Kalenderblatt Samstag 15.2.20

Kalenderblatt Samstag, 15. Februar 2020

Zitat des Tages: „Die Natur ist unerbittlich und unveränderlich, und es ist ihr gleichgültig, ob die verborgenen Gründe und Arten ihres Handelns dem Menschen verständlich sind oder nicht.“ Galileo Galilei (1564-1642)

engel-0154.gif von 123gif.de15.2.1987: Der Ayatollah gegen den Rest der Welt

Nach einer Folge von Rudi Carrells Unterhaltungssendung „Rudis Tagesshow“ am Abend des 15. Februar kommt es zum diplomatischen Konflikt zwischen dem Iran und der Bundesrepublik. In seiner Sendung hatte der populäre holländische Moderator einen TV-Spot gezeigt, in dem verschleierte muslimische Frauen dem iranischen Revolutionsführer „Ayatollah“ Ruhollah Khomeini mit Höschen und BHs zuwinken.

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Wenn es um das Ansehen seiner Person und des islamischen Gottesstaates in der Weltöffentlichkeit geht, ist mit dem „Ayatollah“ nicht gut Kirschen essen. Sein Hass erstreckt sich mittlerweile nicht nur auf den Satan Nr. Eins, die Vereinigten Staaten von Amerika, und die Intellektuellen der westlichen Welt, sondern macht auch vor harmlosen Entertainern nicht Halt. Über Carrells Dessous-Spot(t), eine durchweg amüsante Filmmontage, die ganze 14 Sekunden über den Bildschirm flimmerte, konnten der religiöse Eiferer und seine Späher jedenfalls gar nicht schmunzeln. Im Gegenteil: Wegen der Verunglimpfung der gegenwärtig im Iran herrschenden Vorstellungen von Moral und Sitte veranlasste Khomeini die sofortige Ausweisung zweier deutscher Diplomaten aus der iranischen Hauptstadt und ließ überdies das Deutsche Goethe-Institut in Teheran schließen. In Deutschland kann niemand die Aufregung so recht begreifen; auch „Rudi“ ist ratlos, zeigt sich aber sofort zum Einlenken bereit, um die Beziehungen zwischen dem Iran und der Bundesrepublik nicht weiter zu trüben.

Es scheint nicht allzu schwierig zu sein, den Revolutionsführer und obersten geistlichen Würdenträger zu verärgern. Dazu bedarf es keiner „Satanischen Verse“ wie im Fall des britisch-indischen Schriftstellers Salman Rushdie, dazu genügt mitunter schon ein Abendkleid. Dies gelang unwissentlich dem deutschen Starmodel Claudia Schiffer. Stein des satanischen Anstoßes war diesmal eine mitternachtsblaue Abendrobe mit goldbestickten arabischen Lettern aus der Kollektion des Couturiers Karl Lagerfeld. Rein zufällig handelte sich dabei um Zeilen aus dem Koran, die der Deutschen mittels der Robe auf den makellosen Leib geschrieben waren. Obwohl Rushdie, Carrell, Lagerfeld und Schiffer beim „Ayatollah“ wegen der unglücklichen Missgeschicke sofort Abbitte leisteten, drängte es den greisen Politiker nach Genugtuung von offizieller Seite. Im Falle des ins Fettnäpfchen getretenen holländischen Publikumslieblings Carrell springen Diplomaten der Bundesregierung in die Presche, um die aufgebrachten Wogen wieder zu glätten.

Gedenktage:

1969: Vor der Antilleninsel St. John startet das bisher längste Unterwasserexperiment. Dazu werden vier Forscher die nächsten zwei Monate in einem mit Luftzufuhr, Telefon und TV ausgestatteten Stahlkomplex 15 Meter unter dem Meeresspiegel zubringen.

1951: In Deutschland konstituiert sich der von der Bundesregierung ins Leben gerufene Bundesgrenzschutz. Ähnlich wie die Volkspolizei in der DDR soll die vorerst aus 10.000 Soldaten bestehende Truppe im Verteidigungsfall im gesamten Bundesgebiet zum Einsatz kommen.

1936: Messehighlight des Chemiekonzerns I. G. Farben auf der Internationalen Automobilausstellung in Berlin ist ein neuartiger Autoreifen aus synthetisch hergestelltem Kautschuk (Buna). Das Material sei nicht nur robuster als Naturkautschuk, es mache Deutschland zudem unabhängiger von Rohstoffimporten.

1897: Der deutsche Physiker Karl Ferdinand Braun entwickelt die Braunsche Röhre, einen Vorläufer der Fernseh-Bildröhre. Gemeinsam mit dem italienischen Funktechnikpionier Marconi wird ihm für diese Erfindung 1909 der Nobelpreis für Physik verliehen.

1763: Der „Friede von Hubertusberg“ (zustande gekommen auf dem gleichnamigen Schloss nahe Leipzig) besiegelt das Ende des Siebenjährigen Krieges zwischen Österreich, Preußen und Sachsen. Das stark gebeutelte Preußen kann seinen Besitzanspruch auf Schlesien behaupten und erlangt in Europa eine Großmachtstellung.

Geburtstage:

1947: Wencke Myhre; norwegische Sängerin. Seit ihrem Sieg beim Deutschen Schlagerfestival (1966) ist die Ex-Ehefrau des verstorbenen TV-Regisseurs Michael Pfleghar in Deutschland bekannter als in ihrer Heimat Norwegen. Mit frechen Zöpfen und munteren Liedchen wie „Beiß nicht gleich in jeden Apfel“ sang sie sich in die Herzen der deutschen Schlagerfans und ist auch heute nicht von der Gesangsbühne wegzudenken.

1943: Elke Heidenreich; deutsche Journalistin, TV-Moderatorin und Buchautorin. Ihr schriftstellerisches Repertoire umfasst amüsante, aber auch ernsthafte Romane („Kolonien der Liebe“, „Der Welt den Rücken“), Kurzgeschichten und Kolumnen („Brigitte“). Ein Riesenerfolg bei Groß und Klein wurde zudem ihr zauberhaftes Katzenbuch „Nero Corleone“.

1751: Johann Heinrich Wilhelm Tischbein († 26.6.1829); deutscher Maler des Klassizismus. Der mit Goethe befreundete Künstler bereiste gemeinsam mit ihm Italien. In Rom entstand 1786/87 sein berühmtes Bildnis des deutschen Dichterfürsten in der Campagna sowie ein Aquarell, das Goethe am Fenster der gemeinsamen Wohnung zeigt und heute im Frankfurter Goethe-Museum zu besichtigen ist.

1710: Ludwig XV. († 10.5.1774); König von Frankreich, von 1715 bis zu seinem Tod im Jahr 1774. Die Nachfolge des zeitweise stark von seinen Mätressen (Madame de Pompadour und Madame Dubarry) beeinflussten Regenten trat sein Enkel (Ludwig XVI.) an.

1564: Galileo Galilei († 8.1.1642); italienischer Naturwissenschaftler und Philosoph. Der Mathematiker und Astronom, der seiner Zeit weit voraus war und deshalb in Konflikte mit der Kirche geriet, leitete von den Gesetzen des Fadenpendels die Fallgesetze ab, entdeckte u.a. die Mondmorphologie, die Venusphasen, die vier Jupitermonde und die Sonnenflecken.

Copyright Rosmarie Elsner

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