7.6.-2.9.12 Der Zeichner Karl Arnold

7.6.-2.9.12 Der Zeichner Karl Arnold. Staatliche Graphische Sammlung München, Pinakothek der Moderne
Karl Arnold (1883–1953) zählt zu den berühmten politischen Karikaturisten der Zeitschrift »Simplicissimus«. Er hat wie kaum ein anderer Künstler seiner Generation zeichnend den Charakter und die Charaktere seiner Zeit beobachtet.
Bis heute gab es allerdings keine Retrospektive, die einen Überblick über das gesamte Schaffen Arnolds – von den Anfängen im Jugendstil bis ins Jahr 1942, den »Simplicissimus«-Mitarbeiter und den Illustrierten-Zeichner – gezeigt hätte. Die Gesamtschau seines Werks versammelt über 200 Originalzeichnungen und frühe Ölgemälde des Künstlers aus dem Bestand der Staatlichen Graphischen Sammlung München und aus Privatbesitz. (Foto: Karl Arnold, Skizzenblatt, 1920er Jahre, Staatliche Graphische Sammlung München © VG Bild-Kunst, Bonn 2012)

Die Vorstellung vom Leben der 1920er und 30er Jahre wurde nicht zuletzt von Arnolds Beobachtungen und Bildideen, seiner Schilderung von Glamour und gesellschaftlichen Abgründen geprägt. Dennoch ist Karl Arnold heute nicht mehr so präsent wie die wenig jüngeren Otto Dix und George Grosz.

Nach dem Studium der Malerei an der Münchner Akademie erschienen 1907 Arnolds erste Zeichnungen in »Simplicissimus« und »Die Jugend«. Ab 1917 gehörte er neben Olaf Gulbransson und Thomas Theodor Heine zum festen Stamm der Zeichner des »Simplicissimus«. Mit seinem präzisen, linearen Zeichenstil brachte er in den 1920er Jahren eine neue, zeitgemäße Note in die Zeitschrift. In eben diesen Jahren entwickelte er zudem für die »Münchner illustrierte Presse« eine neue Form von Bildergeschichte und gezeichneter Reportage. Mit der Figur des »Herrn Xaver Hintermaier« schuf er dabei auch erstmals die Figur des »typischen« Münchner mit seiner speziellen Sicht auf die Welt.

Obwohl einer der schärfsten Kritiker Adolf Hitlers, konnte Arnold in der Diktatur der Nationalsozialisten weiter arbeiten. Neben Karikaturen über die außenpolitischen Ereignisse der 1930er Jahre zeichnete er vor allem unverfängliche Witze über das Alltagsleben. Die Ausstellung wird aber auch die Frage stellen, ob subversive Kritik in der Diktatur möglich war? 1942 schwer erkrankt, musste er zwei Jahre vor Einstellung des »Simplicissimus« seine künstlerische Arbeit beenden.

Zur Ausstellung erscheint eine umfangreiche Monographie im Deutschen Kunstverlag, München/Berlin, ca. 360 Seiten, ca. 220 Abbildungen, ermöglicht durch die Ernst von Siemens Kunststiftung. (Kurator: Andreas Strobl). Parallel zeigt das Olaf Gulbransson Museum in Tegernsee die Ausstellung: »Karl Arnold – Illustrationen von Ringelnatz bis Valentin« (10.06.-16.09.2012)

Pressekontakt Tine Nehler M.A.

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