Buchinger: Fasten als Krebstherapie?

hochzeit-0042.gif von 123gif.deAm 29. Februar 2012 trafen sich internationale Forscher in der Klinik Buchinger am Bodensee, um neue medizinische Forschung in der Fastentherapie, u. a. die therapeutische Wirkung des Fastens in der Krebstherapie, zu erörtern.

Ausgangspunkt der Diskussion waren die Forschungsergebnisse, die Professor Valter Longo, Biogerontologe und Zellbiologe an der University of Southern California (Los Angeles), in der renommierten Fachzeitschrift „Science“ veröffentlichte. Seine Arbeit mit Tierversuchen belegt, dass kurze Fastenperioden gegen mehrere Arten von Krebs ähnlich effektiv sind wie Chemotherapie. Eine Kombination von vier- bis fünftägigem Fasten während der Chemotherapie erhöht beim Menschen die Effektivität der Behandlung bei gleichzeitiger Verbesserung der Verträglichkeit.

Die klinische und methodische Durchführung der Fastentherapie diskutierten neben Professor Longo die weltweit anerkannte Fastenmedizinerin und wissenschaftliche Leiterin der Kliniken Buchinger am Bodensee und Buchinger Marbella Dr. med. Françoise Wilhelmi de Toledo sowie der französische Fastenwissenschaftler Professor Yvon Le Maho.

Die Experten kamen zu dem Ergebnis, dass Professor Longos Arbeit in der Krebsforschung zwar jahrzehntelange Beobachtungen in der Fastentherapie bestätige, aber nur ein klinischer Versuch über mehrere Jahre zeigen würde, ob diese Behandlung ähnliche Wirkungen beim Menschen wie bei Tieren aufweist. Dasselbe gelte für die positiven Effekte durch Fasten und Kalorienrestriktion, die bei Demenz und Alzheimer beobachtet wurden.

Methodisch richtig durchgeführtes Fasten unter ärztlicher Leitung (z. B. einmal pro Jahr) könne bei Praekanzerose (Gewebeveränderungen mit einem statistisch erhöhten Risiko für eine bösartige Entartung) allerdings präventiv wirken, bzw. bei behandelten Krebspatienten Rezidiven (Rückfälle) vorbeugen – immer in Kombination mit konsequenter körperlicher Bewegung, vollwertiger Nahrung, Haltung des Normalgewichts und der Vermeidung des Kontakts mit Umweltgiften (v. a. das Rauchen) im Anschlus an die Fastentherapie.

Ebenfalls bereits dokumentiert seien Erfolge bei der Behandlung von rheumatischen Erkrankungen, Bluthochdruck, Diabetes Typ 2 sowie Adipositas durch medizinisch betreutes Fasten beispielsweise nach der Buchinger-Methode mit anschließender Ernährungsumstellung.

Dr. med. Wilhelmi de Toledo gibt mit Blick auf mögliche zukünftige Entwicklungen in der Krebstherapie zu bedenken: „Fasten ist nichts, was man einfach mal so nebenbei improvisieren kann. Es erfordert bestimmte Kenntnisse, ein Bewusstsein, Disziplin und große Wachsamkeit. Fasten sollte daher im Sinne eines Stoffwechseltrainings gelernt werden, wenn man jung und gesund ist. Ein medizinisch richtiges Fasten folgt bestimmten Regeln und sollte, egal, ob nur für zwei Tage oder einen längeren Zeitraum, unter professioneller Betreuung erfolgen, wie wir sie in den Buchinger Kliniken bieten. Im Falle von Krebspatienten würden wir nur in enger Zusammenarbeit mit Onkologen therapieren.“

Den Tieren im Experiment könne man nach Belieben Nahrung entziehen und zuführen. Die körperliche Umstellung beim Menschen hingegen müsse auch im Kopf erfolgen, was gerade für die erfolgreiche und dauerhafte Umstellung der Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten auch nach dem Fasten und nach der Überwindung von Krankheiten wichtig sei. Diese Lebenseinstellung, das Fasten, bzw. Kalorienrestriktion nicht als Mangel, sondern als bewussten Verzicht zu begreifen, müsse man lernen.

Pressekontakt Sarah Rosenau, Organisationsbüro BUCHINGER PRESSEGESPRÄCH 2012

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