28.11.19 Kinostart: MISHIMA

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Kinostart: 28.11.19 MISHIMA

MISHIMA habe ich erst mal auf mich wirken zu lassen, ohne über die Hinterründe der Handlung informiert zu sein. Das würde ich nicht empfehlen! Der 4-Episoden-Film ist harter Tobac – jede Sequenz endet mit Selbst- oder/und Fremd-Zerstörung und der Sinn des Ganzen erschließt sich erst, wenn man etwas über den japanischen Ausnahmeautor Mishima und sein Leben bzw. seine Befindlichkeiten weiß… Dann allerdings kam mir dieser Schrader-Film wie ein sehr sehenswertes Kunstobjekt vor und ein kleines Guckloch in die Fremdheit Japans. Dort wird der Film übrigens bis heute nicht gezeigt; in deutschen Kinos läuft er in japanischer Sprache mit deutschen Untertiteln. (RS/PTM)

In stark fiktionalisierter Form erzählt der Film in vier Kapiteln vom Leben des gefeierten japanischen Autors Yukio Mishima (*1925), der 1970 den traditionellen Selbstmord, Seppuku, besser bekannt als Harakiri beging. waffen-0315.gif von 123gif.deDer 25. November 1970 ist der letzte Tag in Mishimas Leben. Doch was davor passierte, machte ihn zu dem Mann, der er war: Von einem kränklichen Jungen wuchs er zu einem der berühmtesten japanischen Schriftsteller der Nachkriegszeit heran. Er lehnte den Materialismus der Moderne ab und gründete seine eigene Privat-Armee, die den Kaiser erneut zum Staatsoberhaupt erheben wollte.

Mishimas Geschichte wird erzählt, indem sie mit drei Erzählungen seiner Bücher parallelisiert wird: Kinkaku-ji (dt. Der Tempelbrand, engl. The Temple of the Golden Pavilion), Kyōko no ie (engl. Kyoko’s House) und Homba (dt. Unter dem Sturmgott, engl. Runaway Horses). – In vier Kapiteln taucht der Zuschauer in Mishimas Lebeswelt ein: 1. Beauty (Schönheit), 2. Art (Kunst), 3. Action (Tat) und 4. Harmony of Pen and Sword (Harmonie von Feder und Schwert). (Trailer aus Kinozeit)

Der Schriftsteller, Autor und Regisseur Mishima mag seine eigene Kreation gewesen sein, aber er ist auch der ultimative Paul Schrader-Charakter: ein verwundeter Visionär auf der Suche nach Wahrheit und Transzendenz.


 

Rückblickend bezeichnete Schrader MISHIMA als Favoriten unter seinen Regiearbeiten, und führte unter anderem an, dass „Mishima die Art Persönlichkeit war, die ich gern geschaffen hätte, hätte sie nicht schon existiert. Er besitzt alle Kraft der Fiktion. Tatsächlich ist er eine fiktive Gestalt, denn er ist ein Charakter, der von einem großen Schriftsteller geschaffen wurde […].“

Paul SchraderLaufbahn begann in den 1970er Jahren zunächst als Drehbuchautor, bekannt wurde er mit „The Yakuza“ (Regie: Sydney Pollack), danach folgten „Taxi Driver“ für Martin Scorsese und Brian de Palmas „OBSESSION“ („Schwarzer Engel“) – beide 1976. Seine erste Regiearbeit „Blue Collar“ realisierte Schrader 1978, sein zweiter Film „Hardcore – Ein Vater sieht rot“ entstand nur ein Jahr später. 1980 schrieb er erneut ein Drehbuch für Scorsese, „Raging Bull“. Schrader verfasste noch zwei weitere Drehbücher für ihn: „Die letzte Versuchung Christi“ (1988) und „Bringing Out The Dead“ (1999). Große Bekanntheit erlangte Schrader mit seinem 1980 gedrehten Film „American Gigolo“ („Ein Mann für gewisse Stunden“). Es folgten weitere Filme zu denen er mehrheitlich selbst das Drehbuch schrieb, darunter auch das Oscar-prämierte Drama „Affliction“ („Der Gejagte“) 1997. In den letzten 20 Jahren inszenierte Schrader u. a. die Filme „Auto Focus“, „The Walker “, „Adam Resurrected“ („Ein Leben für ein Leben“), „The Canyons“ und „Dog Eat Dog“. Sein letzter fertiggestellter Film „First Reformed“, der 2017 im Rahmen der Filmfestspiele in Venedig seine Premiere feierte und im Jahre 2018 in die US-Kinos kam, wurde von Kritik und Zuschauern gefeiert und erhielt diverse Preise, u. a. eine Oscar-Nominierung für das beste Drehbuch.

MISHIMA feierte seine Weltpremiere 1985 bei den Internationalen Filmfestspielen Cannes. Der restaurierte Director’s Cut wurde beim diesjährigen San Sebastian Film Festival gezeigt. Seit 1988 vergibt der japanische Verlag Shinchōsha jährlich den Mishima Literaturpreis zu Ehren seines Lebenswerkes.

Die Wiederaufführung des visuell beeindruckenden Porträts des legendären Autors (gespielt von Ken Ogata) inszeniert den inneren Aufruhr und die Widersprüche eines Mannes, der den unmöglichen Versuch unternimmt, eine Harmonie des Selbst innerhalb von Kunst und Gesellschaft zu finden.

Mit der außergewöhnlichen Kameraarbeit von John Bailey, den exquisiten Sets und Kostümen von Eiko Ishioka und der unvergesslichen und einflussreichen Musik von Philip Glass ist MISHIMA ein verwegener Tribut an diesen einzigartigen Menschen und ein Kunstwerk eigenen Ranges. Das Drehbuch schrieb Paul Schrader zusammen mit Chieko Schrader und Leonard Schrader.


 

Pressekontakt: Greenhouse PR, Berlin  

 

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