Kalenderblatt Sonntag 24.5.20

Kalenderblatt Sonntag, 24. Mai 2000

Hochzeit von 123gif.de
Zitat des Tages:
„Wenn wir heiraten, übernehmen wir ein versiegeltes Schreiben, dessen Inhalt wir erst erfahren, wenn wir auf hoher See sind.“ Lilli Palmer (1914-1986)

24.5.1950: Bergman/Rossellini: Demontage eines „Denkmals“

Ingrid Bergman, bis vor kurzem eine der angesehensten Schauspielerinnen in Europa und in den USA, heiratet heute den italienischen Regisseur Roberto Rossellini. Damit wird eine der skandalösesten Love Stories des Jahrhunderts in „ordentliche“ Bahnen gelenkt. Die schwedische Filmdiva war fest entschlossen, für den Mann ihres Herzens alles aufzugeben: Ehemann, Kind und Karriere – ein Entschluss, den ihr vor allem die Öffentlichkeit lange Zeit verübelte.

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Selten haben sich Regenbogenpresse und Publikum über jemanden so die Mäuler zerrissen wie im Fall des Weltstars Ingrid Bergman. Ausgerechnet die bislang „unbefleckte“, in aller Welt bewunderte und oscargekrönte Filmdiva leistete sich einen Skandal, der wie ein Aufschrei durch das stockkonservative Italien und das nicht minder prüde Amerika ging und selbst deutsche Verehrern schockierte. Nicht nur, dass Ingrid Bergman ihren Mann, den schwedischen Arzt Petter Lindström, und die gemeinsame Tochter Pia mit wehenden Fahnen verließ, um künftig an der Seite des Regisseurs Rossellini in Rom zu leben – nein, die noch nicht einmal Geschiedene bekam zudem ein Kind von ihrem Geliebten. Daraufhin verkehrte sich das Image der „Makellosen“, das durch entsprechende Filmrollen (Nonne im Film „Die Glocken von St. Marien“ und die Broadway-Aufführung „Jungfrau von Orléans“) noch genährt wurde, rasch ins Gegenteil. Das mittlerweile sündige „Denkmal“ wurde vom Sockel und gnadenlos in den Schmutz gestoßen.

Ingrid Bergman selbst scherte sich freilich wenig um die Meinung der Moralisten. Sie hatte zwei Jahre zuvor Rossellinis neorealistischen Film „Rom, offene Stadt“ im Kino gesehen und daraufhin den Entschluss gefasst, mit ihm zu arbeiten. „Ich mochte ihn vom ersten Augenblick an“, sagte die Schwedin, „… wahrscheinlich weil er das genaue Gegenteil der Filmleute in Hollywood war.“ Diese Ära mit all ihrem Glanz und Glamour kam ihr nun unwirklich und hohl vor.

Mit Rossellini drehte sie in der gemeinsamen Zeit sechs Filme, von denen aber nur „Stromboli“ (1949) ein Kassenerfolg wurde. Aus der Ehe mit dem Italiener stammen insgesamt drei Kinder: der uneheliche Sohn Roberto und die Zwillinge Ingrid und Isabella (1952). Der Begriff „außerehelich“ prägte Tochter Isabella Rossellini, ebenfalls Schauspielerin und bekanntes Fotomodell, schon von frühester Jugend an, wie sie in ihrer Biografie „Some of Me“ bekennt: „Das Wort ‚außerehelich‘ klang wie ‚außerirdisch‘, und ich dachte, dass wir das vielleicht sind und dass sich die Presse deshalb so für uns interessiert.“

Die große Liebe der Ingrid B. währte nur sieben Jahre: Die Ehe zerbrach 1957; im Jahr darauf heiratete sie erneut: den Theaterproduzenten Lars Schmidt.

