Kalenderblatt Freitag 27.3.20

Kalenderblatt Freitag, 27. März 2020

Zitat des Tages: „Wer die Vergangenheit nicht kennt, wird die Zukunft nicht in den Griff bekommen.“ Golo Mann (1909-1994)

kuh-0015.gif von 123gif.de27.3.1996: Exportverbot für britisches Rindfleisch

Die seit Sommer 1994 wegen der Rinderseuche BSE (Bovine Spongiforme Enzephalopathie) verschärften Einfuhrbeschränkungen für Rindfleisch aus Großbritannien münden heute in ein weltweites Exportverbot. Die von der EU-Agrarkommission verhängte Einfuhrsperre zum Schutz der Verbraucher umfasst Lebendvieh sowie sämtliche britischen Erzeugnisse, die auf Rindfleisch basieren.

Mehr Details:

Obwohl die ersten Krankheitsfälle von „Rinderwahnsinn“ bereits vor rund zehn Jahren aufgetreten waren, bestätigte eine britische Regierungsstudie erst 1996, dass die Seuche auch auf den Menschen übertragbar ist und die tödliche Creutzfeld-Jakob-Krankheit (CJD) auslösen kann. Noch bis 1994 gingen die Veterinärbehörden davon aus, dass die BSE (Bovine Spongiforme Enzephalopathie) genannte Krankheit, von der nachweislich rund 150.000 britische Rinder befallen sind, keine Auswirkungen auf den menschlichen Organismus habe. Inzwischen steht jedoch fest, dass die tödliche Seuche durch Verfütterung von Tiermehl von an Scrapie erkrankten Schafen (auch Traberkrankheit genannt) hervorgerufen wird und beim Menschen eine BSE-Infektion auslösen kann. Inzwischen häufen sich die Verdachtsfälle der an Rinderwahnsinn erkrankten Personen; so wird über ein Dutzend Todesfälle in Großbritannien auf den Verzehr von BSE-verseuchtem Rindfleisch zurückgeführt.

Wertvolle Zuchtrinder, wie etwa die schottischen „Galloways“, dürfen bereits seit 1990 nicht mehr von der „Grünen Insel“ nach Deutschland importiert werden. Und auch den Tausenden hier geborenen, gesunden Tieren aus dieser Züchtung, denen bereits Jahre zuvor die BSE-Freiheit bescheinigt worden war, droht Ende 1996 die „Todesspritze“.

Von der EU-Kommission ergeht daraufhin der Vorschlag, dass künftig nur noch Fleisch von Tieren exportiert werden darf, die nach dem 1. August 1996 geboren wurden und damit nachweislich nicht mehr mit verseuchtem Knochenmehl gefüttert wurden.

Das zerstörte Vertrauen der Konsumenten in den Genuss von Rindfleisch, sei es nun aus Großbritannien oder anderen EU-Ländern, lässt sich mit dem vorläufigen Ausfuhrstopp und der neuen gesetzlichen Regelung freilich nicht so schnell wiederherstellen. Viele Verbraucher hierzulande sind so verunsichert, dass der Rindfleischabsatz im Jahr 1996 nahezu auf die Hälfte des bisherigen Umsatzes sinkt.

Gedenktage:

1977: Auf der Urlauberinsel Teneriffa kommt es zum bisher schwersten Unglück der Zivilluftfahrt, als zwei Jumbo-Jets im dichten Nebel auf der Rollbahn des Flughafens Santa Cruz ineinander rasen. 575 Menschen in den Maschinen der niederländischen Fluggesellschaft KLM und der US-Gesellschaft PanAm kommen dabei ums Leben, nur 70 überleben den Crash.

1968: Die westdeutsche Hochschulrektorenkonferenz beschließt den „Numerus clausus“. Damit soll der Zustrom der Studierwilligen an Deutschlands Universitäten durch Festsetzung eines bestimmten Notendurchschnitts der Abiturienten für die Zulassung an den Unis eingedämmt werden.

1958: Abserviert! Nach der „Kaltstellung“ von Ministerpräsident Nikolai Bulganin rückt der bisherige Generalsekretär der KPdSU Nikita Chruschtschow ins höchste Amt der Sowjetunion vor.

1957: In Hollywood wird das Filmmusical „Der König und ich“ (mit Deborah Kerr und Yul Brynner in den Hauptrollen) mit drei Oscars ausgezeichnet. Die Geschichte der englischen Lehrerin Anna Leonowens am Hofe des Königs von Siam machte 1999 wieder Furore in der kulissenreichen Neuverfilmung „Anna und der König“ mit Jodie Foster und Hongkong-Star Chow Yun-Fat.

1920: SPD-Politiker Hermann Müller, der in seiner Funktion als Außenminister seine Unterschrift unter den Versailler Vertrag setzte, wird zehn Tage nach dem niedergeschlagenen „Kapp-Putsch“ zum Reichskanzler ernannt.

Geburtstage:

1970: Mariah Carey; US-amerikanische Sängerin. Insgesamt 15 Nr.1-Hits und zwei Grammy-Awards gehen auf das Konto der langmähnigen Pop-Ikone aus Long Island, die Ende der 80er Jahre als Stimme im Hintergrund begann. Nach einem angeblichen Nervenzusammenbruch (2001) wurde es etwas stiller um die Künstlerin. Die Alben „Charmbracelet“ und „Unplugged“ verhalfen ihr zum Comeback.

1963: Quentin Tarantino; US-amerikanischer Filmregisseur. Seine ersten Lorbeeren, und zwar gleich in Form einer Oscar-Trophäe, erwarb sich der talentierte Jungfilmer mit seinem Debütwerk „Pulp Fiction“ (1994). Darin verhalf er auch dem zeitweise in Vergessenheit geratenen Schauspieler John Travolta zu einer glanzvollen Rückkehr auf die Leinwand.

1909: Golo Mann († 7.4.1994), eigentlich Gottfried Angelus M.; deutscher Schriftsteller und Historiker. Der Sohn von Nobelpreisträger Thomas Mann verfasste mit „Deutsche Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts“ (1958) und einer Wallenstein-Biografie (1971) zwei historische Werke, die sich durch große Sachkenntnis auszeichnen.

1901: Erich Ollenhauer († 14.12.1963); deutscher sozialdemokratischer Politiker, der die Nachkriegszeit in Deutschland maßgeblich beeinflusste. Der gebürtige Magdeburger trat 1952 als SPD-Parteivorsitzender die Nachfolge des verstorbenen Kurt Schumacher an. Seine zweifache Kanzlerkandidatur gegen Konrad Adenauer war jedoch nicht von Erfolg gekrönt.

1845: Wilhelm Conrad Röntgen († 10.2.1923); deutscher Physiker. 1895 entdeckte er die nach ihm benannten kurzwelligen Strahlen, die primär in der Medizin Anwendung finden. Für diese Entdeckung, die das Innere des Menschen sichtbar macht, wurde dem Wissenschaftler 1901 der Nobelpreis für Physik verliehen.

Copyright Rosmarie Elsner

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