Condrobs 40 Jahre „Brückenbauer“

Condrobs baut seit 40 Jahren Brücken ins Leben. Verein für soziale Hilfsangebote zeigt anlässlich seines Jubiläums (Foto Condrobs) die Vielfalt seiner Arbeit – mit einer Blauen Brücke am Odeonsplatz.

München, 22. Juni 2012 – Eine Blaue Brücke zieht seit heute wie ein Magnet die Passanten auf den Odeonsplatz. Acht mal vier Meter groß ist die Skulptur und weit mehr als nur ein Kunstwerk. Sie ist Symbol der Arbeit von Condrobs. Der größte überkonfessionelle Träger für soziale Hilfsangebote in Bayern feiert bis einschließlich kommenden Donnerstag 40-jähriges Jubiläum mit einem bunten Programm – unterstützt von zahlreichen Sponsoringpartnern, darunter Unternehmen wie Securetec und franzmünchinger. Ein ganz besonderes Engagement zeigte Professor Wolfgang Flatz. Der bekannte Aktionskünstler gratulierte Condrobs mit einer Brückenskulptur zu seiner 40-jährigen Arbeit mit Jugendlichen, Suchtkranken und Angehörigen. Als Vorlage diente ein Brückenklötzchen aus einem Holzbaukasten. Leider war Wolfgang Flatz selbst am heutigen Einweihungstag aufgrund der Folgen eines schweren Verkehrsunfalls verhindert. Doch überbrachte er aus dem Krankenhaus eine persönliche Filmbotschaft: „Brücken verbinden und überbrücken Hindernisse, die nur durch sie überwunden werden können. Sie sind richtungsgebende Markierungen. Brücken sind aber auch Symbole für neue und andere Wege im Leben. Lasst uns Brücken bauen.“

Eisi Gulp und das Condrobs Präventionsteam

Wie vielfältig die Brücken ins Leben sind, die Condrobs tagtäglich baut, zeigte der Verein heute anlässlich seiner 40-Jahr-Feier. Bei der Pressekonferenz startete Eisi Gulp humorvoll damit, sein spezielles Kabarettprogramm „Hackedicht –Schultour“ vorzustellen: Über den Ge- und Missbrauch legaler wie illegaler Drogen regt er seit zwei Jahren SchülerInnen an, den eigenen Konsum zu reflektieren und begegnet ihnen dazu vor allem auf emotionaler Ebene. Bei der Verarbeitung ihrer Gefühle steht den Jugendlichen das Präventionsfachteam von Condrobs zur Seite. Der sonst bayernweit tätige Verein unterstützt damit ein bundesweites Projekt, das der Deutsche Kinderschutzbund und die Knappschaft initiierten.

Gegründet von einer Selbsthilfe-Initiative betroffener Eltern

Die Prävention war und ist einer der Schwerpunkte der Arbeit von Condrobs. Bei der Gründung vor 40 Jahren standen die Beratung und Unterstützung verzweifelter Eltern, die mit der Tatsache, dass ihre Kinder Drogen konsumieren, nicht umgehen konnten, im Mittelpunkt. Aus dieser Motivation heraus hatten betroffene Eltern im Dezember 1971 eine Selbsthilfe-Initiative ins Leben gerufen – fachlich begleitet von dem jungen Anwalt Alexander Eberth. Der amtierende Aufsichtsratsvorsitzende schilderte heute die Entwicklung von Condrobs. Im Februar 1972 erfolgte die Eintragung ins Vereinsregister. Im Juni 1972 nahm Condrobs mit der Eröffnung der ersten Beratungsstelle in der Konradstraße im Münchner Stadtteil Schwabing offiziell die Arbeit auf. Von Beginn an war es Ziel, nach neuen Wegen in der Drogenhilfe zu suchen und dabei drogenkonsumierende Menschen und ihre Angehörigen bestmöglich zu begleiten. Dass dies gelungen ist, zeigen die facettenreichen Angebote, mit denen Condrobs seit jeher eine Vorreiterrolle einnimmt.

1980: 50 MitarbeiterInnen und 6 Einrichtungen

Die zukunftsträchtigen Konzepte revolutionierten oft den Markt, neben vielen auch die erste frauenspezifische Einrichtung Prima Donna, die 1986 eröffnet wurde. So etablierte und professionalisierte man sich in den 80er Jahren und ging mit sechs Einrichtungen und 50 MitarbeiterInnen gestärkt ins nächste Jahrzehnt. Wachstum und Differenzierung bestimmten diese Zeit. Der Nenner dabei: individuell auf die Bedürfnisse der Klientel abgestimmte Angebote. Unter diesem Aspekt weitete Condrobs die Jugendarbeit aus, der Bereich ist noch heute der mit Abstand größte. Zudem verfolgte man in den 90er Jahren die ersten niedrigschwelligen Ansätze, startete diverse Arbeitsprojekte und weitete viele bereits bestehende Angebote aus.