Gedenktage:

1993: Ein neuer Staat am Horn von Afrika: Nach jahrzehntelangem Kampf um die Unabhängigkeit von Äthiopien und nach der Volksabstimmung im April dieses Jahres, bei der sich die Bevölkerung für einen selbstständigen Staat entschied, wird in Asmara der neue Staat Eritrea ausgerufen.

1964: Weil der Schiedsrichter ein Tor des peruanischen Fußballteams im Spiel gegen Argentinien nicht anerkennt, kommt es im Stadion von Lima zu Randalen, die in eine Katastrophe münden. Bei der ausbrechenden Panik werden über 300 Besucher zu Tode getrampelt.

1913: An diesem Tag meldet sich ein gewisser Adolf Hitler, Kunstmaler, geboren in Braunau am Inn, aus dem Männerheim XX. in der Meldemannstraße 27 in Wien ab – neuer Wohnort laut Meldedokument „unbekannt“ –, um am nächsten Tag gemeinsam mit einem Freund nach München auszuwandern.

1889: In Berlin verabschiedet der Deutsche Reichstag das von Otto von Bismarck eingebrachte Gesetz zur Alters- und Invaliditätsversorgung; damit wird das bis heute beeindruckende Reformwerk des Sozialversicherungssystems vollendet, mit dem der soziale Frieden hinsichtlich der wachsenden Arbeiterbewegung gesichert werden sollte.

1844: Der amerikanische Maler und Erfinder Samuel Finley Breese Morse versendet die erste Fernnachricht. Er verwendet dabei eine von ihm entwickelte Zickzackschrift, aus der in späteren Jahren der nach ihm benannte Morse-Code entstehen wird.

Geburtstage:

1945: Priscilla Presley, eigentlich P. Ann Wagner; US-amerikanische Schauspielerin und Unternehmerin. Die Witwe von Elvis, die ihn als 17-Jährige heiratete, trat erst nach dem Tod des Rock’n’Roll-Idols aus seinem Schatten heraus: mit Rollen in der Filmkomödie „Die nackte Kanone“, in der TV-Seifenoper „Dallas“ und in der Serie „Melrose Place“. Seit 1984 ist sie mit dem brasilianischen Schauspieler Marco Garibaldi liiert, mit dem sie einen Sohn namens Navarone hat.

1941: Robert Allen Zimmerman; US-amerikanischer Sänger, besser bekannt unter seinem Künstlernamen Bob Dylan. Gemeinsam mit der Folksängerin Joan Baez gehörte das musikalische Genie, dessen Stil Pop- und Rockstars nachhaltig beeinflusste, der Protestbewegung der 1960er-Jahre an. „Lay Lady Lay“ und „Like A Rolling Stone“ sind nur zwei seiner bekanntesten Songs.

1914: Lilli Palmer († 27.1.1986); deutsche Schauspielerin. Nach ihrer Emigration nach Paris (1933) und Stationen in Großbritannien gelang ihr in den USA der internationale Durchbruch. Die Ehefrau von Rex Harrison (Nr. 1) und Carlos Thompson (Nr. 2) wurde für ihre Filmrollen in „Teufel in Seide“ und „Anastasia, die letzte Zarentochter“ mit dem Bundesfilmpreis geehrt.

1913: Willi Daume († 20.5.1996); deutscher Sportfunktionär. Der Präsident des Deutschen Sportbundes (1950-70) und des Nationalen Olympischen Komitees (1961-92) organisierte die Olympischen Sommerspiele 1972 in München. Zu seinen Verdiensten zählt auch die Förderung des Hochleistungssports in Deutschland.

1686: Daniel Gabriel Fahrenheit († 16.9.1736); deutscher Physiker und Erfinder der in Großbritannien und in den USA noch heute gebräuchlichen Temperaturskala. Hier liegt der Gefrierpunkt des Wassers bei 32° Fahrenheit, der Siedepunkt bei 212°. Auf das Konto des Danzigers gehen auch Errungenschaften wie das Barometer und das Quecksilberthermometer.

Copyright Rosmarie Elsner

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