Kalenderblatt Donnerstag 8.8.19

Kalenderblatt Donnerstag, 8. August 2019

Zitat des Tages: „Frauen gelten vielleicht deshalb als gefühlvoller, weil sie mehr Dinge zu fühlen vorgeben müssen als Männer.“ Silvana Mangano (1930-1989)

8.8.1963: Der frechste Postraub in der Kriminalgeschichte

affe-0032.gif von 123gif.deFünfzehn dreiste Räuber erbeuteten am 8. August 1963 beinahe spielerisch die stattliche Summe von 30 Millionen Mark, als sie beim größten Geldraub in der englischen Kriminalgeschichte den Postzug Glasgow–London mit Hilfe eines falschen Signals gestoppt und geentert hatten. Bis auf den heute in Brasilien lebenden Ronald Biggs konnten die Täter zwar gefasst werden; vom Großteil der Diebesbeute fehlt jedoch weiterhin jede Spur.

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Dass den Ganoven nach dem spektakulären Postraub – und sogar noch Jahrzehnte danach – aus der Bevölkerung eine Welle der Sympathie entgegen schlägt, liegt neben dem generalstabsmäßig ausgeführten Coup auch daran, dass es sich bei Bruce Reynolds, Ronald „Buster“ Edwards, Ronald Biggs und deren zwölf Komplicen zwar um raffinierte, aber nicht um brutale Räuber handelt. Beim Überfall auf den aus dem schottischen Glasgow kommenden Postzug der „Royal Mail“ war keine einzige Schusswaffe zum Einsatz gekommen (ein paar Knüppel hingegen schon!).

Als die Signale auf freier Strecke, etwa 50 km vor London, plötzlich auf Rot standen, bemerkte der Lokführer die Falle zu spät. An jenem Tag hatte der Zug besonders wertvolle Fracht geladen: Über hundert Postsäcke mit Banknoten im Wert von 2,6 Mio. Pfund Sterling, damals umgerechnet knapp 30 Mio. Mark. Von den Beamten, die den Postzug eskortierten, bemerkte zunächst keiner, dass der Waggon mit dem kostbaren Inhalt von den Dieben abgekoppelt und die Geldsäcke über eine Brücke in wartende Lastwagen verladen wurden.

Trotz perfekter Planung gehen der Polizei schon kurz nach dem Überfall die meisten Täter ins Netz, darunter auch die vermutlichen Drahtzieher Reynolds und Biggs. Einer der Täter, Ronald Edwards stellte sich gar freiwillig, doch nicht aus Reue, sondern aus Liebe zu seiner Ehefrau, mit der er nach der Entlassung aus der Haft einen Blumenladen eröffnete. Auch Biggs wurde geschnappt, konnte aber 1965 aus dem Gefängnis entkommen und gelangte nach einer kostspieligen Gesichtsoperation unter falschem Namen (Michael Haynes) nach Rio de Janeiro. Versuche, ihn in der Stadt unterm Zuckerhut zu kidnappen und zurück nach England zu bringen, scheiterten ebenso wie die zuvor gestellten Auslieferungsanträge. Biggs, überdies ein unverbesserlicher Frauenheld, hatte inzwischen mit einer Brasilianerin einen Sohn (heute über 30 Jahre alt), so dass eine Auslieferung nicht zur Debatte stand.

Ein Teil des Geldes sei für Gesichtschirurgie, ein anderer für falsche Pässe und Fluchthelfer „draufgegangen“, und auch der in England zurückgelassenen ersten Ehefrau habe Biggs etwas abgegeben. Schließlich, so betont der heute 74-jährige Promi-Räuber, sei er ja ein ehrlicher Gauner!

Im Mai 2001 kehrte der berühmte Posträuber schließlich doch noch in seine Heimat England zurück. Das Heimweh habe ihn zurückgetrieben, so der alte Mann, der noch einmal in einer englischen Kneipe ein Bierchen trinken will. Und hofft seither auf eine Begnadigung durch Queen Elizabeth…

 

Gedenktage:

1993: Bei den 21. Europameisterschaften der Schwimmer, die heute im britischen Sheffield enden, ist Franziska van Almsick aus Berlin die große Überraschung: Die 15-jährige „Franzi“ holt sechsmal Gold und einmal Silber. Insgesamt fährt das deutsche Team mit 15 Goldmedaillen nach Hause.

