Kalenderblatt Freitag 22.5.20

Kalenderblatt Freitag, 22. Mai 2020

wc-0005.gif von 123gif.deZitat des Tages: „Der Kriminalschriftsteller ist eine Spinne, die die Fliege bereits hat, bevor sie das Netz um sie herum webt.“ Arthur Conan Doyle (1859-1930)

22.5.1813: Richard Wagner: Musikalisches Genie in Nöten

Am 22. Mai 1813 wird in Leipzig Richard Wagner, einer der bedeutendsten, aber wegen seines „Germanenkults“ auch umstrittensten Opernkomponisten, geboren. Seine Meisterwerke, darunter der „Ring der Nibelungen“, gelten bei Kennern als Vervollkommnung des Musikdramas. Dem musikalischen Genie, das wegen seiner Verschuldung immer wieder in Existenznöte geriet, sind auch die renommierten Bayreuther Festspiele zu verdanken.

Mehr Details:

Bereits in der Schulzeit in Leipzig und Dresden wurde der junge Richard Wagner von den musikalischen Werken Beethovens, Webers und Mozarts, aber auch von Schriftstellern wie Shakespeare und den deutschen Dichterfürsten Goethe und Schiller, nachhaltig beeinflusst. Nach dem Studium beim Dresdner Kantor Weinlig begann seine eigentliche Schaffenszeit, die ihn von seiner ersten Tätigkeit als Chordirektor in Würzburg über Stationen in Magdeburg, Königsberg, Riga, London, Paris, Wien, München und Luzern schließlich nach Bayreuth führte. Dort legte er an seinem 59. Geburtstag den Grundstein zu dem von ihm entworfenen und vom bayerischen König Ludwig II. finanzierten Festspielhaus.

Mehr als einmal musste Wagner auf die finanzielle Hilfe seines königlichen Bewunderers und Gönners, Ludwig II., zurückgreifen, denn Geld spielte im turbulenten Leben des begnadeten, aber permanent verschuldeten Komponisten eine elementare Rolle.

Bereits nach der Uraufführung seiner dritten Oper („Das Liebesverbot“) machte der Bankrott des Magdeburger Veranstalters Bethmann alle Hoffnungen Wagners auf ein sorgenfreies Schaffen zunichte. Wegen der hohen Schulden, die auch zur Zerrüttung seiner ersten Ehe mit der Schauspielerin Minna Planer führten, musste er mehrmals die Stätten seines Wirkens verlassen und angefangene Kompositionen (darunter „Die Meistersinger von Nürnberg“) unterbrechen, um der drohenden Schuldhaft zu entgehen.

Nach Wagners Flucht aus Wien (1864) holte ihn sein Gönner Ludwig II. nach München, wo er sich ein Jahr lang – frei von Sorgen und Nöten – seinen Aufgaben widmen konnte: Hier entstanden „Tristan und Isolde“ und der Entwurf zu „Parsifal“, hier turtelte er mit seiner 24 Jahre jüngeren Kusine Cosima von Bülow, Tochter des Komponisten Franz Liszt, die er nach ihrer Scheidung vom Dirigenten Hans von Bülow 1870 heiratete. Konflikte zwischen dem genialen Künstler und dem bayerischen Kabinett führten jedoch dazu, dass Wagner erneut das Land verlassen musste, wenngleich der spendable „Kini“ ihn weiterhin finanziell unterstützte.

Als das Bayreuther Festspielhaus 1876 mit der Uraufführung des „Ring der Nibelungen“ feierlich eröffnet wurde, war Wagner in künstlerischer Hinsicht ein Riesenerfolg beschieden; für Finanzier Ludwig II. allerdings waren die Festspiele mit einem Defizit von 150.000 Mark ein ziemlicher Flop.

Gedenktage:

1990: Wiedervereinigung auf der Arabischen Halbinsel: Der nördliche Teil Jemens, die Arabische Republik Jemen und die Demokratische Volksrepublik Jemen im Süden schließen sich zu einem Staat, der Republik Jemen, zusammen. Staatsoberhaupt wird der bisherige Präsident Nordjemens, Ali Abdullah Saleh.

