Kalenderblatt Dienstag 30.6.20

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Zitat des Tages: „Seit die Mathematiker über die Relativitätstheorie hergefallen sind, verstehe ich sie selbst nicht mehr.“ Albert Einstein (1879-1955)

30.6.1905: Albert Einstein und seine „Spezielle Relativitätstheorie“

Bis zum 30. Juni 1905 waren sich die Naturwissenschaftler einig, dass die einzige Konstante in der Welt die Zeit ist. An diesem Tag aber veröffentlichte der deutsche Physiker Albert Einstein in den „Annalen der Physik“ seinen ersten Aufsatz zur speziellen Relativitätstheorie. Ab diesem Zeitpunkt war das physikalische Weltbild ein anderes: Die Zeit war nun relativ, konstant war nur noch die Lichtgeschwindigkeit im Vakuum.

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Er hatte beobachtet, und er hatte viel nachgedacht. Albert Einstein war ein Physiker, der seine Experimente nicht im Forschungslabor mit komplizierten Messapparaturen durchführte, sondern allein mit seinem Verstand den Grundprinzipien der Physik auf die Spur zu kommen suchte. Er hatte Erfolg und erneuerte mit der speziellen (1905) und der allgemeinen Relativitätstheorie (1915) gleich das gesamte physikalische Weltbild, das seit den von Isaac Newton (1666) formulierten Gesetzmäßigkeiten Bestand hatte.

Das Problem dabei: Seine Theorien mussten mitunter Jahrzehnte auf ihre praktische Beweisführung warten. Und so erhielt Albert Einstein zwar 1921 den Nobelpreis, aber nicht für seine lange Zeit heftig umstrittene Relativitätstheorie, sondern für seine Beiträge zur Quantentheorie.

Mit rund 300.000 Kilometern in der Stunde breitet sich Licht im leeren Raum aus. In der speziellen Relativitätstheorie definierte Einstein diese Größe als die einzige Konstante, was heißt: Sie gilt immer und überall. Nicht aber die Zeit, denn diese wird entscheidend beeinflusst von dem System, in dem sie gerade gilt und gemessen wird. Je schneller sich dabei ein System bewegt, desto langsamer vergeht darin die Zeit. Wenn also ein Mensch auf der Erde bleibt und sein gleichaltriger Bruder mit einer äußerst schnellen Rakete durchs Weltall fliegen würde, dann wäre beim Wiedersehen der Daheimgebliebene älter geworden als der Reisende, und zwar proportional zur Geschwindigkeit der Rakete.

Unangenehme Nebenwirkungen: Je näher sich ein physikalischer Körper der Lichtgeschwindigkeit nähert, desto geringer werden seine Ausmaße im dreidimensionalen Raum und desto größer wird sein Gewicht. In der Mathematik werden diese Phänomene so dargestellt, dass ein Körper bei Lichtgeschwindigkeit kein Volumen mehr hat, dafür aber unendlich schwer ist.

Zur Beruhigung für die Menschen ist Einsteins physikalische Revolution jedoch im praktischen Alltag kaum von Bedeutung, denn zehn Prozent der Lichtgeschwindigkeit sollte man schon überschreiten, damit man auch etwas merkt. Und diese Grenze wurde nach wie vor noch nicht überwunden.

Gedenktage:

1981: Mit der Ausstrahlung der ersten Folge einer neuen Fernsehserie aus den USA bricht auch in Deutschland ein wahres TV-Fieber aus: An Dienstagabenden ist ab heute „Dallas“-Time – mit den jeweils neuesten Storys der Ewings, einem texanischen Familienclan um Ölbaron und Bösewicht „J.R.“ (Larry Hagman).

1978: In Ostberlin wird der Journalist und Regimekritiker Rudolf Bahro, ehemaliger SED-Funktionär und Wirtschaftsfachmann, wegen „Geheimnis- und Landesverrats“ zu acht Jahren Haft verurteilt. Die als Willkür-Urteil empfundene Entscheidung löst im Westen große Empörung aus.

1973: Wissenschaftler aus aller Welt beobachten heute vom afrikanischen und südamerikanischen Kontinent aus ein seltenes Schauspiel: Die sieben Minuten dauernde totale Sonnenfinsternis gilt als die längste dieses Jahrhunderts und – laut Berechnungen der Astronomen – zweitlängste Eklipse seit Beginn der Zeitrechnung.

1946: Vertreibung aus dem Paradies: Auf dem Bikini-Atoll im Südpazifik, dessen Bevölkerung zuvor zwangsevakuiert wurde, beginnen die USA mit einer Serie von Atombombentests.

1859: Weltsensation! Der französische Artist „Blondin“ (bürgerlich: Charles Gravelet) balanciert auf einem Drahtseil, das in 48 Meter Höhe über die tosenden Niagarafälle gespannt ist. Die 330 m lange Strecke legt der Wunderknabe überdies auf Stelzen zurück.

Geburtstage:

1941: Otto Sander; deutscher Schauspieler und Regisseur. Der mehrfach ausgezeichnete Künstler (Stiefvater der Jungstars Meret und Ben Becker) glänzte in den 1970er-Jahren als Star der Berliner Schaubühne; in seinen Filmrollen zeigt er sich von einer enormen Wandlungsfähigkeit, u.a. als Ganove in Frank Beyers „Der Bruch“ oder in Wim Wenders Regiewerk „Der Himmel über Berlin“.

1926: Peter Alexander, eigentlich P. Neumayer; österreichischer Schlagersänger und der populärste deutschsprachige Künstler zwischen 1955 und 1980. Mit Charme, Wiener Schmäh und einem heiter-romantisch-rührseligen Liedermix („Mandolinen und Mondschein“, „Ich zähle täglich meine Sorgen“) eroberte sich der bescheiden wirkende Star, der auch häufig in seichten Musikfilmen mitwirkte, ein Millionenpublikum.

1919: Susan Hayward, eigentlich Edythe Mariner († 14.3.1975); US-amerikanische Schauspielerin. Die Partnerin Gregory Pecks in „Schnee am Kilimandscharo“ wurde für ihre Rolle einer zum Tode Verurteilten im Film „Lasst mich leben“ (1958) mit einem Oscar ausgezeichnet.

1893: Walter Ulbricht († 1.8.1973); deutscher Politiker, ab 1938 bei der Exil-KPD in Moskau aktiv. Nach der Rückkehr im April 1945 Abgeordneter der Volkskammer und ab 1960 Vorsitzender des neu konstituierten Staatsrates und des Nationalen Verteidigungsrates. In die Ära des DDR-Staatsoberhaupts, das 1971 die Regierungsgeschäfte Erich Honecker überließ, fiel die Errichtung der Berliner Mauer (1961).

1685: Dominikus Zimmermann († 16.11.1766); deutscher Baumeister. Lichtführung und Farbe in harmonischer Verbindung bestimmen die prunkvollen Werke des spätbarocken Kirchenbaumeisters, so die Wallfahrtskirche Steinhausen (1727-33), die Wies-Kirche (1745-54) und die Liebfrauenkirche in Günzburg (1736-41).

Copyright Rosmarie Elsner

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