Kalenderblatt Dienstag 10.9.19

Kalenderblatt Dienstag, 10. September 2019

Zitat des Tages: „Mode ist die Nachahmung derer, die sich unterscheiden wollen, von denen, die sich nicht unterscheiden.“ Karl Lagerfeld (1938)

10.9.1898: Kaiserin Elisabeth: Tod am Genfer See

blume-0258.gif von 123gif.deAm 10. September 1898 wurde die österreichische Kaiserin Elisabeth, die Gemahlin Kaiser Franz Josephs – besser bekannt unter ihrem Kosenamen „Sissi“ – in Genf von einem italienischen Anarchisten erstochen. Besonders tragisch war der Umstand, dass der tödliche Anschlag gar nicht der Monarchin gegolten hatte: Der Täter hatte es eigentlich auf ein anderes prominentes Opfer abgesehen.

Mehr Details:

Eigentlich hätte der Anschlag dem französischen Thronfolger Henri D’Orleans gelten sollen, doch dieser hatte seinen Terminplan kurzfristig geändert. Als Attentäter Luigi Lucheni seine Pläne durchkreuzt sah und durch Zeitungsmeldungen vom Besuch der Kaiserin erfuhr, disponierte er kurzerhand um. Die 60-jährige Monarchin befand sich an jenem Tag mit ihrer Zofe unweit ihres Hotels Beau Rivage an der Uferpromenade des Genfer Sees, um von dort das Schiff nach Montreux zu nehmen, als ihr der 24-jährige Italiener eine Feile ins Herz stieß. Zwar konnte die Monarchin noch das Schiff besteigen, hauchte aber mit den Worten „Was ist mit mir geschehen?“ kurz nach dem Anschlag ihr Leben aus.

Mit ihrem Tod endete ein bewegtes Leben, das am Heiligen Abend 1837 in München begonnen hatte. Dort wurde Sissi (Elisabeth Amalie Eugenie) als bayerische Prinzessin geboren, verbrachte ihre Kindheit und Jugend am Starnberger See, wo sie auch häufig ihren Lieblingscousin, Ludwig II. von Bayern, traf. Im österreichischen Bad Ischgl lernte sie schließlich ihren späteren Mann kennen (und lieben): den österreichischen Kaiser Franz Joseph, der dort jedes Jahr zur Sommerfrische weilte. Das Paar feierte im April 1854 in Wien eine strahlende Hochzeit. Bis dahin klingt die Geschichte der „Sissi“ wie aus dem Märchen. Doch war nicht alles eitel Wonne und Sonnenschein am Hofe des Kaisers, der über 50 Millionen Menschen herrschte. Franz Joseph vernachlässigte seine junge Frau häufig zugunsten der Amtsgeschäfte. Von Elisabeth stammt auch der Ausspruch, der eine ganze Filmgeneration zum Seufzen brachte: „Ach, wenn er doch kein Kaiser wär‘!“

Bittere Schicksalsschläge musste die Kaiserin von Österreich (seit 1867 auch Königin von Ungarn) mehrfach hinnehmen. Nicht nur ihre Tochter Sophie starb im Alter von zwei Jahren, am 30. Januar 1889 ging ihr einziger Sohn, Kronprinz Rudolf, gemeinsam mit seiner jungen Geliebten in Mayerling bei Wien in den Freitod – ein Schlag, von dem sich Elisabeth nie mehr erholte. Zunehmend menschenscheu geworden, zog sich die Monarchin von ihren Repräsentationspflichten am Kaiserhof in Wien zurück und versuchte mit Auslandsreisen gegen die fortschreitende Schwermut anzukämpfen. Genf wurde zur letzten Station ihres bewegenden Lebens.

Elisabeths Geschichte wurde in den 50er-Jahren (mit Romy Schneider und Karlheinz Böhm in den Hauptrollen) als rührselige Love Story verfilmt. „Sissi“ und „Sissi, die junge Kaiserin“ brachten die Kinokassen in Deutschland mächtig zum Klingeln.