1972: US-Präsident Richard M. Nixon trifft zum ersten Besuch eines amerikanischen Staatsoberhauptes in der Sowjetunion ein. Ergebnis der bis 30. Mai andauernden Gespräche mit dem sowjetischen Parteichef Leonid Breschnew ist die Unterzeichnung des Abrüstungsabkommens SALT I (SALT = Strategic Arms Limitation Talks – Gespräche über die Begrenzung strategischer Waffen).

1922: Der 18-jährige amerikanische Schwimmer Johnny Weissmuller überbietet in Honolulu den Weltrekord des dreimaligen Olympiasiegers Norman Ross um 6 Sekunden. Der begabte Sportler, der als Kind eine unüberwindliche Scheu vor Wasser hatte, schafft die 200-Meter-Strecke in 2 Minuten und 15,6 Sekunden.

1882: Mailand und Luzern feiern am heutigen Tage die Inbetriebnahme des 15 km langen St.-Gotthard-Tunnels durch die Schweizer Alpen, der die beiden Städte erstmals mit einer direkten Eisenbahnlinie verbindet.

1455: Die heutige Schlacht bei Saint Albans in Südengland bildet den Auftakt der sog. „Rosenkriege“, einen Kampf um den englischen Thron zwischen dem Herrscherhaus Lancaster, dessen Wappen eine rote Rose ziert, und dem Geschlecht derer von York mit einer weißen Rose im Wappen. Erst eine Heirat zwischen beiden Häusern beendet nach 30 Jahren den Zwist.

Geburtstage:

1970: Naomi Campbell; englisches Fotomodell und Schauspielerin. Die farbige Schöne mit den endlos langen Beinen und dem geschmeidigen Panthergang wurde als 15-Jährige entdeckt und zählt seit Jahren zur Model-Elite. Mit den Kolleginnen wie Claudia Schiffer und Elle McPherson eröffnete sie 1995 in New York das „Fashion Café“, kreierte eine eigene Jeans-Kollektion und versuchte sich erfolgreich als Autorin eines Romans („Swan“).

1924: Charles Aznavour, eigentlich Shahnour Varenagh Aznavourian; französisch-armenischer Chansonsänger, der auch auf der Kinoleinwand („Schießen Sie auf den Pianisten“) zu sehen war. Unter den Fittichen Edith Piafs avancierte der kleinwüchsige Sänger (1,61 m) mit der gewaltigen Stimme zum Star am Chansonhimmel. Welthits: „She“ und „La Mama“.

1907: Laurence Olivier († 11.7.1989); britischer Schauspieler, 1947 von Queen Elizabeth wegen seiner Verdienste um Film und Bühne zum Ritter geschlagen. Der herausragende Shakespeare-Darsteller erlangte auch auf der Kinoleinwand Berühmtheit, darunter im Hitchcock-Thriller „Rebecca“ oder neben Marilyn Monroe in „Der Prinz und die Tänzerin“.

1891: Johannes Robert Becher († 11.10.1958); deutscher Schriftsteller und Publizist. Der Chefredakteur der Zeitschrift „Internationale Literatur“ lebte von 1933-45 in der Sowjetunion, wurde nach der Rückkehr Präsident des Kulturbundes in Ost-Berlin und anschließend Minister für Kultur in der DDR. Werke: Expressionistische Lyrik und Dramen („Verfall und Triumph“). Darüber hinaus stammt der Text der Staatshymne der DDR aus Bechers Feder.

1859: Arthur Conan Doyle, ab 1902 Sir († 7.7.1930); britischer Schriftsteller. Seine auf der ganzen Welt bekannten literarischen Geschöpfe heißen „Sherlock Holmes“ und „Dr. Watson“; in zahlreichen Kriminalromanen bringt das Detektivgespann mit den Mitteln der Beobachtungsgabe, der Logik und einer Portion britisch-trockenem Humor die Verbrecher zur Strecke.

Copyright Rosmarie Elsner

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