Kalenderblatt Sonntag 1.12.19

adventskraenze-0009.gif von 123gif.deKalenderblatt Sonntag, 1. Dezember 2019 – 1. Advent

Zitat des Tages: „Mich erstaunen Leute, die das Universum begreifen wollen, wo es schwierig genug ist, in Chinatown zurechtzukommen.“ Woody Allen (1935)

1.12.1953: Playboy lässt Männerherzen höher schlagen

Lesen erhält für Männer in den USA heute eine völlig neue Bedeutung, als es erstmals mit „nackten Tatsachen“ einhergeht. Der Nachwuchsjournalist Hugh Hefner hatte einige hundert geliehene Dollar investiert, um die Erstausgabe seines Herrenmagazins „Playboy“ auf den Markt zu bringen. Unter dem Motto „Alles, was Männern Spaß macht“ wurde der „Playboy“ zum Archetypen des Männermagazins. Das Menü: Sex. Das Rezept: „Schlüpfrig darf es ruhig sein, aber bitte schön mit Niveau.“Mehr Details:

1950 arbeitete der aus bescheidenen Verhältnissen stammende Hugh Hefner als Redakteur bei der Zeitschrift „Esquire“. Als man dort seiner Forderung nach einer Lohnaufbesserung nicht nachkommen wollte, kam dem 24-Jährigen die Idee zu einem eigenen Herrenmagazin. Er war ohnehin der Meinung, dass sich die einschlägigen Magazine zu sehr mit Sport und Abenteuer befassten und wollte in seinem Heft neben „Nackedeien“ einen hedonistischen Lebensstil propagieren.

Um Startkapital für sein Projekt zu erhalten, belieh Hefner seine Möbel und pumpte sich Geld von Freunden: insgesamt 600 Dollar. Beim Namen des Heftes riet ihm ein Freund zu „Playboy“, und ein befreundeter Grafiker kreierte ihm als Maskottchen ein „bunny“ (Häschen). Von einem Hersteller von Nacktkalendern erwarb er eine Fotoserie der Schauspielerin Marilyn Monroe, die er im Innenteil groß als Centerfold herausbrachte. Eine Sherlock-Holmes-Kurzgeschichte von Sir Arthur Conan Doyle sowie eine Reihe eigener Essays und Cartoons komplettierten das 44 Seiten starke Heft, das „Hef“ daheim auf dem Küchentisch produzierte.

Da das finanzielle Polster mittlerweile stark geschrumpft war, schrieb er nicht einmal eine Nummer auf die Titelseite. Wer wusste schon, ob es eine weitere Ausgabe geben würde? Für 50 Cents pro Heft (heute hat ein Exemplar der Erstausgabe einen Sammlerwert von 10.000 Dollar) verkauften sich in Windeseile 55.000 der 70.000 Exemplare starken Auflage – ein Traumergebnis für ein neues Zeitschriftenprojekt ohne entsprechende Werbekampagne.

In den kommenden Jahren war der Siegeszug des „Playboy“ nicht mehr aufzuhalten, und Hefner lebte seinen Lesern zur Genüge vor, was er darin propagierte: das in jeder Hinsicht genussreiche Leben der Schönen und Reichen. Zweimal ließ sich der heute 76-Jährige selbst in den Hafen der Ehe locken, und statt vollbusiger Blondinen spielten zeitweise Kinder am Swimmingpool seiner luxuriösen „Mansion“ in L.A. Doch auch diese Ära gehört der Vergangenheit an. Seit der Trennung von seiner Familie hat der Alt-Playboy sein früheres Leben wieder aufgenommen, gewandet sich in schwarze Seidenpyjamas, die er vor dem Mittagessen nicht ablegt, und gibt sich dank „Viagra“, wie er selbst zugibt, sattsam den „fleischlichen“ Genüssen des Lebens hin.

Hefners Imperium wird heute von Tochter Christie geleitet; mit einer Auflage von mehr als 4,5 Mio. Exemplaren weltweit zählt der „Playboy“ zu den meistgekauften Herrenmagazinen. Die Aktie wird an der New Yorker Börse gehandelt.

