Themen Liebe, Abneigung und Verbissenheit unterhaltsam auf, dazwischen sorgt die Impro-Oper La Triviata für Begeisterung. Die Villa Stuck zeigt Highlights aus der Sammlung Gunter Sachs, in den historischen Räumen können sich die Nachtschwärmer auf die Suche nach dem Original des diesjährigen Lange Nacht-Titelmotivs machen. Einen Besuch wert ist in jedem Fall das Münchner Stadtmuseum, wo neben der Stadtgeschichte auch Musikgeschichte durchwandert wird: Im neu eröffneten Soundlab kann an Klangstationen experimentiert oder in der Sammlung Musik auf Instrumenten des javanisches Gamelans mitgespielt werden.

Die Pinakothek der Moderne nutzt ihre Ostfassade für die Lichtinstallation Digital Decalcomania, welche mit Musik synchronisiert die ganze Nacht zu sehen ist.

Raum für moderne Kunst und mediale Installationen bieten auch etliche Kirchen: Die begehbare Licht-Video-Installation LichtRäume von Philipp Geist visualisiert in der Theatinerkirche die Themen Glaube, Zeit und Licht. In der Kirche St. Lukas werden Zukunftsszenarien für das Lehel medial dargestellt, das Programm in St. Paul beschäftigt sich u. a. mit der Frage nach Schuld und Vergebung mittels des Dokumentarfilms Into the Abyss von Werner Herzog.

Mit dem Glauben in der Antike setzt sich die Ausstellung Die Unsterblichen – Götter Griechenlands auseinander, die sich über die Glyptothek und die Staatlichen Antikensammlungen erstreckt.

Naturwissenschaft und Technik versehen mit reichlich Zusatzprogramm erwartet die Nachtschwärmer im Deutschen Museum: Passend zum Ambiente ist in der Kraftmaschinenhalle die von Giorgio Moroder erstellte Videoclip-Version von Metropolis zu sehen, in der Luftfahrthalle eine Flugpantomime. Die frisch restaurierte Oststernwarte und der Turm gewähren einmalige Ausblicke auf Münchens Himmel. Einsteigen und Geschichte erleben! heißt es auf dem Vorplatz, von wo aus man mit dem Rollenden Museum die einmalige Gelegenheit hat, im Oldtimer zum Deutschen Museum Verkehrszentrum zu pendeln: Dort wartet auf die Gäste Die blaue Nacht und ein Spaziergang zu außergewöhnlichen Fahrzeugen. Wer jetzt auf den Geschmack gekommen ist, der könnte sich auf den Weg ins MVG Museum oder in das BMW Museum begeben und von diesem per Shuttle ins Werksmuseum der MTU Aero Engines, wo Luftfahrtgeschichte und innovative Technologien erklärt werden.

Als Kontrastprogramm zu Hightech und Verkehr bietet sich etwa ein Abstecher zum Botanischen Garten und dem Museum Mensch und Natur an: Ein geheimnisvolles grünes Nachtleben, die Sonderausstellung Kunstwerk Alpen und Mitmachstationen laden ein, sein Wissen zu vertiefen.

Reichlich vertreten ist auch das Kunsthandwerk: In der Galerie Handwerk häkeln die „Rausfrauen“ in einer Performance fluoreszierende Glühbirnen, die die Besucher in die Nacht hinaus tragen können. Die Grundschläge der Spitzenklöppelei können Interessierte im Infopoint Museen & Schlösser in Bayern und Münchner Kaiserburg gleich selbst üben, wo die althergebrachte Kunst vorgestellt wird. Der Bayerische Kunstgewerbe-Verein hat sich der Chocolaterie und Modekunst unter dem Titel Kakao – Inspirationen zwischen Pralinen und Plissee verschrieben.

Neu dabei ist caratart im hotelmüller München mit Rotkäppchen vs. Der böse Wolf – Deutsche Romantik trifft Streetart: Hier begegnet klassische Malerei einer kreativen Bühnenbildinszenierung sowie einer Streetart-Live-Performance mit lokalen Graffitikünstlern. Lange Nacht-Premiere feiert auch die Henn Galerie mit einer Portraitserie des Münchner Fotografen Malte Wandel, der auch zum Künstlergespräch vor Ort ist.

Die Kreativwerkstatt Kinderkunsthaus München öffnet erstmalig auch abends ihre Pforten und bietet ein interaktives Programm mit verschiedensten künstlerischen Techniken in der Werkstatt und im Medienlabor.

Zum letzten Mal in den alten Räumen dabei ist das Staatliche Museum Ägyptischer Kunst, daher heißt es Abschied von der Residenz.

Bereits am Nachmittag gibt es von 14-18 Uhr auch für die kleinen Besucher großes Programm: Kunst, Kultur und Technik werden kindgerecht vermittelt. Die Angebote reichen von einer Lithografiewerkstatt über Pralinenkunst, einer Spurensuche durch die Residenz bis hin zu speziellen Führungen. Was Friedrich den Großen mit der Kartoffel verbindet, das erfährt man schließlich im Kartoffelmuseum.

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