Gedenktage:

1998: US-Regisseur Steven Spielberg wird in Berlin das Bundesverdienstkreuz verliehen. Mit dieser Auszeichnung wird sein Engagement bei der Aufarbeitung des Holocaust gewürdigt, das er bei seinem oscargekrönten Film „Schindlers Liste“ zeigte.

1989: Die am Vortag in Grünheide bei Ost-Berlin gegründete Reformbewegung „Neues Forum“ (NF) tritt heute mit ihrem überparteilich formulierten Aufruf „Aufbruch 89“ an die Öffentlichkeit. Neben prominenten Regimekritikern unterzeichnen in den kommenden Wochen rund 200.000 DDR-Bürger den Aufruf, der von den Medien im Westen mit regem Interesse verfolgt wird.

1982: Rückschlag für Europas Raumfahrtpläne: 14 Minuten nach ihrem Start in Lourou/Französisch-Guyana stürzt die europäische Trägerrakete „Ariane“ in den Atlantik. Als Grund für den Misserfolg, bei dem auch zwei teure Satelliten „flöten gehen“, wird ein technischer Defekt angegeben.

1964: Auf dem Bahnhof Köln-Deutz wird heute der einmillionste Gastarbeiter erwartet. Das Los fällt auf den portugiesischen Zimmermann Armando Rodriguez, der es gar nicht fassen kann, dass ihm als Begrüßungsgeschenk ein nagelneues Moped überreicht wird.

1927: In einem sensationellen Finalspiel Frankreich – USA gewinnt das französische Team mit 3:2 den „Davispokal“. Damit geht die begehrte Tennistrophäe, die sich 15 Jahre lang in den Händen der USA befunden hatte, erstmals nach Europa.

70 n. Chr.: In Jerusalem setzen römische Truppen das größte jüdische Heiligtum in Brand. Mit der Zerstörung des Tempels von Jerusalem beendet der römische Feldherr und spätere Kaiser Titus den jüdischen Aufstand gegen die römische Fremdherrschaft.

Geburtstage:

1938: Karl Lagerfeld; deutsch-französischer Modeschöpfer. Der in Frankreich lebende Modezar – Markenzeichen: dunkle Brille und Nackenzopf – startete seine Laufbahn bei Pierre Balmain und kam nach Zwischenstationen bei Patou und Chloë als künstlerischer Leiter ins Pariser Haus Chanel. Auch als Fotograf und Illustrator eines Kinderbuchs konnte sich der Hanseat einen Namen machen.

1898: Manfred Hausmann († 6.8.1986); deutscher Schriftsteller und Publizist. Der lange Zeit in der Künstlerkolonie Worpswede lebende Lyriker war unter anderem im benachbarten Bremen als Redakteur des Feuilletons des „Weser-Kuriers“ tätig. Sein künstlerischer Nachlass beinhaltet neben Gedichten auch Romane, Erzählungen und Dramen („Lilofee“, 1929 und „Der dunkle Reigen“, 1951).

1890: Franz Werfel († 26.8.1945); österreichischer Schriftsteller, der mit frommen und historischen Werken über die Landesgrenzen hinaus bekannt wurde (u.a. „Das Lied von Bernadette“). Besonders ergreifend ist sein 1933 publizierter Roman „Die vierzig Tage des Musa Dagh“, der den erschütternden Völkermord an den Armeniern (1915-17) aufgreift.

1890: Elsa Schiaparelli († 14.11.1973); französisch-italienische Modeschöpferin. Mit ihrem unkonventionellen Stil arbeitete sich die Römerin, zu deren Kunden- und Freundeskreis prominente Persönlichkeiten wie Greta Garbo und Pablo Picasso gehörten, in die Haute-Couture-Riege vor. In ihrem Salon an der Seine verhalf sie nicht nur dem Reißverschluss zum großen Auftritt, sondern kreierte auch Parfüms wie die Duftnote „Shocking“.

1753: John Soane († 20.1.1837); englischer Baumeister, 1831 in den Adelsstand erhoben. Zu seinen klassizistischen Schöpfungen gehören neben der Bank of England sowie die in dreijähriger Bauzeit geschaffene Gemäldegalerie von Dulwich College (1811-14).

Copyright Rosmarie Elsner

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