Hepatitis-A-Ausbruch in Bulgarien

Hepatitis-A-Ausbruch in Bulgarien

In Bulgarien sind seit Ende Dezember 2010 etwa 270 Menschen an Hepatitis A – einer infektiösen Leberentzündung – erkrankt. Betroffen sind vor allem die südöstlichen Provinzen um die Städte Stara Zagora, Haskovo und Plovdiv. Die Gesundheitsbehörden gehen davon aus, dass die mangelnden hygienischen Verhältnisse des Sanitär- oder Wasserleitungssystems als Infektionsquelle in Frage kommen. Warum viele Männer im Alter zwischen 20 und 40 Jahren erkrankt sind, darunter auch ein Deutscher, der in einem regionalen Energieversorgungsunternehmen arbeitet, ist nicht bekannt.
Experten warnen davor, sich auf Reisen nach Osteuropa mit Hepatitis A anzustecken. „Vor allem in den ehemaligen GUS-Staaten, Rumänien und Bulgarien kommt es immer wieder zu großen Hepatitis-A-Epidemien. Aber auch in Ländern wie der Slowakei und dem Gebiet des ehemaligen Jugoslawien ist das Virus weit verbreitet. Während viele Einheimische immun sind, kann eine Ansteckung für ungeschützte Touristen schwere Folgen haben“, warnt der Tropen- und Reisemediziner Prof. Thomas Löscher vom Berufsverband Deutscher Internisten (BDI). Das Hepatitis-A-Virus verbreitet sich vor allem über infiziertes Wasser und Lebensmittel, die mit diesem in Berührung gekommen sind. Etwa 10 Tage bevor die Symptome auftreten, sind Infizierte bereits ansteckend. Sie scheiden die Erreger mit dem Stuhl aus und können dann andere anstecken. Typisch für eine Infektion mit Hepatitis A – der so genannten Reisegelbsucht – sind neben allgemeiner Abgeschlagenheit und Oberbauchbeschwerden, die Gelbfärbung von Haut und Augen. Die Gelbsucht tritt allerdings nur bei 2/3 der infizierten Personen überhaupt in Erscheinung, es gibt häufig milde Verlaufsformen – besonders im Kindesalter -, die gar nicht als Hepatitis-A-Virus-Infektion identifiziert werden. Ausgelöst wird diese „Gelbsucht“ durch eine Funktionsstörung der infizierten Leber – in der Folge lagern sich Gallenfarbstoffe in der Haut ab. Die Symptome klingen in der Regel innerhalb einiger Wochen wieder ab – in schweren Fällen kann eine Erkrankung aber zu einem längeren Krankenhausaufenthalt oder sogar – insbesondere bei älteren Menschen oder bei Patienten mit einer Vorerkrankung – zum Tode führen. Gegen eine Infektion mit Hepatitis-A-Viren gibt es keine spezifische Therapie.

Tropeninstitute empfehlen Impfung

Alle Tropeninstitute in Deutschland empfehlen eine vorbeugende Impfung gegen Hepatitis A vor Beginn einer Urlaubsreise nach Ost- und Südosteuropa. „Die Reiseziele in Osteuropa sind wegen der relativ günstigen Preise offenbar sehr beliebt. Leider sind dort oftmals die hygienischen Bedingungen deutlich schlechter als in Deutschland. Speziell die Wasserleitungssysteme sind in vielen Ländern sehr marode. Deshalb ist in dieser Region die Gefahr sich mit Hepatitis A anzustecken auch deutlich höher als z.B. in Westeuropa. Wir empfehlen allen Reisenden daher die Impfung gegen Hepatitis“, rät Löscher, der auch Leiter des Tropeninstitutes in München ist. „Die Impfung gegen Hepatitis ist sehr gut verträglich.

Bereits nach 7-14 Tagen weisen die Impflinge eine sehr hohe Zahl an Abwehrstoffen auf. Dieser Impfschutz kann auch noch kurz vor der Abreise verabreicht werden – auch gleichzeitig oder im beliebigen Abstand zu anderen Impfungen. Nach 6-12 Monaten sollte eine Auffrischung erfolgen, die dann eine Immunität von mindestens 10 Jahren sicherstellt. Wer sich beim Arzt nur impfen lässt, muss keine Praxisgebühr zahlen“, so Löscher. Auch viele gesetzliche Krankenkassen erstatten die Impfung gegen die Reisegelbsucht. Eine aktuelle Verbreitungskarte für Hepatitis A gibt es bei Fit for Travel
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