Paris Cookbook Fair – Nachlese

Kleine Nachlese zur Pariser Kochbuchmesse (07.-12.03.2012)

Der Londoner Fotograf Carl Warner (Foto) schuf das offizielle Messeplakat der Paris Cookbook Fair 2012. Seine imaginären Landschaften sorgen seit mehr als zehn Jahren für Überraschung und Aufsehen. Für seine Foodscapes – das Wort setzt sich aus den englischen Wörtern für food (Lebensmittel) und landscapes (Landschaften) zusammen – entwirft er Landschafts-Modelle aus Lebensmitteln, setzt sie im Studio ins rechte Licht und fotografiert sie. Vor Ort, mitten im Messerummel, konnte man sich u.a. anhand des (auch) von ihm kreierten Eiffelturms – ein Element auf dem Messeplakat – davon überzeugen, dass seine Werke zum Anbeißen schön sind… Es fiel mir schwer, mich nicht an diesem Schokoladentraum zu vergreifen…

Husmansbord-Chef Pelle Agorelius rechts und einer seiner brillanten Aushilfsköche Mattias Sjöblon präsentieren kleine feine Produkte aus Schweden, die sie überall in ihrer Heimat aufspüren und denen sie eine Stimme geben wollen. Oft sind gute Produzenten nicht gut in der Selbstvermarktung. Auf der Messe hatten Pelle und sein Team so einige Kostproben dabei. Köstliche Beerensäfte, die so intensiv schmecken, dass man sie gelegentlich durchaus dem Wein vorziehen könnte. Ein Produkt, das wir ganz besonders empfehlen, ist das ultradünne Solknäcke crisp bread mit Samen. Es gibt eine große Vielfalt an Brotsorten in Deutschland. Aber kein Produkt, dass mit diesem schwedischen vergleichbar wäre. Man kann nur hoffen, dass es hierorts bald einen Vertrieb gibt. Interesse? Bitte bei Husmansbord melden!

Bier war Schwerpunktthema auf der Kochbuchmesse. Das nahm ein junges Grüppchen aus Paris (mit im Bild Neville, Pek und Antoine) zum Anlass, sich als fröhliche Randerscheinung dort zu präsentieren. Bière à la main trinkt gerne Bier – aber nicht alles, was man ihnen kredenzt. Da haben sie sich kurzerhand dazu entschlossen, Ihr eigenes Süppchen – äh – ihr eigenes Bier zu brauen und animieren uns alle dazu, es ihnen gleich zu tun. Die Zutaten kann man bei den Herrschaften im Internet bestellen – in Paris…

Malaysia (Foto) lud als eines von 50 auf der Paris Cookbook Fair vertretenen Ländern zum leckeren Showkochen mit Verkostungen ein. Nicht nur Köstlichkeiten für den Gaumen wurden serviert, sondern auch Augen und Ohren kamen bei anmutigen Tänzen und Gesängen auf ihre Kosten. Mit am Herd u.a Afrika, China, Indien, Chile, Australien, Finnland, Holland, Schweden, USA, Singapur, Türkei, Argentinien, Rumänien, Italien, Belgien, U.K., Spanien, Frankreich, Griechenland, Deutschland. Auch die Bars dieser Welt luden zur Verkostung. Selbstverständlich wurden auch immer die dazugehörigen Bücher vorgestellt.

vlnr: BenjaminKalifa, David Kricaud – beide renommierte Chefköche und Leonel, Mitarbeiter der renommierten Firma Valette Fois Gras Gastronomie fachsimpelten über Foie Gras aus dem Périgord, die es auf der Messe reichlich zu erwerben und zu verkosten gab. Während es in Deutschland schon fast als Sünde gilt – aus Tierschutzgründen – die Leberdelikatessen auf den Tisch zu bringen, wird es in Frankreich als Sünde empfunden, sich nicht von Zeit zu Zeit Enten- oder Gänseleberpastete zu gönnen: andere Länder andere Sitten…

Rena Sutor, direkt aus Paris

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