21.09.-11.11.12 The Undercurrent

The Undercurrent of Boredom,  lothringer13 (21.09.-11.11.12).
Sören Kierkegaards Diktum, die Götter hätten die Welt aus bloßer Langeweile erschaffen, enthält ein schöpferisches Moment, das aus der Langeweile, aus der motivationslosen Erlebnisarmut, Bedeutung entstehen lässt. Auch wenn Kierkegaard diese produktive Ebene der Langeweile nicht zu thematisieren beabsichtigte, so verdeutlicht der schöpferische Aspekt dieses Gefühls eine Ebene, die, wohl vermittelt über Nietzsche, von Heidegger später zu einem zentralen Aspekt seiner Philosophie der Gestimmtheiten erklärt wird. Die Langeweile erscheint, und dies wird auch durch aktuelle Diskussionen sichtbar, als ambivalentes Moment, das einen Nullpunkt des Interesses an der Welt verdeutlicht und zugleich als Ausgangspunkt für ein neues, sensibles Wahrnehmen erfahren werden kann. Neben dem Nichts, das die Langeweile zunächst ausstrahlt, scheint diese immer auch von einer Unterströmung gespeist, die eine welteröffnende Stimmung ermöglicht.  Presseinformation: The Undercurrent of Boredom lo13

Kommentare sind geschlossen.