Gedenktage:

1997: Zum 10. Mal findet der Welt-Aids-Tag statt. Mit Benefizveranstaltungen, roten Schleifen und Umzügen rufen Organisationen weltweit zur Unterstützung von Aidskranken auf. Weltweit gibt es bereits 22,6 Millionen Menschen, die sich mit dem HIV-Virus infiziert haben. Drei Jahre später wird diese Zahl auf über 30 Mio. angewachsen sein.

1967: Die Währung in der DDR wird ab heute bei einem neuen Namen genannt: Statt „Mark der Deutschen Notenbank“ heißt das offizielle Zahlungsmittel nunmehr „Mark der Deutschen Demokratischen Republik“.

1911: In Berlin gibt der „Jedermann“ unter der Regie von Max Reinhardt sein Debüt. Ab 1920 wird das Schauspiel aus der Feder von Hugo von Hofmannsthal zum Inbegriff der alljährlich im Sommer stattfindenden „Salzburger Festspiele“ werden.

1903: Der erste Film im Genre „Western“ hält seinen Einzug: Der neunminütige Kinofilm „Der große Eisenbahnraub“, der im US-Bundesstaat Washington D.C. ausgestrahlt wird, enthält bereits alle Attribute, die einen typischen Western ausmachen: jede Menge Revolver und die dazugehörigen Helden.

1876: Nach englischem Vorbild geht in der deutschen Reichshauptstadt Berlin erstmals die Post ab. Dort wird nach den Plänen des österreichischen Ingenieurs Franz von Felbinger das erste Rohrpostnetz in Betrieb genommen. Das „Citynetz“ verfügt zunächst über eine Länge von 26 km, wird aber im Laufe der Zeit auf 300 km ausgeweitet.

Geburtstage:

1973: Monica Seles; jugoslawische Tennissportlerin. Die Weltrangspielerin und einstige Kontrahentin Steffi Grafs litt lange Zeit an den psychischen Folgen eines auf sie verübten Attentats. Der geistesgestörte Täter hatte im April 1993 bei einem internationalen Wettkampf in Hamburg mit dem Messer auf sie eingestochen und sie schwer verletzt. Als Motiv gab der „Fan“ von Steffi Graf an, er habe damit der deutschen Sportlerin zum Sieg verhelfen wollen.

1962: Detlev Buck; deutscher Schauspieler, Produzent und preisgekrönter Regisseur. Bekannt wurde der Kultstatus genießende Regisseur mit hintergründigen Filmen, darunter „Karniggels“ (1991), „Männerpension“ (1995) und „Liebesluder“ (2004). Als Schauspieler wirkte er in den Filmen „Herr Lehmann“ (von Buck auch produziert), „Sonnenallee“ und Leander Haussmanns Kinofilm „NVA“ mit.

1945: Bette Midler; US-amerikanische Schauspielerin und Sängerin. Ihr komödiantisches Talent bewies die vielseitige Künstlerin mehrfach in Filmen wie „Zoff in Beverly Hills“, „Die unglaubliche Entführung der verrückten Mrs. Stone“ und „Der Club der Teufelinnen“. Darüber hinaus verfügt sie über eine begnadete Stimme, wie ihre melodiösen Hits „From A Distance“ und „The Rose“ bezeugen.

1935: Woody Allen, eigentlich Allen Stewart Konigsberg; US-amerikanischer Regisseur, Schauspieler und Drehbuchautor. Wenn es um die Verkörperung neurotisch-tollpatschiger „Helden des Alltags“ geht, kann ihm keiner das Wasser reichen (u.a. „Der Stadtneurotiker“). Die Trennung von Ehefrau Mia Farrow, die anschließende „Schlammschlacht“ und die Liaison mit seiner Adoptivtochter sorgten hingegen für weniger positive Schlagzeilen.

1886: Rex Stout († 27.10.1975); US-amerikanischer Schriftsteller von Detektivromanen. Was die Kommissare Guido Brunetti und Kurt Wallander heutzutage für Krimifreaks bedeuten, war sein Privatdetektiv „Nero Wolfe“ zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Der Schöpfer der eigenwilligen Romanfigur, die selten ihr Haus verlässt, am liebsten kocht und Orchideen züchtet, schrieb u.a. den Krimi „Der rote Bulle“.

Copyright: Rosemarie Elsner

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