Etablierung ganz neuer Bereiche

Das Wachstum bedingte eine weitere Professionalisierung und schließlich auch Organisationsanpassung ab der Jahrtausendwende, die 2004 abgeschlossen war. Für die Zukunft gewappnet widmet sich Condrobs nun neuen Hilfsangeboten: Etablierung von Betreutem Wohnen für verschiedene Zielgruppen bzw. auch für die zunehmend älter werdende Klientel, Ausbau der Arbeitsprojekte und der eigenen Beschäftigungs GmbH sowie Start der Betreuung von unbegleiteten, minderjährigen Flüchtlingen. Heute ist Condrobs mit rund 450 MitarbeiterInnen neben der Suchthilfe in der Kinder-, Jugend- und Altenhilfe, der psychiatrischen Versorgung sowie im Ausbildungs- und Beschäftigungsbereich aktiv. Ein besonderes Anliegen sind zudem Präventions- und Hilfsmaßnahmen für Kinder und Jugendliche sowie die Unterstützung von Betrieben bei der Gesundheitsförderung. Den hohen Qualitätsstandard bestätigt seit 2011 das international anerkannte Gütesiegel CERT iQ.

40 Jahre Drogenberatung München in der Konradstraße

In den Anfängen nutzten vorwiegend junge Menschen, die Haschisch oder LSD konsumierten, das Angebot der ersten Condrobs-Einrichtung. Uwe Steinbrenner, Einrichtungsleiter der Drogenberatung München und selbst schon 20 Jahre bei Condrobs, erzählte eindrucksvoll, wie sich die Herausforderungen verändert haben. Das Spektrum ist immens gewachsen. Es umfasst nicht nur Menschen verschiedener gesellschaftlicher Schichten, Bedarf haben vermehrt Personen mit Migrationshintergrund, häufig aus Krisengebieten. Neben den herkömmlichen ist ein Zuwachs an synthetischen Substanzen, zum Beispiel den „Legal Highs“, zu verzeichnen. Zudem nimmt der Beratungsbedarf der Menschen mit nichtstoffgebundenen Abhängigkeitsformen zu: Glücksspielsucht und exzessiver Mediengebrauch. Der Schwerpunkt der Arbeit liegt aktuell in der Krisenintervention: Viele KlientInnen suchen schnelle, ambulante Hilfe, um während der Betreuung arbeiten zu können. Wunsch der acht Condrobs-ExpertInnen der Konradstraße ist es, dass die Finanzierung auch in Zukunft aufrechterhalten bzw. bestmöglich sogar aufgestockt wird, so dass sie den Menschen weiterhin die Hilfe geben können, die der Lebenssituation der / des Einzelnen gerecht wird. Und, dass die Menschen die notwendige gesellschaftliche Akzeptanz erfahren.

Meine eigene Brücke ins Leben: Ich bin clean!

Wie wieder zurück in die Gesellschaft? Mit dieser Frage beschäftigte sich zum Beispiel Klient Juri K. Im November 2010 kam der junge Mann in die sozialtherapeutische Wohngemeinschaft Inizio – eine Einrichtung, die es schon seit den 70er Jahren unter dem Dach von Condrobs gibt. Gemeinsam mit den ExpertInnen dort suchte er nach seiner Brücke ins Leben, nahm dazu alle therapeutischen und alle Freizeitangebote wahr. Mit Erfolg – Juri ist bereits über die Brücke gegangen: „Ich bin clean! Und das ist das Wichtigste in meinem Leben.“

Über Condrobs 

Condrobs ist mit über 30 Einrichtungen und einer Beschäftigungs GmbH einer der größten überkonfessionellen Träger für soziale Hilfsangebote in Bayern. 2011 begleitete die Organisation mit rund 450 MitarbeiterInnen mehr als 7.200 Hilfesuchenden. Seit 40 Jahren verfolgt Condrobs ein Ziel: mit individuell auf die Bedürfnisse des Einzelnen abgestimmten Angeboten Menschen eine Brücke  in ein selbstbestimmtes, gesundes Leben zu bauen. Ob Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene, minderjährige Flüchtlinge, Frauen, Männer, Angehörige oder ältere Menschen – die Hilfen von Condrobs sind im Lauf der Jahrzehnte stetig gewachsen. Konzentrierte man sich anfangs rein auf die Prävention und die Hilfen für Suchtgefährdete und -kranke, ist Condrobs heute ebenso in der Kinder- und Jugendhilfe, Altenhilfe, der psychiatrischen Versorgung sowie im Ausbildungs- und Beschäftigungsbereich aktiv. Ein besonderes Anliegen des Vereins sind Präventions- und Hilfsmaßnahmen für Kinder und Jugendliche sowie die Unterstützung von Betrieben bei der Gesundheitsförderung. Weitere Informationen unter www.condrobs.de.

Pressekontakt: uschi vogg_PR

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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