Kennen Sie ihren echten Hunger?

Kennen SIE ihren echten Hunger?
Repräsentative GfK-Befragung bestätigt Online-Umfrage mit 1.131 Teilnehmern: 76% kennen ihren echten Hunger > DGE: „Keine Stellungnahme.“
Eine repräsentative Befragung der Gesellschaft für Konsumforschung GfK (1) bestätigt die aktuellen Ergebnisse der Online-Umfrage „Kennen Sie Ihren echten Hunger?“ (2): Beide Bürgerbefragungen von jeweils über 1.100 Personen ergaben, dass mehr als 76% der Menschen ihren echten, den körperlichen Hunger kennen. Dieses Ergebnis widerspricht damit der Vermutung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE), viele Menschen hätten den Zugang zum Hungergefühl verloren (3). „Die Doppelauswertung online und durch die GfK legt nahe, dass die meisten Menschen ihren echten Hunger anscheinend doch noch kennen“, so der Frankfurter Ernährungswissenschaftler Uwe Knop, Initiator der Online-Umfrage auf Echte Esser, „daher ist es bedauerlich, dass die DGE nun eine Stellungnahme ablehnt – insbesondere deshalb, weil repräsentative GfK-Daten die Online-Ergebnisse bestätigen.“ Hintergrund: Die DGE hatte im August 2011 die Zwischenauswertung nicht bewertet mit dem Verweis, dass es fraglich sei, „ob die Umfrage repräsentativ ist.“ Das ist nun der Fall.

Der Ursprung dieser ersten Dreiländer-D/A/CH-Bürgerbefragung ist folgender: Neben der DGE sprechen zahlreiche Ernährungsexperten den Menschen in Industrieländern die Fähigkeit ab, auf ihr Hungergefühl zu vertrauen (4). Doch diese allgemeine „Ess-Entmündigung“ ist nicht mehr als eine vage Vermutung – denn es liegen keine aktuellen Daten vor, die den „Auslöser des Essverhaltens und die Hungerwahrnehmung“ hierzulande verlässlich widerspiegeln. Ungeachtet dessen aber wird häufig behauptet, wir hätten den Zugang zum Hungergefühl verloren – und könnten beim Essen nicht mehr auf unseren Körper, also auf unser hungergesteuertes Essverhalten vertrauen.

Nur essen, wenn man echten Hunger hat

Dabei stimmt selbst die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) der These des Autors Knop (5) „nur essen, worauf man Lust hat, wenn man echten Hunger hat“ im Kern zu: „Ganz grundsätzlich und für gesunde Menschen stimmt seine These vermutlich“, so Antje Gahl, Sprecherin der DGE (3). Aber: Leider hätten viele Menschen den Zugang zum Hungergefühl verloren, spekuliert die DGE anhand einer Quelle, die fast ein Viertel Jahrhundert alt ist (6). „Warum aber bieten die staatlichen Ernährungsaufklärer den Bürgern dann keine Hilfestellung an, diesen vermeintlich verlorenen Zugang zum Hungergefühl wieder zu entdecken?“, fragt Knop. Stattdessen werden Ernährungsregeln und -pyramiden unters Volk gebracht, die rationales Essen à la „5 mal am Tag Obst und Gemüse“ fördern, die aber kaum jemand beachte. „Das ist in etwa so, als würde man feststellen: Die Menschen haben den Zugang zum Messer- und Gabelgefühl verloren. Aber anstatt ihnen beizubringen, wie man wieder mit Besteck isst, bietet man den Bürgern das Essen als feinpürierte Trinkmahlzeit an, die mit Steuergeldern vermarktet wird, die aber keiner essen möchte.“ Das ist für Knop „nicht nachvollziehbar, genauso wenig wie die aktuelle Vogel-Strauß-Taktik der DGE.“

Das „Schweigen-Dilemma“ der DGE ?

In der DGE-Stellungnahme zur Zwischenauswertung der Online-Umfrage im August 2011, bei der 82% angaben, ihren echten Hunger zu kennen, bemängelte DGE-Sprecherin Antje Gahl: „Zu dieser Zwischenanalyse/Tendenz können wir keine fundierte Aussage treffen. Fraglich ist, ob Methodik der Befragung wissenschaftlichen Kriterien genügt und ob die Umfrage repräsentativ ist.“ Nun hat Knop die Kernfrage durch eine repräsentative GfK-Umfrage, deren Methodik wissenschaftlichen Kriterien genügt, überprüfen lassen. Doch die Reaktion der DGE auf die aktuelle GfK-Bestätigung der Online-Umfrage verwundert: Keine Stellungnahme. „Die DGE scheint in einem Dilemma zu stecken, da sowohl die GfK- als auch die Online-Ergebnisse den antiquierten Spekulationen der DGE widersprechen, die Bürger hätten den Zugang zum Hungergefühl verloren“, vermutet Knop. Denn würde die DGE die aktuellen Ergebnisse tendenziell anerkennen, gäbe es keine Einschränkung der Gahl´schen Erkenntnis mehr, dass Knops These „ganz grundsätzlich und für gesunde Menschen vermutlich stimmt.“ Der Ernährungswissenschaftler bleibt daher bei seiner Empfehlung, die auf der kritischen Analyse von über 300 aktuellen Studienergebnissen für HUNGER & LUST basiert: „Essen Sie nur dann, wenn Sie echten Hunger haben und zwar nur das, was Ihnen schmeckt und was Sie gut vertragen.“ Ernährungswissenschaft und daraus resultierende Regeln hingegen, die „braucht kein gesunder Mensch.“

Quellen:
(1) Präsentation GfK-Umfrage „Kennen Sie Ihren echten, den körperlichen Hunger?“
(2) Präsentation der Gesamtauswertung der Online-Umfrage inkl. Expertenstatements (u.a. DGE, SGE, OEGE)
(3) Reutlinger General Anzeiger, 1. Feb. 2010: „Der Bauch ist schlau“
(4) Auszug „HUNGER & LUST“: Stellungnahmen Experten
(5) HUNGER & LUST – Das erste Buch zur Kulinarischen Körperintelligenz ist 2011 als dritte Auflage in der Vito von Eichborn-Edition BoD erschienen: Ernährungswissenschaftler und Autor Uwe Knop analysierte mehr als 300 aktuelle Studienergebnisse des letzen halben Jahrzehnts (2007 bis 2011) und bestätigt die Erkenntnis: „Kein gesunder Mensch braucht Ernährungswissenschaft – denn Ernährungsempfehlungen entspringen vorwiegend der Fantasie findiger Statistiker. Beweise sucht man hingegen vergeblich, da Ernährungsstudien diese nicht liefern können. Für unser Essverhalten zählt daher nur eines: volles Vertrauen in die eigenen Körpergefühle Hunger und Lust.“
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Bei weiterem Interesse an den Thesen zur Kulinarischen Körperintelligenz: Ausführliche Interviews mit Autor Knop finden Sie beispielsweise in à RHEIN-NECKAR-ZEITUNG (Dez. 11) à SÄCHSISCHE ZEITUNG (Sep. 11) à STUTTGARTER NACHRICHTEN (August 11)
(6) Paul, Th., Pudel, V.: Einflüsse auf die Nahrungsaufnahme des Menschen. In: Deutsche Gesellschaft für Ernährung (Hrsg.): Ernährungsbericht 1988, Kapitel 6. Druckerei Henrich, Frankfurt am Main (1988) 203-228 (Mail von DGE-Sprecherin Antje Gahl an Uwe Knop, 6. Januar 2011)
Pressekontakt: Uwe Knop

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