Buch: FRAUEN. Picasso, Beckmann, de Kooning

April 2012 Hatje-Cantz

FRAUEN FRAUEN FRAUEN

Pablo Picasso, Max Beckmann, Wellem de Kooning
Hrsg. Carla Schulz-Hoffmann, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Texte von Elisabeth Bronfen, Barbara Dabanoglu, Doris Dörrie, Siri Hustvedt, Michael Köhlmeier, Eva Reifert, Richard Richard Shiff / Uwe M. Schneede, Carla Schulz-Hoffmann, Feridun Zaimoglu, Gestaltung von Büro Sieveking, KMS TEAM. Cover Foto © Hatje-Cantz

348 S.,49,80 €,66,50 sFr. 169 Abb., davon 154 farbig, 23,50 x 30 cm. Gebunden/Schutzumschlag. Deutsch: ISBN 978-3-7757-3266-6, Englisch: ISBN 978-3-7757-3267-3). Dieses meisterliche Oeuvre ist viel mehr, als „nur das Buch zur Ausstellung“: FRAUEN. Pablo Picasso, Max Beckmann, Wellem de Kooning in der Pinakothek der Moderne in München (30.03.-15.07.2012) RS

Die Auseinandersetzung mit dem Thema »Frau« geht bei Pablo Picasso (1881–1973), Max Beckmann (1884–1950) und Willem de Kooning (1904–1997) – unabhängig von den ihnen im »öffentlich« privaten Bereich angehängten Klischees – weit über einseitige Festlegungen hinaus. Frauen treten in ihrer Kunst äußerst differenziert auf, sind von eigenständiger Bedeutung und werden immer wieder zu einem sensiblen Spiegel gesellschaftlicher und politischer Probleme und Umbrüche. Sie sind keine bloße Projektionsfläche männlicher Sehnsüchte und Begierden, sondern Katalysator für eine Auseinandersetzung mit der eigenen Biografie sowie der Zeitgeschichte (Picasso), sie werden zum in sich vollkommen freien, unabhängigen Gegenbild (Beckmann) oder zur eigenständigen Kraft, in der künstlerische Ausdrucksmöglichkeiten kulminieren (de Kooning). Kunsthistoriker, Schriftsteller, Soziologen und Künstler nähern sich dem Thema aus unterschiedlichen Blickwinkeln an.

Ausstellung München, Pinakothek der Moderne 30.03.-15.07.2012 FRAUEN. Pablo Picasso, Max Beckmann, Wellem de Kooning

Die Pinakothek der Moderne widmet sich im Jahr ihres zehnjährigen Bestehens dem Thema »Frauen« im Werk dreier zentraler Künstler des 20. Jahrhunderts: Pablo Picasso, Max Beckmann und Willem de Kooning. > Bild: Max Beckmann: Fastnacht-Maske grün, violett und rosa, Columbine, (Carnival Mask, Green, Violet, and Pink. Columbine) 1950, Öl auf Leinwand, 135,9 x 100,5 cm. © Saint Louis Art Museum, Saint Louis, Nachlass Morton D. May < Die Rolle, die sie Frauen in ihrer Kunst beimessen, geht weit über einseitige Festlegungen und Klischees von Weiblichkeit hinaus. Frauen treten in den Gemälden der Künstler äußerst differenziert auf, sind von eigenständiger Bedeutung und werden immer wieder zu einem sensiblen Spiegel gesellschaftlicher und politischer Probleme und Umbrüche. Sie sind nicht lediglich Projektionsfläche männlicher Sehnsüchte und Begierden, sondern Katalysator für eine Auseinandersetzung mit der eigenen Biografie sowie der Zeitgeschichte (Picasso), sie werden zum in sich freien, unabhängigen Gegenbild (Beckmann) oder zur eigenständigen Kraft, in der künstlerische Ausdrucksmöglichkeiten kulminieren (de Kooning).

Kuratorin Carla Schulz-Hoffmann: »Anders als zahlreiche, verbreitete kunsthistorische Interpretationen nahelegen, stellen Picasso, Beckmann und de Kooning freie und emanzipierte Frauen dar. Ihre Werke provozieren uns heute immer noch, obwohl pornographische Bilder Teil unserer visuellen Kultur sind. Das bedeutet meines Erachtens, dass die Bilder der drei Künstler uns auf einer tieferen Ebene ansprechen und so die Kraft der Kunst belegen.«

Leihgeber und Katalog

Die Ausstellung umfasst mit 92 Gemälden Werke aus den wichtigsten internationalen Museen wie etwa The Metropolitan Museum, The Museum of Modern Art, New York, The Art Institute of Chicago, The Saint Louis Art Museum, National Gallery of Australia, Canberra, Eremitage, St. Petersburg, Tate Gallery, London, Centre Georges Pompidou, Musée d‘Orsay, Paris, Kunsthaus Zürich, Kunstmuseum Basel, Fondation Beyeler, Riehen sowie zahlreichen Privatsammlungen.

Parallel erscheint ein reich bebilderter interdisziplinärer Katalog in deutscher und englischer Sprache mit Beiträgen von Siri Hustvedt, Richard Shiff, Feridun Zaimoğlu, Uwe M. Schneede, Michael Köhlmeier, Elisabeth Bronfen, Doris Dörrie und Carla Schulz-Hoffmann.

Begleitprogramm

Ein umfangreiches Veranstaltungs- und Kunstvermittlungsprogramm begleitet die Ausstellung. Dabei gehen die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen neue Wege: So wurden unter anderem in Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für Kunstpädagogik an der Akademie der Bildenden Künste neue, innovative Konzepte entwickelt. Neben Interaktionen, Gesprächen und Führungen erarbeiteten die Studenten unter Anleitung wissenschaftlicher Mitarbeiter der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen eine APP, die den Besuch der Ausstellung auf dem iPhone und dem iPad vorbereitet und auch nach der Ausstellungslaufzeit als Informationsspeicher zur Verfügung steht. Ein Multimediaguide begleitet Besucher durch die Räume der Pinakothek der Moderne.

Die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen kooperieren außerdem mit der Hochschule für Fernsehen und Film (HFF) München. In der HFF und in der Pinakothek der Moderne sowie im Programmkino des Kooperationspartners Audi in Ingolstadt beschäftigt sich eine Filmreihe mit dem Blick von Regisseurinnen und Regisseuren auf Frauen von den 1930er Jahren bis heute.

Carla Schulz-Hoffmann lädt im Rahmen ihrer Abschiedsausstellung für die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen Martin Kušej, Indendant des Residenztheaters, und sein Ensemble zu zwei Gesprächsabenden über Frauenrollen in der Kunst und auf dem Theater ein. Mit dabei: Juliane Köhler, Eva Mattes, Elisabeth Schwarz und Andrea Wenzl.

Die Ausstellung wird gefördert durch PIN. Freunde der Pinakothek der Moderne und Stiftern, die nicht genannt werden wollen. Projektpartner: Ernst von Siemens Kunststiftung, Theo Wormland Stiftung, Sparkassen Finanzgruppe, AUDI AG.

Presseabteilung Tine Nehler M.A.

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