1989: Die Ständige Vertretung der Bundesrepublik in Ost-Berlin muss für den Parteiverkehr geschlossen werden, da rund 130 Bürger der DDR die Vertretung belagern, um die Ausreise in den Westen zu erwirken. Ähnliche Szenen spielen sich wenige Tage später in der bundesdeutschen Botschaft in Prag ab.

1974: Erstmals in der Geschichte der Vereinigten Staaten tritt ein Präsident zurück: Mit diesem Schritt kommt der Republikaner Richard Nixon einem so genannten „impeachment“ (Amtsenthebungsverfahren) zuvor, das ihm wegen seiner Beteiligung an der Watergate-Affäre gedroht hätte. Nachfolger Gerald Ford bewahrt Nixon zudem in einer Art „Gnadenakt“ vor der behördlichen Strafverfolgung.

1948: Bei der ersten deutschen Fußballmeisterschaft nach dem Zweiten Weltkrieg stehen sich im Endspiel die Mannschaften des 1. FC Nürnberg und des 1. FC Kaiserslautern gegenüber. Den begehrten Titel holen sich die Nürnberger Kicker.

1944: An acht Widerstandskämpfern, die am gescheiterten Attentat auf Adolf Hitler vom 20. Juli beteiligt waren, wird heute in Berlin-Plötzensee das Todesurteil vollstreckt. Auf Wunsch des Führers, der bei dem Attentat im Hauptquartier „Wolfsschanze“ wie durch ein Wunder unverletzt blieb, werden die Widerstandskämpfer wie „Schlachtvieh“ aufgehängt.

 

Geburtstage:

1949: Keith Carradine; US-amerikanischer Schauspieler und Musiker. Der gebürtige Kalifornier (Halbbruder des aus der „Kung-Fu“-Serie bekannten und kürzlich verstorbenen David C.) verdiente sich seine ersten Lorbeeren im Musical „Hair“ und arbeitete anschließend unter Regisseuren wie Robert Altmann („Nashville“) und Louis Malle („Pretty Baby“). Sein musikalisches Talent brachte ihm schließlich für den selbst komponierten Song „I’m Easy“ einen Oscar ein.

1937: Dustin Hoffman; US-amerikanischer Schauspieler. Schon kurz nach seinem Filmdebüt wurde er für die Collegeboy-Rolle in „Die Reifeprüfung“ für einen Oscar nominiert; die begehrte Trophäe erhielt er schließlich für seinen Part im Scheidungsdrama „Kramer gegen Kramer“ (1979) und für „Rain Man“ (1988). Sein Markenzeichen heißt Vielseitigkeit, die er u.a. in Frauenkleidern in der Komödie „Tootsie“ oder als Parfumeur Baldini in „Das Parfum“ (2006) unter Beweis stellte.

1923: Esther Williams; US-amerikanische Sportlerin und Schauspielerin. Die Meisterschwimmerin und Olympiahoffnung Amerikas (der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs machte diese Hoffnung zunichte) stand ihres sportlichen Könnens und ihres Aussehens wegen nach der abgebrochenen Sportkarriere vor der Kamera, in diversen „seichten“ Filmen mit und ohne Wasser: z.B. im Kurzfilm „Die Badende Venus“ und „Die goldene Nixe“.

1919: Dino de Laurentiis; italienischer Filmproduzent. International bekannt wurde der Neapolitaner mit Produktionen im Genre neorealistischer Film, darunter „Bitterer Reis“, in dem seine Ehefrau Silvana Mangano die Hauptrolle verkörperte. Mitte der 70er-Jahre verließ das Ehepaar Italien und zog nach New York; dort produzierte de Laurentiis auch Actionfilme, z.B. „Ein Mann sieht Rot“ mit Charles Bronson.

1732: Johann Christoph Adelung († 10.9.1806); deutscher Sprachforscher. Der Bibliothekar aus Vorpommern war ein Anhänger der Aufklärung und verfasste diverse Abhandlungen zur deutschen Rechtschreibung, Grammatik und Stilkunde. So schuf er beispielsweise mit dem „Wörterbuch der hochdeutschen Mundart“ das erste Großwörterbuch der deutschen Sprache.

Copyright Rosmarie Elsner

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